STIFTUNG LIVLÄNDISCHE GEMEINNÜTZIGE und OSTSEE-STIFTUNG FÜR UMWELT- UND REGIONALENTWICKLUNG

Die Zielrichtung der (deutsche öffentliche gemeinnützige) STIFTUNG LIVLÄNDISCHE GEMEINNÜTZIGE (kurz: Livländische Gemeinnützige) erklärt ergibt sich aus der Präambel ihrer Satzung:

"Der Name „Livländische Gemeinnützige“ erinnert an das Wirken der 1792 in Riga gegründeten und 1806 in die livländische Universitätsstadt Dorpat (estnisch Tartu, russisch Jurjew) verlegten und 1940 untergegangenen „Livländischen Gemeinnützigen und Ökonomischen Sozietät“, dem anderthalb Jahrhunderte nach Ost und West strahlenden geistigen und gesellschaftlichen Zentrum Livlands.

Dies Kind der Aufklärung hinterließ eine Fülle von Dokumentationen, vor allem der Wirtschaftskultur im östlichen Ostseeraum, die in Archiven des Baltikums, Russlands und anderswo verfügbar sind, aber kaum genutzt werden, obgleich sie für das Gedeihen der Region östliche Ostsee noch heute wertvoll sind.

Dieser Schatz wird vernachlässigt, weil es zum einen im heutigen Lettland und Estland an Kenntnis des Deutschen – der Sprache, in der das meiste verfasst ist – mangelt, insbesondere aber, weil sein Gegenwartswert verkannt wird, denn seit der politischen Wende der 90er Jahre dominiert das Bestreben nach einen Neuanfang aus dem Nichts.

Die heutige Alleinherrschaft egoistischen Wirtschaftens, das Fehlen des Gegengewichts, von Systemen, in denen die Förderung der Gesellschaft und der Durchschnittsbürger im Zentrum steht, zeigt, dass die EU-Volkswirtschaften an der östlichen Ostsee unvollständig und ungleichgewichtig sind, was nicht nur das Gedeihen der Volksgemeinschaften an der östlichen Ostsee behindert, sondern Konvergenz und Kohäsion in Europa untergräbt. Die Stiftung will Strukturverbesserung anregen.

Sie will schwergewichtig die vordem vorbildliche und erfolgreiche regionale Kultur des gemeinnützigen und gruppenstützenden Wirtschaftens erforschen, die von den Nachfolgestaaten Livlands, Estland und Lettland, in der Zwischenkriegszeit, unter schwierigeren Verhältnissen als heute, erfolgreich weitergeführt wurden. Es sollen praxisrelevante Orientierungshilfen für die Herausforderungen in der Welt von heute und morgen zu gewonnen werden.

Zugleich sollen Verbindungen mit den in Westeuropa, vor allem in Deutschland, bis heute erfolgreich arbeitenden gemeinwesen-orientierten Systemen wiederhergestellt und für die Region östliche Ostsee – EU und jenseits der EU-Grenzen - nutzbar gemacht werden.

Ebenso, wie Brücken zu natürlichen Partnern im Westen unterstützt werden, sollen Gemeinschaftlichkeiten zwischen den Nachbarn an der östlichen Ostsee voran gebracht werden, insbesondere zwischen Lettland und Estland, Ländern, die durch Livland über Jahrhunderte eins waren. Die Grenzen in der EU sind gefallen, das Verbindende soll nicht durch nationalistische Gräben behindert werden.

Die Stiftung ist eng mit ihrer estnischen Schwester-Einrichtung, der (estnischen, Registername „Läänemere Keskkonna- ja Regionaalarenduse Sihtasutus“) „Ostsee-Stiftung für Umwelt- und Regionalentwicklung“ verbunden und mit dem „Baltischen Christlichen Bund e.V.“ (Haus Annaberg) in Bonn-Friesdorf.

Ihr satzungsgemäßer Zweck ist die

"Aktivierung des mit den europäisch-deutschen Traditionen verknüpften gemeinnützigen und gruppenfördernden Kulturerbes Lettlands und Estlands, den Nachfolgern Livlands, um dieses für die Herausforderungen von heute und morgen, für die Überwindung der in der Zeit des Zweiten Weltkrieges und danach entstandenen Gräben zwischen Ost und West nutzbar zu machen."

Dies wird insbesondere verwirklicht durch

"Anwendungsorientiertes Aufarbeiten von Dokumenten und anderer historischer Quellen, im Zusammenwirken mit Personen und Institutionen im Ostseeraum.

Bereitstellung des Anwesens des Stifters (Grundbuch von Unkelbach beim Amtsgericht Sinzig, Flur 9, Flurstücke 2290/1552 und 2292/1553/1) für ein Studien- und Dokumentationszentrum („Livland-Haus am Rhein“) und Erhaltung dieses denkmalgeschützten „Fränkischen Weinbauerngehöftes“, soweit und so lange es dem eingangs genannten Hauptzweck der Stiftung zur Verfügung steht.

Veranstaltungen und Publikationen, um Initiativen in den baltischen Ländern und in Deutschland, in Gang zu setzen, um mit gemeinwesen-förderlichen Verhaltensweisen und Einrichtungen die Bürger und die Volksgemeinschaften an der östlichen Ostsee zu stärken, sowie um zur Überwindung der Barrieren zwischen den baltischen Staaten und, nicht zuletzt, gegenüber Deutschland beizutragen.

Unterstützung von Einrichtungen, die im Sinne der Zielsetzung der Stiftung mitwirken und von jüngeren Menschen, die sich engagieren."


Die (estnische) OSTSEE-STIFTUNG FÜR UMWELT- UND REGIONALENTWICKLUNG (kurz: OSTSEE-STIFTUNG wurde 2005 von sieben Stiftern (Esten. eine Estland-Schwedin und ein Deutscher) errichtet.

Die Stiftung geht ihre Arbeitsfelder - Umwelt- und Regionalentwicklung - unter Einbeziehung des gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Umfeldes in der Ostseeregion (West und Ost) an.

Dies bedeutet enges und dauerhaftes Zusammenwirken mit Land und Leuten, sowie mit dem Gemeinwohl verpflichteten öffentlichen und privaten Einrichtungen im Lande ihres Sitzes (Estland) und rund um die Ostsee, als auch mit anderen Institutionen, die auf die Ostseeregion einwirken, vor allem mit denjenigen der Europäischen Union.

Die Stifter sind davon überzeugt, dass nachhaltige Fortschritte für das Gemeinwohl allein durch entschiedenes Engagement der Bürger der Ostseeländer - alte und neue EU-Länder und bei den Nachbarn jenseits der EU-Grenzen - bewirkt werden können.

Materielle Zuwendungen könnenbei der Verwirklichung ihrer Ziele helfen, doch dürfen sie nicht an die Stelle von Eigenanstrengungen treten.

Die Aufgaben, denen sich die Stiftung stellt, sind gewaltig und langwierig. Die Institution benötigt deshalb Mitstreiter, die sich langfristig engagieren und zu Opfern - vor allem zur persönlichen Mitwirkung - bereit sind. Sie hat dabei nicht zuletzt Angehörige der sog. alten EU-Länder im Auge.

Die Kapitalausstattung der Ostsee-Stiftung ist noch bescheiden, weil die Stifter nur zu geringen Beiträgen in der Lage waren.

Die Stiftung ist eine ausbaufähige Plattform für gemeinwesen-fördernde Aktivitäten verlässlicher Träger, die ihrer Zielrichtung nicht widersprechen.