2012-01-13 14:22:55

BALTIKUM UND DEUTSCHLAND - MITEINANDER IN DER EU - AUS DER GESCHICHTE LERNEN
2012-01-13 14:17:28

DEMONSTRATIONSOBJEKT SPARKASSEN


Kapitel

ROTER FADEN IN DER KULTURGESCHICHTE

URSPRÜNGE DES BALTISCHEN GEMEINWESEN-ORIENTIERTEN FINANZWESENS
Gotteskasten und Gemeiner Kasten
Sparkassen im Zarenreich
Kollektivistische und gruppenfördernde wirtschaftliche Selbsthilfe

DENKWÜRDIGES AM ENDE DES ERSTEN WELTKRIEGES
Ostland. Neudeutsche Wirtschaftsgesellschaft
Mitwirkende Sparkassen
Diskussionspunkt Sparkassen

FORTSETZUNG IM ZWEITEN WELTKRIEG
Deutsche Besatzung des Baltikums
Ergänzend: Nationalsozialismus in Polen und Deutschbalten-Ansiedlung

AUFBAU WEST-DEUTSCHLANDS NACH DEM KRIEGE, FÖRDERUNG DER GRENZGEBIETE ZUM OSTEN UND WEST-BERLINS, SOWIE DER NEUEN DEUTSCHEN BUNDESLÄNDER

WENDE IM NICHT-DEUTSCHEN OSTEN

DAS FEHLEN EINES GEMEINWESEN-ORIENTIERTEN GEGENGEWICHTES GEGEN DAS REIN PROFITORIENTIERTE FINANZWESEN IM OSTEN EUROPAS

WAS MUSS JETZT, WO UND WIE KONKRET GESCHEHEN?
Gemeinschaftlichkeit der baltischen Länder
EU-Verpflichtung der Sparkassen-Gruppe
Wünschenswerte Mitwirkung von Genossenschafts-Kreditinstituten
Zentrale Bedeutung: Vertrauensbildung durch strenge Selbstkontrolle

SCHLUSSBEMERKUNG

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ROTER FADEN IN DER KULTURGESCHICHTE

Am Beispiel der BEZIEHUNGEN der deutschen Sparkassen ZUR ÖSTLICHEN OSTSEE wird eine, trotz aller Brüche KONTINUIERLICHE, nach Ost und West in Europa wirkende ENTWICKLUNGSLINIE, der ROTE FADEN, dargestellt werden.

Die Absicht ist NICHT eine RÜCKSCHAU AUF ABGESCHLOSSENES, endgültig VERGANGENES, sondern vielmehr ein Anstoß zur AKTIVIERUNG des Deutschland und dem Baltikum GEMEINSAMEN ERBES der GEMEINSCHAFTS-FÖRDERLICHEN WIRTSCHAFTSKULTUR, um eine tragfähige ORIENTIERUNG FÜR DIE HERAUSFORDERUNGEN VON HEUTE UND MORGEN in der EU zu erarbeiten.

Die Innovations-STRÖME verliefen früher KEINESWEGS nur in einer Richtung, vom ‚FORTSCHRITTLICHEN’ Deutschland in den ‚RÜCKSTÄNDIGEN’ Osten.

Ebenso IRRIG ist die – vornehmlich im Osten immer noch verbreitete - Sicht, dass deutsche Macht .im Baltikum EIGENSTÄNDIGES überlagert oder gar VERDRÄNGT habe. Von alters her hat vielmehr dort Gewachsenes eine ebenso gewichtige Rolle gespielt und IN RICHTUNG OST UND WEST GESTALTEND gewirkt.

Dies gilt, nicht zuletzt, für die hier IM VORDERGRUND stehende ALLTAGSKULTUR, in der bodenständige ELEMENTE mit übernommenen zu Nutzbringendem VERSCHMOLZEN. Auf dieser Grundlage steht – in Deutschland, ebenso wie im Baltikum - die BÜRGERLICHE WIRTSCHAFTLICHE SELBSTHILFE, um deren RÜCKKEHR INS BALTIKUM es hier geht.

Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass Deutschland und das Baltikum in EINE KULTURGEMEINSCHAFT mit VOLKSTUMSTYPISCHEN BESONDERHEITEN eingebunden sind, eine Besonderheit im KONTINENTAL-EUROPÄISCHEN KULTURKREIS. Diese NÄHE wird insbesondere in ESTLAND und LETTLAND empfunden, während DEUTSCHLAND das GEMEINSCHAFTLICHE eher VERDRÄNGT.

Die Jahrhunderte währende DEUTSCH-LIVLÄNDISCH-BALTISCHE SYMBIOSE wurde DURCH MISSETATEN der Schergen Hitlers und Stalins in wenigen Jahren VERNICHTET. Wendet sich Deutschland nicht dem Baltikum und, vor allem, seinen dringenden Nöten zu, SETZT es das VERNICHTUNGSWERK FORT.

Der KALTE KRIEG riss den WESTLICHEN UND den ÖSTLICHEN TEIL DER KULTUREINHEIT noch weiter auseinander und entfremdete sie mehr und mehr. Das ist leider TROTZ inzwischen GEFALLENER GRENZEN IN DER EU noch bis heute der Fall.

Unterstützung für den dringend erforderlichen NEUANFANG erfordert DEUTSCHE VORLEISTUNG. Das BALTIKUM ist von der VERNICHTUNG seiner alten WIRTSCHAFTSKULTUR so tief getroffenen worden, dass VON DORT DERZEIT KEINE von INITIATIVGRUPPEN getragene ANFANGSBEITRÄGE erwartet werden können.

Sobald der RÜCKHALT bei wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreichen BEI ‚NATÜRLICHEN’ AUFBAUPARTNERN IM WESTEN – VOR ALLEM IN DEUTSCHLAND – sicher ist, werden rasch IM BALTIKUM selbst BRÜCKENKÖPFE für den weiteren Aufbau entstehen.

Die bis heute weltweit führenden DEUTSCHEN GEMEINNÜTZIGEN UND GRUPPENFÖRDERNDEN WIRTSCHAFTS-INSTITUTIONEN müssen Wege finden, um der ÖSTLICHEN DIMENSION DER eigenen
KULTUR wieder zur Geltung zu bringen. Die HERAUSFORDERUNG gilt vor allem für ÖFFENTLICHE Institutionen, nicht zuletzt die SPARKASSEN.

In baltischen, ebenso wie in deutschen Archiven sind REICHHALTIGE Schrifttums-SCHÄTZE nutzbar, die unmittelbar oder nach unschwer zu bewerkstelligenden Aktualisierungen für das WIEDERERSTEHEN eines AUF NORMALBÜRGER und das GEMEINWESEN AUSGERICHTETES FINANZWESEN einsetzbar sind.

Übrigens: Was immer im BALTIKUM an ZUKUNFTSGESTALTUNG unternommen wird, erregt – heute, ebenso wie früher - weiter ÖSTLICH AUFMERKSAMKEIT.

Diese SKIZZE IST PRAGMATISCH angelegt. Sie soll zu aller erst in Richtung Deutschland und Baltikum BEWUSSTSEINSBILDEND wirken.

Das Engagement beim WIEDERENTSTEHEN von SPARKASSEN, Genossenschaftsbanken und WIRTSCHAFTSVEREINEN AUF GEGENSEITIGKEIT (Spar- und Darlehens- und Versicherungskassen) in der baltischen Region würde eine POSITIVE RÜCKKOPPLUNG auf die Aufbauhelfer selbst bewirken, nämlich die für die MOTIVIERUNG der Kooperationspartner unerlässliche RÜCKBESINNUNG auf die ihnen eigenen KERNMANDATE.

Dies erscheint insbesondere für die Gruppe der SPARKASSEN-LANDESBANKEN angesichts der, nicht zuletzt wegen der durch eigene VERSÄUMNISSE verursachten Probleme (Stichworte: NICHTEINBEZIEHEN der LANDESBANKEN IN die VERBANDSPRÜFUNG) heilsam und damit ZUKUNFTSSICHERNDE INNOVATIONEN inspirierend,.

Das Aufarbeiten des allzu lange Vernachlässigten ist ZEIT- UND RESSOURCENAUFWENDIG und muss gerade DESHALB SOFORT beginnen.

Ein erstes zu erbringendes Opfer ist das LESEN dieser, situationsbedingt nicht in wenigen Zeilen zu bewerkstelligenden AUFZEICHNUNG, vom Anfang BIS ZUM ENDE. EUROPA DANKT.

URSPRÜNGE DES BALTISCHEN GEMEINWESEN-ORIENTIERTEN FINANZWESENS


Im MITTELALTER kümmerten sich die RITTERORDEN (Deutscher und Livländischer Orden, später vereinigt) im Rahmen ihrer MANDATE auch um FINANZIELLE ANGELEGENHEITEN FÜR die RITTER, für die KORPORATION und für ihre AUFGABEN. Einzelne BAUSTEINE DES MODERNEN FINANZWESENS sind bereits auszumachen.

Das, was VON den aus dem deutschsprachigen Raum stammenden KAUFLEUTEN UND HANDWERKERN IM ÖSTLICHEN OSTSEERAUM in ihren STÄDTEN aufgebaut wurde, enthält bereits für das moderne gruppen- und gemeinschaftsfördernde Finanzwesen TYPISCHE ELEMENTE, die in spätere Gestaltungen einmündeten..

Im BÄUERLICHEN Umfeld herrschten AN DER ÖSTLICHEN OSTSEE noch bis in die jüngere Vergangenheit NATURALTAUSCH und NACHBARSCHAFTSHILFE vor, gelegentlich begleitet von NOTHILFEN mildtätiger Landherren für ihre Abhängigen, wie überall in Europa.

Erst mit den Umwälzungen IM 19. JAHRHUNDERT, mit modernerer Landwirtschaft, größeren Freiheiten der Bauern und ALLGEMEINER VOLKSBILDUNG in der Stadt auf dem Lande, fassten auch im Baltikum GENOSSENSCHAFTLICHE Ideen Fuß.

Gotteskasten und Gemeiner Kasten

In der frühen Neuzeit, insbesondere nach der Glaubens-REFORMATION, entstanden IN DEN STÄDTEN LIVLANDS und seiner Nachbarschaft, KARITATIV-MILDTÄTIGE (für Spitäler und Armenhäuser) und, bald darauf auch GEMEINNÜTZIG (für Bürger-Bildung) wirkende STIFTUNGEN.

Sofern derartige Einrichtungen von der Kirche betrieben wurden, hießen sie GOTTESKASTEN (Aus ‚Kasten’ wurde ‚Kasse’). Wenn sie in der Hand der städtischen Obrigkeit, des Rates, waren, nannte man sie GEMEINER KASTEN.

Vor allem die GOTTESKÄSTEN waren VERMÖGEND. Aus Spenden und Vermächtnissen entstanden, neben Geldschätzen, städtisches und ländliches (mit Verfügungsgewalt über Leibeigene) GRUNDVERMÖGEN. Die Kirchen suchten, die Werte zu erhalten und zugleich Überschüsse zu erzielen, um ihre satzungsgemäßen GRUNDAUFGABEN KONTINUIERLICH erfüllen zu können..

Die WACHSENDEN HERAUSFORDERUNGEN für die STÄDTE im Verlauf der wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, vor allem seit Beginn der sog. INDUSTRIELLEN REVOLUTION, weckten zunehmend BEGEHRLICHKEITEN DER POLITISCH MÄCHTIGER gewordenen, aber FINANZIELL ständig ÜBERFORDERTEN STÄDTE GEGENÜBER den üppig ausgestatteten GOTTESKÄSTEN.

Die GEMEINEN KÄSTEN VERSCHULDETEN SICH, bisweilen übermäßig, auch gegenüber den Darlehen gewährenden Gotteskästen. Das führte schließlich zu der Lösung, die GOTTESKÄSTEN IN DEN GEMEINEN KÄSTEN AUFGEHEN zu lassen (wie das Beispiel aus Reval/Tallinn zeigt, das sicherlich anderswo in der baltischen Nachbarschaft Parallelen hatte).

Das lässt sich als die GEBURTSZEIT des baltischen STADTBANKENWESENS – in Deutschland Sparkassen genannt – bezeichnen.

(Literatur: Fr. Bienemann. Aus Livlands Luthertagen. Reval. 1883. Verlag von Franz Kluge. Kapitel: Stadtarchivar Dr. Schiemann. Historische Deduction über das VERMÖGEN DER REVALER LUTHERISCHEN KIRCHEN und über den sogenannten GOTTESKASTEN. Reval. 1887. Gedruckt bei Lindfors’ Erben).

Sparkassen im Zarenreich

Erwähnenswert ist, was das ENTSTEHEN GEMEINWESEN-ORIENTIERTER BANKEN FÜR STADT UND LAND IN den heutigen Ländern LETTLAND und ESTLAND angeht, eine RUSSISCHE QUELLE VON 1907.

Es handelt sich um die ‚NORMALSTATUTEN DER LEIH- UND SPARKASSEN UND KLEINKREDITS-ANSTALTEN NEBST BRIEFWECHSEL MIT DER VERWALTUNG DES KLEINKREDITS ÜBER ORGANISIERUNG DER ERWÄHNTEN KREDITANSTALTEN IN LIVLAND’.

(Quelle: Nachlass der Livländischen Gemeinnützigen und Ökonomischen Sozietät – Registernummer 2373 des Estnischen Historischen Archivs – Ajalooarhiiv – Tartu/Dorpat)

Die RUSSISCHE REGELUNG VERSCHMILZT vergleichbare ANSÄTZEN im DEUTSCHEN REICH (von 1871), VON BÜRGERN GETRAGENE, staatlich erwünschte FINANZIERUNGSSYSTEME für die Zielgruppe MITTLERE UND KLEINERE EINKOMMENSBEZIEHER zu schaffen.

Die MOTIVE Russlands waren:


- GESELLSCHAFTLICHE UNGLEICHGEWICHTE, vor allem in den Städten, AUSZUGLEICHEN und zugleich attraktive BÜRGERNAHE FINANZIERUNGS- UND GELDANLAGEMÖGLICHKEITEN zu schaffen (= in Deutschland: SPARKASSEN in der Trägerschaft von Gebietskörperschaften oder – wie heute noch in Norddeutschland anzutreffen – unter dem Dach gemeinnütziger kommunaler Stiftungen),

- die KONKURRENZFÄHIGKEIT KLEINER GEWERBETREIBENDER zu heben (= in Deutschland: GENOSSENSCHAFTSBANKEN mit unbeschränkter oder beschränkter Haftung, der sog. Schulze-Delitzsch-Typ) und schließlich,

- UMSTÜRZLERISCHEN BEWEGUNGEN unter den Verarmten in der Stadt, aber auch auf dem Land, ENTGEGENZUWIRKEN (= in Deutschland: SPAR- UND DARLEHENSKASSEN in Form von Genossenschafen oder Wirtschaftsvereinen auf Gegenseitigkeit, häufig verbunden mit Bezugs- und Absatz-Hilfseinrichtungen, der sog. Raiffeisen-Typ),


Diese Lösung wurde – wie ebenfalls in Deutschland – VON STAATS WEGEN UNTERSTÜTZT, nicht nur durch Muster-Statuten, sondern zudem durch die EINBINDUNG IN FÖRDERPROGRAMME, vor allem solche für die bäuerliche Landwirtschaft.

Die russischen Regeln waren, für die damalige Zeit, so FORTSCHRITTLICH, dass sie in LETTLAND und ESTLAND AUFRECHT ERHALTEN BLIEBEN, bis sie in NOVELLIERUNGEN einmündeten.

Gerade diese Regelung aus der Spätzeit des Russischen Reiches erscheint deswegen hervorhebenswert, weil sie noch NICHT VON den im 20. Jahrhundert so verwüstend wirkenden NATIONALISTISCHEN AUSWÜCHSEN INFIZIERT ist, die bis heute den KLAREN BLICK AUF TRAGFÄHIGE OPTIONEN FÜR unser aller ZUKUNFT IN DER EU vernebeln.

Kollektivistische und gruppenfördernde wirtschaftliche Selbsthilfe

KOLLEKTIVISTISCHE FINANZINSTITUTE DER ARBEITERSCHAFT blieben – in Russland, ebenso wie in Deutschland – von der öffentlichen Hand UNBERÜCKSICHTIGT, weil diese Modalität den in Russland, wie auch in Deutschland, sozialistisch-gewerkschaftlichen Kreisen entsprang.

Derartiges wurde nur AUßERHALB RUSSLANDS – das SOWJETISCHE RUSSLAND durchaus EINSCHLIESSEND – nämlich durch zionistische Auswanderer in PALÄSTINA (Bank Hapoalim), sowie in Deutschlands und Österreichs GEWERKSCHAFTSBANKEN verwirklicht.

(Eine Beschreibung der baltischen, vor allem im ländlichen Raum überall präsenten, heute nachhaltig ausgetilgten, GENOSSENSCHAFTSBANKEN und WIRTSCHAFTSVEREINE AUF GEGENSEITIGKEIT für das Spar- und Darlehens- und das Versicherungswesen – die in der Zeit ZWISCHEN DEN BEIDEN WELTKRIEGEN wesentlich für die NAHRUNGSVERSORGUNG und für das Erwirtschaften von Devisen waren - sowie der GRUNDKREDIT-INSTITUTE DES ADELS und ihrer NACHFOLGER in den nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen BALTISCHEN REPUBLIKEN - wird folgen.)

DENKWÜRDIGES AM ENDE DES ERSTEN WELTKRIEGES

Ostland. Neudeutsche Wirtschaftsgesellschaft

Zunächst – wörtlich und unkommentiert – (auszugsweise) ein kaum bekanntes historisches Dokument über DEUTSCHLAND-BALTIKUM-BEZIEHUNGEN im SPARKASSENWESEN’:

(Quelle: Akte der ökonom. Sozietät = Livländische Gemeinnützige und ökonomische Sozietät. OSTLAND. NEUDEUTSCHE WIRTSCHAFTSGESELLSCHAFT m.b.H., Berlin. Verhandlungen der Ostland, Neudeutsche Wirtschaftsgesellschaft m.b.H., im Landeshause zu Berlin am 23. April 1918. DIE WIRTSCHAFTLICHE ANGLIEDERUNG DES NEULANDES IM OSTEN. Angefangen 18. Mai 1918. Beendet 31. August 1918. Nr. 2640, Ajalooarhiiv = Estnisches Historisches Archiv. Tartu/Dorpat)

Zentrale Absicht der ‚Ostland’ war die WIRTSCHAFTLICHE - nicht etwa die staatliche – ANGLIEDERUNG der ehemaligen russischen Ostseeprovinzen (ALT-ESTLAND und LIVLAND), sowie des Teilgebietes LITAUEN des Gouvernements Polen an Deutschland.

Die Tagung fand GANZ KURZ VOR DER ABDANKUNG DES DEUTSCHEN KAISERS und angesichts der absehbaren MILITÄRISCHEN NIEDERLAGE Deutschlands und der im Entstehen begriffenen POLITISCHEN NEUGLIEDERUNG (Motto des Völkerbundes: Pufferstaaten) im Raum der ehemals russischen Herrschaftsgebiete an der Ostsee statt.

Mitwirkende Sparkassen

(laut Tagungs-Protokoll)
‚Anwesenheitsliste, II. Gäste, 3. Sparkassenwesen:

Bürgermeister Löcke, Arnsberg, Vorsitzender des RHEIN. WESTF. SPARK.-VERBANDES und stellvertr. Vorsitzender des DEUT. SPARKASSEN-VERBANDES UND RHEIN.-WESTF. SPARKASSEN-VERBAND.
Bürgermeister Grootens, Büttgen bei Neuß, RHEIN.-WESTF. SPARKASSEN-VERBANd
Oberbürgermeister Klußmann, HANN. SPARKASSEN-VERBAND
Geh. Reg.-Rat Rietzsch, Görlitz, SCHLES. SPARKASSEN-VERBAND
Stadtrat Prescher, Breslau, SCHLES. SPARKASSEN-VERBAND
Stadtrat Krieger, Königsberg i.P., OST- UND WESTPR. SPARKASSEN-VERBAND
Bürgermeister Tröger, Sulzbach i.Oberpfalz, LANDESVERBAND BAYER. SPARKASSEN UND GIROVERBAND BAYER. SPARKASSEN
Bürgermeister Machowicz, Schöneberg, BRANDENBURG. SPARKASSEN-VERBAND und SPARKASSE DER STADT BERLIN-SCHÖNEBERG
Stadtkämmerer Scholtz, Charlottenburg, BRANDENBURGISCHER SPARKASSEN-GIROVERBAND und SPARKASSE DER STADT CHARLOTTENBURG
Justizrat Hein, Schleswig, stellvertr. Vorsitzender des SCHLESW.-HOLST. SPARKASSEN-VERBANDES
Direktor Dr. Petersen, Kiel, Geschäftsführer des SCHLESW.-HOLST. SPARKASSEN-VERBANDES
Geh. Justizrat Mickel, Darmstadt, HESSISCHER SPARKASSEN-VERBAND
Landesbankrat a.D., Reusch, Sparkassendirektor Berlin, SPARKASSE DER STADT BERLIN
Stadtrat Jursch, Berlin, DEUTSCHER ZENTRAL-GIRO-VERBAND
Schöne, Direktor der Sparkassen-Girozentrale, Hannover, HANN. SPARKASSEN-GIRO-VERBAND’

Diskussionspunkt Sparkassen

’Berichterstatter Dr. Ramin, Berlin: Wir müssen ferner für die Papiere des Neulandes, in erster Linie eben für die Pfandbriefe, die rechtliche Eigenschaft der MÜNDELSICHERHEIT im Reichsgebiet erwirken. Der Weg, auf dem wir das für erreichbar halten - es ist in erster Linie an ZWISCHENSTAATLICHE VERHANDLUNGEN DER IN BILDUNG BEGRIFFENEN NEUSTAATEN MIT DEM REICHE gedacht -, wird in einem späteren Vortrage behandelt werden. Die „Ostland“ glaubt jedenfalls durchaus darauf rechnen zu dürfen, dass die Papiere im Reichsgebiet „mündelsicher“ sein werden. Denn hiervon hängt die Liquidität des Landes in so großem Umfange ab, dass ich ohne diese Mündelsicherheit den neuen Gebieten eine auch nur einigermaßen ersprießliche Entwicklung nicht zusprechen möchte.
Also meine Herren, ich glaube, die Frage des mündelsicheren Kredits ist in der Theorie von uns gelöst. Wir haben praktisch bewiesen: DER WEG IST GANGBAR. Wir haben natürlich bei unseren bescheidenen Arbeitskräften jetzt noch keine bestimmte Summe schwarz auf weiß. Die Herren von den Sparkassen, die ja vielleicht heute hier noch zu Worte kommen werden, werden mir zugeben, dass dieses auch unmöglich ist. WIR HABEN ÜBER 5000 KASSEN, wir haben SOUNDSOVIEL VERSICHERUNGSGESELLSCHAFTEN, die wir zu bearbeiten haben. Aber das eine wissen wir, wir werden diese mündelsichere Anleihe unterbringen. MINDESTENS ein Betrag von 100 MILLIONEN MARK ist uns sicher. Wir haben stark begründete AUSSICHTEN, AUF EIN VIELFACHES dieser Summe zu kommen.
Meine Herren, neben der REGELUNG des Kreditsystems, auch DES NICHT MÜNDELSICHEREN KREDITSYSTEMS DURCH EINE ENTSPRECHENDE BANKENORGANISATION UND GENOSSENSCHAFTLICHE ORGANISATION kommt späterhin noch in Frage die rein industrielle Ausnutzung der BODENSCHÄTZE des Landes...........Wir haben an gemeinnützigen Korporationen, die hier in Frage kommen könnten, noch sehr wichtige; das sind die GENOSSENSCHAFTEN, die ja auch durch ihre SPAR- UND DARLEHENSKASSEN Geldsammelstellen ersten Ranges sind.’

’Vorsitzender: Will nicht einer der Herren aus den Sparkassenverwaltungen sich vielleicht auch noch äußern?’
’Bürgermeister Löcke, Arnsberg i.W., STELLVERTRETENDER VORSITZENDER DES DEUTSCHEN SPARKASSENVERBANDES: Meine Herren, die von Herrn Dr. Ramin vorhin ausführlich entwickelten ZIELE UND BESTREBUNGEN DER OSTLAND verdienen zweifellos allgemeine ANERKENNUNG UND ZUSTIMMUNG. Dese ZUSTIMMUNG finden Sie auch BEI DEM DEUTSCHEN SPARKASSENVERBANDE, den zu vertreten ich heute beauftragt bin. Der Deutsche Sparkassenverband bringt den Bestrebungen der Ostland ein warmes Interesse entgegen. Er erblickt in der Erfüllung der Aufgabe der FINANZIELLEN BETEILIGUNG DER SPARKASSEN EINE ARBEIT, DIE DERJENIGEN DER ERFÜLLUNG DER LOKALEN PFLICHTEN DER SPARKASSEN GLEICHWERTIG ist, und er wird sich ganz zweifellos AUS NATIONALEN GRÜNDEN, die ja, wie ich eben erwähnte, IM VORLIEGENDEN FALLE DEN LOKALEN INTERESSEN DER SPARKASSEN GLEICHZUSTELLEN sind, für die Bestrebungen der Ostland interessieren und seinen SPARKASSEN später auch die FINANZIELLE BETEILIGUNG EMPFEHLEN, sobald die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, nämlich sobald die Frage der Mündelsicherheit endgültig gelöst ist.’

’Hauptmann Freiherr von Gayl, Chef der Abteilung des Inneren, VERWALTUNG OBER-OST:...Meine Herren, wir begrüßen es mit Dank und Freude, dass hier auf wirtschaftlichem Gebiete die ersten Fäden – um in dem Bilde des Herrn Dr. Ramin zu bleiben – angeknüpft worden sind zwischen dem deutschen Neuland – so möchte ich es bezeichnen – und dem alten Heimatlande. Denn, meine Herren, es gibt nur eine Zukunft für diese Gebiete, und das ist die des engen Anschlusses an Deutschland. Die VERHÄLTNISSE haben es leider NICHT GESTATTET, diesen ANSCHLUSS SO ENG zu gestalten, WIE VIELE der Herren AUS DEM BALTIKUM und vor allen Dingen viele von uns es vielleicht GEWÜNSCHT haben. Diese Gebiete werden nicht Bestandteile des Reiches, sondern selbständige Staaten neben dem Reiche......’

FORTSETZUNG IM ZWEITEN WELTKRIEG


(Aus - mit nachfolgenden Zitaten - Jürgen Lewerenz. Banken im Baltikum. Gestern. Heute. Morgen? ISBN 3-7819-0590-X. 1997. Verlag Fritz Knapp GmbH, Frankfurt a.M. Geleitwort:. SPARKASSENSTIFTUNG FÜR INTERNATIONALE KOOPERATION, Dr. Helmut Geiger. Kapitel 2.4..
Zitate: Keiser, Günter. Der Aufbau des Kreditsystems im Ostland. Bankwirtschaft, Jg. 1943, Nr. 2, S. 229 ff. Keiser, Günter. Eine Emissionsbank und eine Bankenaufsichtsstelle für das besetzte Gebiet. Bank-Archiv; Zeitschrift für Bank- und Börsenwesen, Jg. 1940, Nr. 2, S. 27 ff. Emmendörfer, Arnulf. Geld- und Kreditaufsicht in den von Deutschland während des Zweiten Weltkrieges besetzten Gebieten. Eine völkerrechtliche Untersuchung über die geld- und kreditwirtschaftlichen Maßnahmen deutscher Besatzungsbehörden. Dissertation. Mainz. 1957)

Deutsche Besatzung des Baltikums

’Wenn auch die vorgenannten Banken gewinnbringend arbeiten konnten, so setzte die Verwaltung doch zum Erreichen ihres Zieles des Aufbaus eines FUNKTIONSFÄHIGEN BANKENSYSTEMS zuallererst AUF DIE AUF IHRE ZIELE AUSGERICHTETEN UND NACH IHREN VORSTELLUNGEN UMGEFORMTEN RESTBESTÄNDE DER SPARKASSEN UND GENOSSENSCHAFTSBANKEN, wohl nicht zuletzt, weil deren technisches Gerüst trotz der sowjetischen Eingriffsmaßnahmen noch nutzbar war.

Die SPARKASSEN waren um die FUNKTIONEN DER EHEMALIGEN STAATSBANKEN angereichert worden, wobei aber der langfristige Kredit wegen der Grundbuch-Unordnung noch Zukunftsmusik bleiben musste.

Eine NATIONALSOZIALISTISCHE Neuschöpfung für den gesamten baltischen Bereich war die GEMEINSCHAFTSBANK OSTLAND mit Sitz in Riga. Sie wurde die DACHEINRICHTUNG ÜBER SPARKASSEN UND GENOSSENSCHAFTSBANKEN. In Estland und Litauen erhielt diese Bank Zweigstellen.’

Anders als zwei Jahrzehnte zuvor, beabsichtigten die DEUTSCHEN MACHTHABER nicht eine wirtschaftliche Verschmelzung des Baltikums mit dem Deutschen Reich, sondern dessen AUSLÖSCHUNG, um damit FREIRAUM FÜR dem Regime erwünschte NEUSIEDLER zu schaffen. Die Sparkassen standen dabei nicht abseits.

Die schließlich SIEGREICHE SOWJETUNION VOLLENDETE – wenn auch in Verwirklichung eines andersartigen Konzepts – die von den Nationalsozialisten unternommene AUSLÖSCHUNG. BEIDE OKKUPANTEN-Mächte haben so NACHHALTIG ausgelöscht, dass heute in der baltischen Region NIRGENDWO ANZEICHEN für die früher überall präsente WIRTSCHAFTLICHE SELBSTHILFE mehr auszumachen ist. Selbst ERINNERUNG an das Frühere ist NICHT MEHR vorhanden.’

Ergänzend: Nationalsozialismus in Polen und Deutschbalten-Ansiedlung

Wörtlich aus dem:

Rechenschaftsbericht der (nationalsozialistischen) Haupttreuhandstelle Ost (HTO) über ihre Tätigkeit in den Jahren 1939 – 1942

’Für die Kreditversorgung und zur Erfüllung sonstiger bankmäßiger Funktionen stand in den eingegliederten (sc.: polnischen) Ostgebieten von vornherein ein gewisses, wenn auch zunächst loses Netz von volksdeutschen Instituten zur Verfügung, das allmählich durch Zulassung altreichsdeutscher Kreditinstitute oder durch NEUGRÜNDUNGEN (z.B. neuer DEUTSCHER SPARKASSEN) verdichtet wurde. Die HAUPTTREUHANDSTELLE OST hat bei diesem Neuaufbau BERATEND mitgewirkt, vor allem in der Richtung, den Zustrom unnötig zahlreicher Institute zu bremsen, um eine Übersetzung des Kreditapparates im Gegensatz zu den Verhältnissen von vornherein zu vermeiden.’

’Den UMSIEDLERN AUS DEN BALTISCHEN STAATEN.....folgten...... .....nach der Besetzung der Herkunftsgebiete durch die Sowjets...... Der Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums hat zur Durchführung des Vermögensausgleiches der Umsiedler die DEUTSCHE UMSIEDLUNGS-TREUHAND-G.M.B.H. geschaffen, mit der die HTO bei dem Einsatz der Umsiedler zusammengearbeitet hat......Um das Ziel der möglichst beschleunigten SESSHAFTMACHUNG der Umsiedler IN DEN EINGEGLIEDERTEN OSTGEBIETEN zu erreichen, sind zwischen der HTO und der DUT Vereinbarungen über die Zusammenarbeit getroffen worden.....Soweit der Umsiedler auf Grund des zurückgelassenen Vermögens einen Ausgleichsanspruch gegen das Reich hat, braucht er eine Bezahlung des Kaufpreises für den erworbenen Betrieb nicht zu leisten; dieser wird vielmehr gegen sein Ausgleichsguthaben verrechnet.’

AUFBAU WEST-DEUTSCHLANDS NACH DEM KRIEGE, FÖRDERUNG DER GRENZGEBIETE ZUM OSTEN UND WEST-BERLINS, SOWIE DER NEUEN DEUTSCHEN BUNDESLÄNDER

Genossenschaften und SPARKASSEN (und die hinter ihnen Stehenden) PROFITIERTEN IM DRITTEN REICH in mancherlei Hinsicht von der Gleichschaltung mit dem Wirken des politischen Systems. Deshalb gab es bei ihnen selten Gegenwehr.

Beide Gruppierungen konnten deshalb die KRIEGSZEITEN nicht nur überleben, sondern ihr EINFLUSS im deutschen Kreditwesen WUCHS sogar.

Das ENDE DER NATIONALSOZIALISTISCHEN HERRSCHAFT hat ihnen, allenfalls vorübergehend, Schaden zugefügt, zumindest was ihr Wirken in den unter der Kontrolle der Westmächte stehenden Besatzungs-Zonen (die spätere WESTDEUTSCHE Bundesrepublik Deutschland) angeht.

Beide Gruppierungen erlebten nicht nur KONTINUITÄT. Sie wurden zu wesentlichen FAKTOREN BEIM WIEDERAUFBAU (West-Deutschlands) nach dem Kriege.

Genossenschaftsbanken und Sparkassen wurden die WICHTIGSTEN finanziellen PARTNER für die REGIERUNG bei der Verwirklichung ihrer FÖRDERPROGRAMME.

Dem kamen (und kommen) die DEN STAATLICHEN AUFGABEN NAHEN GRUNDMANDATE zugute, nämlich GEMEINNÜTZIG zu sein (Sparkassen und die mit ihnen eng verbundenen LANDESBANKEN) oder für die Gesamtwirtschaft AUSSCHLAGGEBENDE GRUPPEN, vor allem diejenigen des Mittelstandes, zu UNTERSTÜTZEN (Genossenschaftsbanken).

Die (von Gebietskörperschaften getragenen, nicht aber die Freien) SPARKASSEN sind zudem – bis heute – als ÖFFENTLICH-RECHTLICHE Einrichtungen und damit Bestandteil des staatlich-kommunalen WIRKUNGSVERBUNDES.

Hilfreich für beide Gruppen war darüber hinaus, dass der größte Teil der BÜRGER GELD VOR ALLEM BEI SPARKASSEN UND GENOSSENSCHAFTSBANKEN hielt (was bis heute der Fall ist) und dass beide Gruppen dadurch in der Lage waren, KOMPLEMENTÄRE FINANZIERUNGEN (nicht selten durch STAATSBÜRGSCHAFTEN abgesichert) anzubieten, was die WIRKUNG DER STAATSZUSCHÜSSE MULTIPLIZIERTE.

Später traten ergänzend die öffentlichen PROGRAMME für die RANDGEBIETE ZUR SOWJETISCH BESETZTEN ZONE (später Deutsche Demokratische Republik - DDR) UND FÜR WEST-BERLIN hinzu.

Letzteres war das VORSPIEL FÜR die öffentlich geförderte ANGLEICHUNG der zusammengebrochenen Regionen im OSTEN DEUTSCHLANDS (sog. neue Bundesländer, hervorgegangen aus der Deutschen Demokratischen Republik) an den Westen UND des AUSBAUS von deren Leistungsfähigkeit.

Der Umbau im Osten war KEIN mit der Bevölkerung DEMOKRATISCH ABGESTIMMTER WIEDERAUFBAU, von einem ausdiskutierten Schritt zum nächsten, in bewusst gemachten Vorkriegs-Traditionen.

Das ÜBERSTÜLPEN des Westdeutschen war unter den Gegebenheiten wohl unausweichlich, geschah aber dennoch, rückschauend, ÜBERSTÜRZT und unorganisch.

Die DDR, Bevölkerung und Gebiet, wurden quasi ANNEKTIERT, wogegen nur WENIGE – unter diesen vor allem die vormals Führenden und die bei der Wende materiell zu kurz Gekommenen – ernsthafte VORBEHALTE hatten.

WENDE IM NICHT-DEUTSCHEN OSTEN

Die ERFAHRUNG MIT DER DEUTSCHEN WIEDERVEREINIGUNG führte zu bedenklichen FEHLSCHLÜSSEN, vor allem in den Gremien der EU, bei der Ausgestaltung der Hilfe für die ÖSTLICHEN REFORMLÄNDERN und bei diesen selbst, eingeschlossen die BALTISCHEN LÄNDER.

Die Erwartung war IRRIG, nach der politischen Wende werde auch IM nicht-deutschen OSTEN, VON SELBST all das WIEDERERSTEHEN, was dort, BIS ZUM ZWEITEN WELTKRIEG, wie im Westen, VORHANDEN war.

Man meinte, GERINGE, über Genossenschaften und Sparkassen, als natürliche Wiederaufbaupartner, geleitete STARTHILFEN würden ausreichen, überall in OSTEUROPA traditionelle VERHALTENSWEISEN und STRUKTUREN BÜRGERLICHER SELBSTORGANISATION ZURÜCKKEHREN zu lassen.

Der Westen nahm nicht zur Kenntnis, dass sich der PROFESSIONELLE NACHWUCHS im Osten, angesichts der Präferenz für das Englische (welches das bis dahin vorherrschende Russische abgelöst hat) als Fremdsprache, sich auf ENGLISCHSPRACHIGEN LEHRSTOFF konzentrierte, in dem – verständlicherweise – BRITISCHE ODER AMERIKANISCHE PRAKTIKEN und gesellschaftliche SICHTWEISEN vorherrschen.

Beim NEUEINRICHTEN DER FINANZSEKTOREN im ehemals sowjetischen Machtbereich wurden folglich, von Behörden und Unternehmertum, die frisch erlernten ANGLOAMERIKANISCHEN KONZEPTE angewandt. Das kontinental-europäisch-deutsch-baltische ERBE DER WIRTSCHAFTSKULTUR erhielt keinen Raum. Es blieb UNBEKANNT, ein Zustand, der bis heute andauert.

Die KENNTNIS VON ALTERNATIVEN FEHLT trotz der Fehlschläge mit dem NAIV ADOPTIERTEN Modell, weil noch immer der WUNSCH vorherrscht, einen NEUANFANG AUS DEM NICHTS zu unternehmen und weil die inzwischen ZU ERFOLG GEKOMMENEN FÜRCHTEN, bei alternativen Ansätzen (z.B. US-typische geschlossene Spar- und Darlehensvereine; sowie zuschussabhängige Mikrofinanz-Institute) AUF DER STRECKE ZU BLEIBEN.

Erschwerend wirkt darüber hinaus, dass die oben angesprochenen ‚NATÜRLICHEN’ deutschen AUFBAUPARTNER BERÜHRUNGSÄNGSTE, auch zwei Jahrzehnte nach der politischen Wende – einer derjenigen ZWISCHEN DEN BEIDEN WELTKRIEGEN GLEICHEN PERIODE - mit allem im Osten haben.

Verlockende STAATLICHE FÖRDERUNGEN gibt es NICHT mehr. Die Träger von Wissen und Können müssten EIGENE BEITRÄGE leisten oder nicht-staatliche ZUSCHÜSSE mobilisieren, wozu ihre Entscheidungsträger aber NICHT BEREIT sind.

Bei den SPARKASSEN wirken zusätzlich die (infolge fehlender Selbstkontrolle) NEGATIVEN ENTWICKLUNGEN mit den durch spekulative Geschäfte ins Trudeln gekommenen LANDESBANKEN hindernd.

Die SPARKASSEN haben ihre AUSLANDSAKTIVITÄTEN auf die LANDESBANKEN übertragen, so etwa für den ÖSTLICHEN OSTSEERAUM auf die NORDLB (die sich zudem inzwischen aus diesem Raum zurückgezogen hat), die KEINESWEGS im Rahmen ihres GEMEINNÜTZIGEN GRUNDMANDATS operieren, sondern rein gewinnmaximierend.

Die GEMEINNÜTZIGKEIT ENDET für die Landesbanken AN DER DEUTSCHEN GRENZE, zumindest für das EU-Gebiet, eine UNVERANTWORTLICHE Verhaltensweise.

In der führenden Gruppierung der genossenschaftlichen Kreditinstitute, den VOLKS- UND RAIFFEISENBANKEN, und bei deren Verbänden unter dem Dach des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes, wirkt wohl vor allem die FURCHT VOR DER MITTELSTÄNDISCHEN KONKURRENZ AUS DEN NEUEN EU-LÄNDERN kooperationshemmend.

Unterbewusst oder zumindest uneingestanden sind das wenig rühmliche Verhalten beider Gruppierungen in der NATIONALSOZIALISTISCHEN ÄRA und die offiziell genährte VERDAMMUNG von allem aus dem Osten in der Zeit des KALTEN KRIEGES bis in unsere Tage virulent.

Leider spielen dieser ganz Europa schädigenden Ablehnung IMMER WIEDER handfeste Belege für FRAGWÜRDIGES VERHALTEN Einflussreicher im Osten in die Hände und vereiteln so Ansätze für einen wünschenswerten Neubeginn (z.B.: ‚Zuschanzen’ der Estnischen Sparkasse – HOIUPANK – an die inzwischen Teil der Swedbank gewordenen Hansapank durch die Estnische Zentralbank – Eesti Pank; Ausbeuten des Traditionsnamens Lettische Sparkasse – LATVIJAS KRAJBANKA – durch profitgierige Neu-Eigentümer, die das Institut schließlich ruinierten).

Nach der Wende im Osten REAKTIVIERTE jedes der baltischen Länder einige unter der Sowjetherrschaft auf Eis gelegte, URSPRÜNGLICH GEMEINNÜTZIGE BANKEN und vergab Betriebserlaubnisse für rein individualwirtschaftliche Zwecke.

Deren TRADITIONS-NAMEN erzeugten den Eindruck von VOLKSNÄHE, was den neuen Eigentümern erhebliche WETTBEWERBSVORTEILE und damit Zugang zu Geschäften mit HOHEN GEWINNERWARTUNGEN und zu BETEILIGUNGEN durch stärkere Finanzinstitute (s. Schlussabsatz dieses Kapitels) verschaffte.

(In dieses Geschehen passt die Entstehungsgeschichte des weiter oben erwähnten Buches - Jürgen Lewerenz. Banken im Baltikum. Gestern. Heute. Morgen? -, dem der vormalige Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes - Dr. Helmut Geiger - ein Geleitwort gab, weil die Sparkassen-Gruppe seinerzeit beabsichtigte, sich über die BETEILIGUNG an einer REPRIVATISIERTEN ehemaligen Landschaftsbank – Maapank - im baltischen Finanzwesen zu engagieren.

Das WIRTSCHAFTS-HISTORISCHE Werk war dem Verband in diesem Zusammenhang willkommen und wurde durch Kauf einer größeren Zahl von Exemplaren gefördert, die später an Ansprechpartner des Verbandes in Ost und West verteilt wurden.

Das Beteiligungsvorhaben wurde fallen gelassen, weil eine KONKURRENZ ZUR den deutschen Sparkassen nahestehenden schwedischen SWEDBANK VERMIEDEN werden sollte, die sich damals gerade bei der Hansapank einkaufte. Die damals von den Sparkassen ins Auge gefasste Bank ist heute Teil der SEB).

DAS FEHLEN EINES GEMEINWESEN-ORIENTIERTEN GEGENGEWICHTES GEGEN DAS REIN PROFITORIENTIERTE FINANZWESEN IM OSTEN EUROPAS

Die deutsche – und natürlich auch die baltische - Abstinenz beim WIEDERHEIMISCHMACHEN DES GEMEINWESEN-ORIENTIERTEN FINANZWESENS bedeutet, durch vorwerfbares Unterlassen die Entwicklung der EU und ihrer Glieder und ihrer Bürger zu GEFÄHRDEN und FREIBEUTERN trotz besseren Wissens unangemessene FREIRÄUME zu eröffnen.

Als Freibeuter werden hier diejenigen SKRUPELLOSEN GESCHÄFTSLEUTE bezeichnet, die Finanzgeschäfte angesichts der – notgedrungen – geringen Schlagkraft der SCHWACH AUSGESTATTETEN NATIONALEN FINANZWESEN-AUFSICHT WENIG GEGENWEHR gegen zweifelhafte, oft sogar ILLEGALE TRANSAKTIONEN (nicht nur Geldwäsche) befürchten müssen und die damit, auf Kosten der Allgemeinheit übermäßigen Profit einstreichen können.

Geschieht hier nicht umgehend Korrigierendes und Entgegenwirkendes von Seiten der Berufenen im Westen der EU, wäre das Wasser auf die Mühlen der europäischen und weltweiten KONKURRENZ VON SPARKASSEN UND GENOSSENSCHAFTSBANKEN, die sich, nicht zuletzt von britischen EU-Vertretern immer wieder unterstützt, für das ABSCHAFFEN der SÄULE GEMEINWESEN-ORIENTIERTES INSTITUTIONEN im deutschen und europäischen Finanzsektor stark machen.

Die deutschen SPARKASSEN (in gebietskörperschaftlicher Trägerschaft) und die LANDESBANKEN haben NICHT NUR den Auftrag, GEMEINNÜTZIG zu wirken, sie sind darüber hinaus EINRICHTUNGEN DES STAATSWESENS, deren GESTALTUNGSFREIHEIT dort ENDET, wo das WOHL DER EU und ihrer BÜRGER AUF DEM SPIEL steht. Sie sind geradezu VERPFLICHTET MITZUWIRKEN, wie angeregt, auch ohne konkreten Staatsauftrag.

WAS MUSS JETZT, WO UND WIE KONKRET GESCHEHEN?

Gemeinschaftlichkeit der baltischen Länder

Das Archivierte über INSTITUTIONEN und Personen, die früher im BALTIKUM ZUM VORTEIL VON BÜRGERN UND GESELLSCHAFT FÖRDERLICH wirkten ist so reichhaltig, dass deren Arbeitsweise, Organisation und Strukturen nahezu LÜCKENLOS nachvollzogen werden können.

Die Dokumentationen können für die HEUTIGEN BEDÜRFNISSE verwendet werden. Die INTERPRETATION unterstützende DEUTSCHE VERGLEICHSLITERATUR ist ebenfalls unschwer zugänglich.

SPRACHLICHE HINDERNISSE – Kenntnisse des DEUTSCHEN für das Studium der in dieser Sprache verfassten Hinterlassenschaften bzw. der BALTISCHEN SPRACHEN für Dokumentationen aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen – lassen sich, Kooperationsbereitschaft auf deutscher, wie auf östlicher Seite unterstellt, lösen.

Dass ZUSAMMENWIRKEN von LETTLAND und ESTLAND, sowie möglichst auch LITAUENS – NACHBARSCHAFTLICHE BALTISCHE KOOPERATION ist UNERLÄSSLICH. Dies vorausgesetzt, werden sich RASCH ERFOLG versprechende Ergebnisse einstellen, welche den ZIELGRUPPEN und die einzelnen VOLKSGEMEINSCHAFTEN zugute kommen.

Unterbleiben aber weiterhin deutsch-baltische und inner-baltische Zusammenarbeit, werden - im Gefolge der gegenwärtigen, spätestens aber einer nachfolgenden KRISE - dann NICHT MEHR AUSZUGLEICHENDE NEGATIVE KONSEQUENZEN die unausweichliche Folge sein.

Wegen des OFFENEN EU-Marktes würden, spätestens dann, alle in EUROPA GESCHÄDIGT. Es wird dann NICHT MEHR ÜBERLEBENDE DER KRISE geben, sondern NUR NOCH AUF DAUER GESCHÄDIGTE.

EU-Verpflichtung der Sparkassen-Gruppe

Die DEUTSCHE SPARKASSEN-LANDESBANKEN-GRUPPE ist nicht nur herausgefordert, sondern, wegen ihres öffentlich-rechtlichen Charakters, sogar VERPFLICHTET (s.o.), in Richtung neue EU-Länder aktiv und, wegen des von ihnen verwalteten Wissens und Könnens, FÜHREND zu wirken.

Das erfordert UMDENKEN und NEUAUSRICHTUNG des OPERIERENS JENSEITS DER DEUTSCHEN GRENZEN – zumindest für den EU-RAUM, für den Rücksichtnahme IM GLEICHEN MASSE zu gewährleisten ist, WIE IM DEUTSCHEN INLAND.

Das betrifft in erster Linie die zur EU gehörenden REFORMLÄNDER MIT NACHHOLBEDARF, unter diesen insbesondere die Deutschland KULTURELL eng VERBUNDENEN BALTISCHEN LÄNDER (= PILOTREGIONEN Lettland und Estland, die Nachfolger Livlands).

Die KRISE BEI DEN LANDESBANKEN eröffnet die CHANCE DER NEUAUSRICHTUNG, bei der die deutschen BUNDESLÄNDER als Mitträger der Landesbanken sich MIT den Verbänden der SPARKASSEN, ebenfalls Mitträger und an den Problemen Mitverantwortliche, abstimmen sollten.

Zeigt sich, dass die NEUAUSRICHTUNG IN ALLERNÄCHSTER ZUKUNFT NICHT zu verwirklichen ist, erscheint es geboten, dass die SPARKASSEN eine GEMEINSCHAFTSEINRICHTUNG mit dem WIEDERAUFBAU DES GEMEINNÜTZIGEN KREDITWESENS IN DEN NEUEN EU-LÄNDERN betrauen.

Das Werk kann unschwer IN KURZER FRIST BEGONNEN werden, denn die Sparkassen verfügen beim DEUTSCHEN SPARKASSEN- UND GIROVERBAND E.V. (DSGV) über eine GEMEINNÜTZIGE STIFTUNG, die SPARKASSENSTIFTUNG FÜR INTERNATIONALE KOOPERATION, die schon ERFAHRUNG in den REFORMLÄNDERN IN MITTEL- UND OSTEUROPA hat.

Es gibt neben den von Gebietskörperschaften getragenen Sparkassen die privatrechtlichen FREIEN SPARKASSEN, die von der LANDESBANKEN-MISERE KAUM BETROFFENEN sind, für die zwar KEINE Mitwirkungs-VERPFLICHTUNG besteht, deren MITWIRKUNG in mehrfacher Hinsicht besonders WÜNSCHENSWERT ist, nämlich weil sie der OSTSEEREGION ZUGEWANDT und weil sie als KAPITALGESELLSCHAFTEN - mit GEMEINNÜTZIGER ZIELSETZUNG - konzipiert sind.

Es ist nämlich im Osten - damit auch im Baltikum - WENIGER AUFWENDIG, KAPITALGESELLSCHAFTEN (in diesem Falle: mit gemeinnütziger Ausrichtung) zu gründen, ALS den gesetzlichen Rahmen für neue, noch dazu autonome, ÖFFENTLICH-RECHTLICHE GEBILDE zu entwickeln.

Wünschenswerte Mitwirkung von Genossenschafts-Kreditinstituten

Was die für den Wiederaufbau des GEMEINWESEN-ORIENTIERTEN FINANZWESENS durchaus relevanten GENOSSENSCHAFTLICHEN KREDITINSTITUTE angeht - seien dies Gliederungen des großen Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes e.V. (DGRV), die VOLKS- UND RAIFFEISENBANKEN, oder anderen Verbänden angehörende SOZIALE oder KIRCHLICHE Einrichtungen - kann an diese nur APPELLIERT werden, sich mit ihren eigenen VERGLEICHBAREN ZIELGRUPPEN in den neuen EU-Ländern SOLIDARISCH zu zeigen und diesen beim WIEDEREINRICHTEN VON GENOSSENSCHAFTSBANKEN UND WIRTSCHAFTSVEREINEN AUF GEGENSEITIGKEIT DES FINANZSEKTORS (Spar- und Darlehensvereine; Versicherungen und Ähnliches) zu helfen.

Den Genossenschaften ist ihrer Kontaktscheu entgegen zu halten, dass sie mit Kirchturmpolitik ihr GRUPPENFÖRDERMANDAT BESCHÄDIGEN, weil sie nämlich ihrer MITTELSTÄNDISCHEN ZIELGRUPPE GLEICHGESINNTE FINANZEINRICHTUNGEN vorenthalten, die ihre Kundschaft bei Geschäften IM OSTEN EBENSO UNTERSTÜTZEN könnten.

Zentrale Bedeutung: Vertrauensbildung durch strenge Selbstkontrolle

Das für den Start wichtigste, weil VERTRAUEN schaffendes, Arbeitsgebiet – das dem Aufbau von Finanzeinrichtungen vorausgehen sollte – ist die Entwicklung der SELBSTKONTROLLE in der Form der VERBANDSPRÜFUNG, wie sie sowohl von den Sparkassen, als auch von den genossenschaftlichen Institutionen – mit vergleichbarer Wirkung, wenn auch in verschiedenartigen Regelsystemen - praktiziert wird.

Zumindest für den ANFANG wäre die Einführung auf Basis FREIWILLIGER UNTERWERFUNG möglich. Einmal etabliert, wird sich ein heilsamer ANSCHLUSSZWANG von selbst einstellen.

SCHLUSSBEMERKUNG

Sollten die in diesem Beitrag Angesprochenen aus den Gruppen SPARKASSEN oder GENOSSENSCHAFTEN nur in MITTELBARER Weise mitwirkungsbereit oder –fähig sein, können sie die Dienste der STIFTUNG LIVLÄNDISCHE GEMEINNÜTZIGE gegen materielle ZUWENDUNGEN (zum Stiftungsvermögen bzw. bedingt für spezifische Vorhaben, jeweils gegen steuermindernde Zuwendungsbestätigungen) in Anspruch nehmen, verbunden mit Eröffnung des Zuganges zu relevantem KNOW-HOW und zu LOGISTIK.

WIRTSCHAFTLICHE SELBSTHILFE - SCHLÜSSEL NATIONALEN ÜBERLEBENS
2011-12-20 13:19:54

DIE MIT DEN HEIMISCHEN VERHÄLTNISSEN UNZUFRIEDENEN LEISTUNGSFÄHIGEN EU-BÜRGER VOM OSTRAND DER OSTSEE - POLEN, LITAUER, LETTEN, ESTEN - STEHEN VOR EINEM DILEMMA:

SIE KÖNNEN DIE HEIMAT - HAUS, HOF, FAMILIE, FREUNDE UND ALLES VERTRAUTE - HINTER SICH LASSEN, UM ZU VERSUCHEN, IM WESTEN EIN BESSERES EINKOMMEN ZU ERKÄMPFEN

ODER

SIE ÜBERWINDEN MISSTRAUEN UND VORBEHALTEN GEGEN KOOPERATION UND VERBÜNDEN SICH MIT ANDEREN MIT DEM ZIEL, IHNEN UND DER VOLKSGEMEINSCHAFT DIENENDE, VON DER BÜRGERSCHAFT GESTEUERTE EINRICHTUNGEN DER WIRTSCHAFTLICHEN SELBSTHILFE WIEDER EINZURICHTEN; WIE SIE BIS ZUM ZWEITEN WELTKRIEG IN IHREN HEIMATLÄNDERN ERFOLGREICH ARBEITETEN.

Wer auswandert, geht in eine unsichere Zukunft. Das Zurückgelassene hat ihn nicht zufrieden gestellt, er ist damit aber bislang zurecht gekommen, vielleicht, weil Familie und Selbstversorgung ihm halfen.

In der Heimat findet er beim Staat keine Hilfe und noch weniger bei den nur auf eigenen Profit abzielenden Finanzinstituten.

In weit schwierigeren, als den heutigen Zeiten, etwa in der von Krisen geprägten Periode zwischen den beiden Weltkriegen halfen ererbte Verhaltensweisen und Strukturen den Bürgern, sich, ihre Familien und die Volksgemeinschaft nicht nur zu erhalten, sondern voran zu bringen.

Dies war im Wesentlichen das Verdienst von bürgerlichen Assoziationen getragene Einrichtungen, an erster Stelle genossenschaftliche Kreditinstitute und die ihnen ähnlichen Wirtschaftsvereine auf Gegenseitigkeit, Spar- und Darlehensvereine und Versicherungen.

Diese blieben von den negativen Entwicklungen jener Zeit nicht unberührt. Einige brachen zusammen. Aber die Mehrzahl kam vor allem deshalb über die Runden, weil sie sich - wie anderswo im Westen Europas, vor allem wie in Deutschland - eine wirksame Selbstkontrolle einführten, wofür die Landesregierungen in allen drei baltischen Ländern die erforderlichen gesetzlichen Regeln und administrative Vorkehrungen bereitstellten.

Die Selbstkontrolle lag in der Hand von Revisionsverbänden, deren Funktion derjenigen der in Deutschland bis heute üblichen und Verbandsprüfung entsprachen.

Hätte es die Verbandsprüfung bei Deutschlands Genossenschafts-Kreditinstituten und Sparkassen nicht gegeben, wären die Folgen der letzten Bankenkrise in Deutschland verheerend gewesen, höchstwahrscheinlich noch weit verheerender als etwa in den USA.

Nicht die diesen Unternehmungen eigene Ethik und Orientierung hat sie gerettet, sondern das strikte Festhalten an der ihnen eigenen Selbstkontrolle, die deren Manager nicht selten als hinderlich empfanden und die sie, wenn sie es gekonnt hätten, gern ausgehebelt hätten.

Da, wo es möglich war, ereigneten sich in der Krise Zusammenbrüche. Ein überzeugendes Beispiel sind die Fehlentwicklungen bei den Landesbanken, an denen die Sparkassen, neben den deutschen Bundesländern, maßgeblich beteiligt sind.

Lange wurde die Illusion gehegt, die Mitwirkung des Staates sei ausreichende Bestandsgarantie und die Landesbanken könnten sich alle diejenigen Freiheiten - vor allem im internationalen Geschäft, das ihnen übertragen wurde - erlauben, die die Banken des anglo-amerikanischen Vorbildes ausnutzten.

Überlebenshilfen des Staates griffen zu kurz. Die Zusammenbrüche hatten keine nationale Katastrophe zur Folge, weil die - wegen der strikten, in die Tiefe gehenden, mit der Staatsaufsicht Hand in Hand arbeitenden Verbandsprüfung - stabil genug gebliebenen Sparkassen den Schaden auffangen konnten.

Die Sparkassengruppe hätte es besser wissen müssen und sich dafür einsetzen müssen, die Landesbanken ebenfalls der für die Sparkassen geltenden Selbstkontrolle zu unterwerfen.

Das Versäumnis erklärt, warum die Sparkassen ungern auf dieses Faktum angesprochen werden und zugleich, warum sie die Verbandsprüfung nicht propagieren.

Die Genossenschaftsbanken werben derzeit ebenso wenig mit der, derjenigen der Sparkassen durchaus vergleichbaren, Selbstkontrolle, allerdings aus anderen Gründen. Sie sind international kaum präsent. Ihr Selbstbeschränkung auf ihr jeweiliges regionales, personales oder institutionelles Umfeld hält sie von den Risiken fern, denen sich die Gruppe Bundesländer-Sparkassen-Landesbanken aussetzte.

Die Schwierigkeiten, denen sich die letztgenannte Gruppe aussetzte, sind ein wertvolles Lehrobjekt für die noch immer in der Transformation begriffenen Finanzstrukturen in den neuen EU-Ländern, nicht zuletzt für diejenigen in den baltischen Ländern.

Sollten sich die beiden genannten Gruppen, die Träger des für den Wiederaufbau im Osten erforderlichen Wissens und Könnens sind - aus welchen Gründen auch immer - einer Aufbau-Partnerschaft verweigern, können alternative Zugangswege zum know-how erschlossen werden. Die STIFTUNG LIVLÄNDISCHE GEMEINNÜTZIGE kann dabei helfen.

Vollständig und ausgewogen wird das Finanzwesen in Litauen, Lettland und Estland erst sein, wenn es dort - wieder - genossenschaftliche Finanzeinrichtungen und/oder solche auf Gegenseitigkeit und/oder Sparkassen in der Trägerschaft von Gebietskörperschaften oder in anderer (z.B. Aktiengesellschaften mit gemeinnütziger Ausrichtung) gibt.

Eine Rückkehr zu dem, was dort bis zum Zweiten Weltkrieg überall präsent und sehr erfolgreich war, ist ebenso geboten, wie die Rückkehr zum unerlässlichen Schutz durch Selbstkontrolle, die effektiver wirkt, als Staatsaufsicht je sein kann und die stets mit Beratung zur Überwindung von Problemen und zu besserem Dienst an den Zielgruppen und der Volksgemeinschaft verbunden sein muss.

Angesichts der geringen Grösse der einzelnen Volkswirtschaften der baltischen Länder und dem in allen dreien bestehenden dringenden Bedarf an gemeinwesen-orientierten Finanzeinrichtungen ist ein gemeinsames (das heisst, zumindest von Lettland und Estland, am besten auch unter Einschluss von Litauen), grenzüberschreitendes Vorgehen dringend geboten. Nationalistische Eigenbröteleien schaden allen.

Ein Neuanfang aus dem Nichts ist entbehrlich, denn zum einen gab es Finanzeinrichtungen gemeinschaftsfördernder Orientierung bis zu deren Untergang im Zweiten Weltkrieg überall im Baltikum. Zum anderen bestanden seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Estland die Revision durch die Genossenschaftskammer, in Lettland die Revisionsverbände der deutschen Genossenschaften, des Verbandes der Kreditgenossenschaften von Lettgallen und desjenigen der jüdischen Kreditgenossenschaften, sowie in Litauen in Händen des Zentralverbandes der Genossenschaften Litauens und, vor allem, des Verbandes der jüdischen Volksbanken bzw. der Jüdischen Zentralbank.
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KÖNNEN SIE GELD MACHEN, Herr Lewerenz?
2010-04-15 16:59:58

Ankunft des Verantwortlichen für diese Web-Site in Estland am 1. Februar 1992 als EU-Berater für die kurz zuvor re-aktivierte Estnische Zentralbank (Eesti Pank). Am folgenden Tag Vorstellung beim wenige Tage zuvor eingesetzten Zentralbank-Präsidenten.

Dieser war nicht über den Beratungsauftrag informiert worden und erfuhr über ihn erest aus den Unterlagen von Jürgen Lewerenz, Er sah auch seinen beruflichen Lebenslauf zum ersten Mal. Glücklicherweise verstand er Englisch, damals eine Ausnahme in der ex-Estnischen Sowjetrepublik.

Der formale Beratungsauftrag stiess auf wenig Interesse, aber die Erwähnung der Qualifikation im Geld- und Währungswesen erregte Aufmerksamkeit. Der Chef der Zentralbank besass zu jener Zeit noch keine Erfahrung in Währungsdingen, wie er selbst zugab.

Der Präsident stellte die für den Titel dieses Abschnitts gewählte Frage.

Er erläuterte, dass nunmehr, da Estland selbständig geworden sei, die russischen Geldlieferungen ausblieben. Deshalb werde umgehend eigenes nationales Geld benötigt.

Nach ein wenig Nachdenken schlug Jürgen Lewerenz, vor, die westdeutsche Währungsreform von 1948 zum Vorbild zu nehmen und das damalige Verfahren Einführung möglichst wörtlich zu kopieren.

Der Rat wurde angenommen. Die deutschen Umstellungsgesetze (damals noch alliiertes Besatzungsrecht) wurden in estnische transformiert.

Vor der Jahresmitte wurde umgestellt. Zweifler verstummten bald. Die Reform war erfolgreich. Alle weiteren Wirtschaftsreformen konnten darauf hin beginnen.

Drei Umstände verdienen, hier festgehalten zu werden, nämlich die Gründe für einen Umstellungstermin zum Frühlingsende, der Schutz von Kleinsparern gegen Umstellungsverluste und die Rolle der Deutschen Bundesbank.

Der Umstellungstermin:

Allen war klar, dass die Geldreform so rasch wie irgend möglich vonstatten gehen müsste. Den Ausschlag für die exakte Terminierung auf Ende Mai ergab sich allerdings aus einer Nebenbemerkung eines Teilnehmers an einer Beratung. Er meinte: Das neue Geld sollte erscheinen, wenn die Sprossen der Kartoffeln aus der Erde schauen. Eine weise Bemerkung: Sollte sich die neue Währung ein Fehlschlag erweisen, hätten die Esten wenigstens eine Ernte zum Überleben. Ging die Sache aber gut, würde der Erlös aus dem Ernteverkauf zur Geldstabilität beitragen.

Der Kleinsparer-Schutz:

Sobald sich herauskristallisierte, dass eine Währungsreform quasi über Nacht kommen würde, bildeten sich lange Schlangen vor den Schaltern der Filiale der ex-sowjetischen Sberbank. Die Bankbediensteten mussten wegen der Bargeldknappheit rationieren. Sie bevorzugten Kunden, die ein angemessenes Trinkgeld hinterliessen. Den Kleinsparern, meist arme oder kranke, in der Sowjetzeit diskriminierte Esten waren einerseits zu schwach, um langes Warten durchzustehen und sie waren zudem materiell nicht in der Lage, den Bankbediensteten ein Geschenk zu geben. Diese Umstände waren in der Zentralbank durchaus bekannt. Es wurde deshalb ein bescheidener Maximalbetrag für eine Umstellung von Rubel-Sparguthaben dekretiert. Die so begünstigten Kleinsparer liessen, anders als erwartet, ihr Guthaben in neuer Währung auf der Bank. Sie bekundeten ihr Vertrauen in die Reform, was ein nicht unbedeutender Stabilisierungsfaktor war.

Die Deutsche Bundesbank:

Per Gesetz wurde die Relation zwischen estnischer Krone und DM auf 8:1 fixiert. Die Regelung gilt bis heute, auch nach der Einführung des Euro in Deutschland. Jürgen Lewerenz riet dem Präsidenten der Eesti Pank, vor dieser Festlegung der Bundesbank einen Besuch abzustatten und sie über dieses Vorhaben zu informieren. Dies geschah. Jürgen Lewerenz erfuhr, dass der Präsident der Bundesbank zwar keine Einwände erhob, aber anmerkte, Estland könne keinerlei deutsche Unterstützung erwarten.

Ehrung für den Erfolg der Geldreform fiel natürlich allein dem Chef der Zentralbank zu, nicht aber dem Berater, der ohne Autorisierung seines Auftraggebers handelte und der schweigen musste, um eine Zurechtweisung durch die Entscheidungsträger in Brüssel zu vermeiden.

Als die erste Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) kurz nach der Einzahlung der regulären Goldquote aus dem immer noch vorhandenen Guthaben Estlands bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), aber noch vor der Verabschiedung des Paketes der Umstellungsgesetze nach Estland kam, waren die IWF-Abgesandten über die Professionalität der Gesetzesentwürfe verblüfft. Sie stellten dem Lande ein erstklassiges Zeugnis aus. Das Geheimnis hinter dem Wunder wurde nie gelüftet.

Seit jenen Tagen bemüht sich der Verfasser, die im Krieg in der baltischen Region ausgestorbenen bürgerlichen Verhaltensweisen, insbesondere die von der Zivilgesellschaft getragenen Einrichtungen der wirtschaftlichen Selbsthilfe wiederzubeleben.

Eine Aufgabe, deren Erfolg sich, wenn überhaupt, erst nach Jahren und nach vielen Anläufen einstellen kann und wird, so sehr ein Gegengewicht gegen die Allmacht der Aneignungs-Wirtschaft nicht nur für die kleinen neuen EU-Länder am Ostrand der Ostsee, sondern für das Gedeihen aller Mitglieder der EU, neue und alte, vonnöten wäre. mehr ...

Estnisches Bauerngehöft von 1890 und historisches Weinbauerngehöft von 1670, das LIVLAND-HAUS AM RHEIN - Zwei Denkmäler gemeinsamer europaeischer Kultur
2010-04-04 12:47:06

Besonders hingewiesen wird auf die Funktion DOWNLOAD. Sie enthält historische ( Ende des 18. Jahrhunderts, teilweise noch älter) Gesamt- und Kreiskarten Livlands, des allten Estland und der Insel Ösel/Kurre Saar (heute Saaremaa). die allerdings nur für rein private und nicht-kommerzielle Zwecke genutzt werden dürfen. mehr ...

VERLÄSSLICHE NICHT-REGIERUNGSORGANISATIONEN (NRO/NGO)
2010-04-04 12:18:51

Nicht-Regierungsorganisationen mit Gütezertifikat als Baumeister der Zivilgesellschaft in der Ostseeregion

Zertifizierung von Nicht-Regierungsorganisationen (NROen/NGO’s)

Es ist ein weltweites Erfordernis, die Leistungsfähigkeit dieser für den Aufbau autonomer Strukturen der Zivilgesellschaft wesentlichen Instrumente zu verbessern.

Es ist sinnvoll, die Innovation mit dem Wiederaufbau bürgerlichen Lebens in den Ländern am östlichen Rand der Ostsee und mit dem Prozess der Verbesserung der Kohäsion und der Konvergenz zu verbinden, von dem der Erfolg der erweiterten EU und auch jener der EU-Nachbarschaftsbeziehungen vital abhängen.

Die Völker in der Ostseeregion praktizieren seit vielen Jahrhunderten Zusammenarbeit und kulturellen Austausch. Dies ermutigt, die herausfordernde Aufgabe des Zertifizierens gerade hier zu beginnen. Nachrichten über den Erfolg in dieser Region werden um die Welt laufen.

Das Kernelement des Zertifizierens ist ständige, erschöpfende und in die Tiefe gehende Überprüfung. In diesem Zusammenhang werden die Personen und Institutionen hinter und in jeder NRO/NGO (das „Wer“) überprüft und die Qualität ihrer Aktivitäten (das „Wie).

Die Teilnahme wird freiwillig sein, weil interne Angelegenheiten den Kontrolleuren gegenüber offengelegt werden.. Die Überprüfung wird in den Händen vertrauenswürdiger und unabhängiger Dienstleistungseinheiten der NRO/NGO-Vereinigungen liegen.

Entdeckte Ungereimtheiten werden unverzüglich beseitigt, wo erforderlich mit Hilfe der gleichen oder anderer Spezialisten der Vereinigungen.

Eine NRO/NGO, die (zur Zeit der Überprüfung oder nach Korrekturen) hohe Qualitäts- und Umsetzungsstandards erfüllt, kann ein Zertifikat beanspruchen, das (falls keine unvorhersehbaren oder außerordentlichen Ereignisse eintreten) bis zur nachfolgenden Überprüfung gilt.

Das vorgeschlagene System würde binnen kurzer Zeit die allzu oft von negativen Folgen begleitete libertinage in der NRO/NGO-Welt beseitigen. Gleichzeitig würden hoheitliche Interventionen, Einmischungen (z.B. russische Lizenzierung von NROen/NGO’s) und Sanktionen verhindert oder zumindest abgemildert.

Dies würde helfen, wirklich nachhaltige Strukturen von sozialem und gesellschaftlichem Interesse zu schaffen, wovon die neuen EU-Länder an der Ostsee, die Ostseeregion insgesamt, West und Ost, die EU und die EU-Regionen in der Nachbarschaft profitieren würden.

Ethisch orientierte Praxis und ständige Kontrolle der Leistungen der Handelnden müssen ineinander greifen. Synenergie ist lebenswichtig, um das Ziel zu erreichen, nämlich starke Volksgemeinschaften, die das europäische kulturelle Erbe respektieren und durch ihr Handeln bewahren.

Die angeregte Modalität verschafft weit umfassendere, tiefere und ins Einzelne gehende Einblicke, als sie landläufige Wirtschaftsprüfung je bewerkstelligen könnte.

Die Überprüfung umfasst persönliches Verhalten und berufliche Leistungen von Managern und Linien-Personal der NROen/NGO’s. Es wird besondere Erfordernisse für Einrichtungen geben, die mit „anderer Leute Geld“ arbeiten, sei es in der Form von Zuwendungen, Subsidien, Dienstleistungsentgelten oder anvertrautem Geld.

Das bestmögliche Vorbild für eine derartig profunde Kontrolle wäre die bei der sogenannten Verbandsprüfung (= gruppeneigene, aber dennoch unabhängige, tiefgehende Selbstkontrollen, durchgeführt von beauftragten Dienstleistungseinheiten, in Verbindung mit Problemlösungs-Hilfen) der kontinentaleuropäischen Genossenschaften und Gegenseitigkeitsvereine.

Die know-how-Träger sollten zu Rate gezogen werden. Der Verfasser ist bereit, ehrenamtlich Vereinbarungen über das Überlassen von Wissen und Erfahrungen zu unterstützen. Er hat gute Verbindungen zur Welt der Genossenschaften..

Das Zertifizieren von NROen/NGO’s wäre eine grundlegende Neuerung, nicht nur für die ehemals sowjetischen Ostseeregionen, sondern für ganz Europa und die Welt.

Bis heute arbeiten NROen’/NGO’s weitgehend unkontrolliert, was häufig zu Unregelmäßigkeiten, Fehlschlägen, Enttäuschungen und, vor allem, zu Mißtrauen, führt. Dies alles behindert Selbsthilfe-Initiativen, insbesondere in Osteuropa. Effiziente Selbstkontrolle würde die Situation radikal umgestalten.

Die vorgeschlagenen Kontrollen würden die Arbeitslast der öffentlichen Aufsichtsbehörden verringern, vor allem bei den kleinen Verwaltungen der baltischen Staaten (z.B. NRO/NGO-Vorhaben mit EU-Regionalfonds oder auch „credit unions“).

Zertifizierte NROen/NGO’s wären sichere Partner bei öffentlichen Förder-Programmen, weil die neue Modalität viel wirksame wäre als regierungsamtliche Aufsicht.

Die staatlichen Aufsichtsorgane könnten sich darauf beschränken, ein wachsames Auge auf die Zertifizierungs-Einrichtungen zu haben. Unmittelbares Kontrollieren von NROen/NGO’s, heute der Kern der Überwachungsarbeit, würde delegiert. Die Kontrollbeamten könnten sich auf die Erkenntnisse und die Berichte der Verbandsprüfer stützen.

Es ist angeraten, sich zunächst an Pionier-Einrichtungen zu wenden, die aus ihrer Art oder aufgrund ihrer Handlungsmaximen Verteidiger von Ethik und Moral sind, wie etwa die NROen/NGO’s der Kirchen selbst oder solche, die ihnen nahe stehen, weil diese bereit sein dürften, ohne Zögern oder Einwände mitzumachen.

Es kann vorweggenommen werden, dass die Konkurrenz unter den NROen/NGO’s schon bald zu einer allgemeinen Übung führen wird. Abseits Bleibende NRO’en/NGO’s würden den Zugang zu Zuwendungen, öffentlichen Geldern, staatlichen Programmen, zu Geldeinlagen und zu anderen Finanzierungsquellen verlieren.

Eine Bereinigung des NRO/NGO-Sektors würde stattfinden. Das Vertrauen der Behörden, der Unterstützer, der Nutzer und der Öffentlichkeit wäre sicherer Baugrund für autonome und selbsttragende bürgerliche Selbsthilfe und für eine gerechtere Gesellschaft.

Zunächst könnte es geschehen, dass die Transparenz Fürchtenden protestieren. Dies würde anzeigen, dass das Erreichen der angestrebten Ziele nahe ist. NROen/NGO’s die Ergebnisse von gesellschaftlichem Nutzen erzeugen, haben nichts zu befürchten. Im Gegenteil, sie würden das Zertifikat als Qualitätssiegel für ihre Einrichtung und deren Arbeit nutzen.

Dauerhafte institutionelle und personelle West-Ost-Bindungen werden wachsen, sobald die Völker am Ostrand der Ostsee glaubhaft zeigen, dass sie zu ihren vorbildlichen Vorkriegstugenden zurückgekehrt sind. (Anmerkung: Bis zum Zweiten Weltkrieg war die genossenschaftliche „Verbandsprüfung“ auch im Osten gängig.)

Diejenigen, welche die Innovation zuerst übernehmen, werden eine Führungsposition erobern. Insbesondere Länder mit geringem Gewicht im internationalen Entscheidungs-Gefüge könnten Nutzen ziehen. Die baltischen Länder sollten die einzigartige Chance wahrnehmen.

Die nachfolgenden Punkte und die sich daran anschließenden Projekt-Anregungen sollten unter Beachtung der oben erwähnten fundamentalen Aspekte gelesen werden.

Der Aufbau des Zertifizierungs-Systems erfordert ein Netzwerk vertrauensvoll und eng kooperierender lokaler, regionaler und insbesondere grenzüberschreitend arbeitender Einrichtungen.

Die Verbindungen zwischen den einzelnen Ländern am Ostufer der Ostsee und dem Westen nehmen ständig zu. Jedoch sind grenzüberschreitender Austausch und vor allem effektive Zusammenarbeit leider noch immer unterentwickelt, selbst zwischen den kleinen baltischen Ländern. Das darf schon im Eigeninteresse der Völker in dieser Region nicht so weitergehen. Ganz Europa, die EU und die Länder jenseits von ihr, erwartet eine stärkere „Kohäsion“ unter den baltischen Nachbarn.

Inter-Aktion zwischen modernen gewinnorientierten und zugleich gemeinnützigen Unternehmen und nicht-kommerziellen Einrichtungen sollte überall dort in die Wege geleitet werden, wo es möglich ist.

Auf Wunsch kann der Autor interessierte Leser über langfristig bewährte Lösungen dieser Art aus seiner eigenen beruflichen Erfahrung informieren. Er ist, unter anderem, bereit, das Werk einer sehr erfolgreichen südamerikanischen Stiftung „unter dem Dach der Kirche“ vorzustellen, die der Kopf sozialer und die Gesellschaft unterstützender Einheiten ist, zu der aber auch ein am Markt konkurrierendes finanzwirtschaftliches Konglomerat mit sozialer und gesellschaftsfördernder Bindung gehört. In den korrupten Zusammenhängen, in denen sie sich bewähren musste, ist sie ein einzigartiges Symbol für Anstand und den Respekt gegenüber ethischen Werten. Sie könnte ein für Osteuropa nützliches Vorbild sein.


Respekt gegenüber den ethischen Werten der europäischen Zivilisation und das Einhalten ihrer Grundprinzipien sind in den Regionen verloren gegangen, die über viele Jahrzehnte sowjetisch beherrscht waren.

Einrichtungen der bürgerlichen Gesellschaft waren eine Gefahr für die Mächtigen. Deshalb wurden sie ausgerottet. Als das Sowjetregime zu Ende war, wurde ein strukturelles Vakuum offenbar. Die Kontinuität war schon zu Beginn jener Periode unterbrochen worden. Die einstmals blühenden Selbsthilfe-Systeme des Bürgertums in den östlichen Anrainer-Regionen der Ostsee sind untergegangen.

Es gibt eine große Ausnahme: Die etablierten Kirchen. Sie litten, jedoch überlebten sie. Heute sind sie die einzigen, die in der Lage wären, den Graben zwischen Staat und Bürgern zu schließen. Alternativen gibt es nicht.

Ich meine, dass die Kirchen – im Osten, jedoch ebenfalls die im Westen – geradezu verpflichtet sind, eine Führungsrolle für die Rückkehr solcher Strukturen zu übernehmen, die im Einklang mit dem gemeinsamen kulturellen Erbe der Ostsee-Region stehen.

Das Argument, sie seien nicht auf diese riesige Aufgabe vorbereitet, überzeugt nicht. Lastenteilung mit ihren natürlichen Partnern am Westufer der Ostsee würde sie befähigen. Die westlichen „Brüder“ sollten nicht länger zögern oder sich hinter Wohltätigkeiten verbergen. Physische Präsenz vor Ort ist nötig.

Die Herausforderung ist zwar groß, aber sie ist zugleich eine einzigartige Chance für die Kirchen im Osten. Sollten sie sich weigern, die Rolle als Förderer der Zivilgesellschaft zu akzeptieren, werden sie gegenstandslos werden

Als engagierte Partner im Wiederaufbau-Kampf werden sie soziale Kompetenz bekommen. Ihre Mission (Anmerkung: Der Terminus „Mission“ wird hier bewusst im doppelten Sinne des Begriffes verwandt) würde sich den brennenden Nöten unserer Zeit anpassen.

Vorhaben für eine partnerschaftliche, auf die gegenwärtigen Grundbedürfnisse abzielende Zusammenarbeit könnten sein:

Das die gesamte Ostseeregion umspannende Zertifizierungssystem selbst, das allen Selbsthilfeeinrichtungen ohne und mit Geschäftsbetrieb, ihren Zuwendungsgebern und Unterstützern, zukunftsorientierten Wirtschaftsprüfern in der östlichen Ostseeregion und den Aufsichtsbehörden angeboten werden sollte.

Es erscheint angeraten, die Grundlagen für das System unverzüglich zu schaffen. Der Verfasser dieses Textes ist zu ehrenamtlicher Arbeit bereit, aber er benötigt gleichgesinnte Mithelfer. Es wäre das Beste, sofort eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Die Aufforderung zum Mitmachen richtet sich zu aller erst an erfahrene westliche Senioren (Freiwillige mit sicherem Einkommen).

(Pensionierte) Verbandsprüfer aus dem Kreis der kirchennahen Genossenschaftsbanken wären höchst willkommen.

Wie oben schon angesprochen, die Innovation könnte die Akzeptanz der kleinen baltischen Länder stärken. Deshalb sollten örtliche Partner zunächst in diesem Raum gesucht werden. Es wäre vorteilhaft, von Anfang an Partner in mehreren dieser Länder zu haben. Ein Vorhaben dieser Art wäre für eine gemeinsame, grenzüberschreitende West-Ost-West Kooperation sehr geeignet.

Sobald die Selbstkontroll-Einheiten funktionsfähig sind, kann an praktische Dienstleistungen für Einzelpersonen an der Basis im Bereich der wirtschaftlichen Selbsthilfe (Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen) gedacht werden.

Fachmännische Unterstützung beim Gestalten finanzieller Angelegenheiten könnte eine Option sein. Um den Bedürfnissen der Finanzierung Suchenden zu entsprechen, ist es nicht unbedingt erforderlich –vielleicht sogar nicht einmal angeraten – eine Bank zu errichten. (Anmerkung: Das könnte unter Umständen später geschehen.) Begleiten bei Verhandlungen mit Anbietern am Finanzmarkt könnte die Beratung ergänzen.
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BISHERIGE INITIATIVEN UND IHRE SCHICKSALE
2010-03-28 15:15:45

DER LEHRREICHE FEHLSCHLAG MIT EINEM AKADEMISCHEN DISKUSSIONSFORUM ZUM ERARBEITEN VON GRUNDLINIEN FUER EINEN NEUSTART AUF DER GRUNDLAGE DES REGIONALEN ERBES DER WIRTSCHAFTSKULTUR

Der nachfolgende Brief (Text in der englischsprachigen Sektion) von Mitte 2009 richtete sich an das Haapsalu College, einer Abteilung der Universität Tallinn. Das Seminar kam nicht zustande, weil sich das College an die Falschen, nämlich an Finanzfachleute wandte. Diese zeigten keinerlei Interesse, weil sie auf Finanzhilfen fixiert sind, die es ihnen erlauben, den falschen Weg fortzusetzen.

Dies motivierte Kontakt zum folgenden Schritt.


IDENTIFIZIERUNG ARCHIVIERTER ZEUGNISSE GELUNGENER KRISENBEWAELTIGUNG IN DER ZEIT BIS ZUM ZWEITEN WELTKRIEGS

Zunächst die Liste der angesprochenen Historiker und ihrer Hochschulen:

Baltische Historische Kommission – Universität Tallinn – Universität Hamburg – Institut für die Kultur und die Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa - IKGN
Prof. Dr. Karsten Brüggemann
karsten.bruggemann@tlu.ee; Tel. +372.56981012; Post: Tallinn University, Institute of History, Rüütli 6, EE- 10130 Tallinn, Estland

Institut für die Kultur und die Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa – IKGN (an der Universität Hamburg), Lüneburg
Dr. Andreas Lawaty, a.lawaty@ikgn.de; Dr. Anja Wilhelmi, a.wilhelmi@ikgn.de; Dr. Detlef Henning, d.henning@ikgn.de

Universitäten Greifswald und Szczecin/St ettin, Prof. Dr. Jörg Hackmann, joeg.hackmann@univ.szczecin.pl; Tel.: +48.91.-444.3319; mobil: +49.173.219.3277; Fax: +49.3834.86.89967; Skype: joerg_hackmann Post: University of Szczecin, Dept. of History and International Relations, ul. Krakowska 71-79, PL-71-017 Szczecin, Polen

Universität Tartu/Dorpat, Prof. Dr. Tiit Rosenberg, tiit.rosenberg@ut.ee; Prof. Dr. Mati Laur, mati.laur@ut.ee; Post: Lossi 3, EE-50090-Tartu, Estland

Universität von Lettland, Riga, Prof. Dr. Ilgvars Misans, ilgvars.misans@lu.lv; misans@lanet.lv, Post: Latvijas Universitāte, Vēstures un filosofijas fakultāte, Brivibas iela 32, LV-1586 Riga, Lettland

Für diese fertigte ich nachfolgende Projektskizze. Dies wurde willkommen geheissen. Doch gleichzeitig teilten alle Angesprochenen mit, dass weitere Akteure hinzu kommen müssten, denn keiner von ihnen sei Spezialist für Wirtschaftsgeschichte. Das Papier ging deshalb an Kooperationskandidaten in Nordrhein-Westfalen (DSL-Bank-Gruppe und Institute for Social Banking, beide Bochum).

September 2009


ERSTE PROJEKT-SKIZZE

Systematisierung und Aktivierung des Erbes der

LIVLÄNDISCHEN GEMEINNÜTZIGEN UND ÖKONOMISCHEN SOZIETÄT

als Orientierungshilfe
für den Aufbau tragfähiger gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Strukturen und Handlungsweisen im östlichen Ostseeraum zur Überwindung der gegenwärtigen und künftiger Krisen

1. Oberziel

Wiederaufbau des infolge des Zweiten Weltkrieges, der Nachkriegszeit verloren gegangenen Verbindungsgliedes zwischen Staat und Bürgern, nämlich autonomer, in der Gesellschaft verankerter, gemeinnütziger Einrichtungen der wirtschaftlichen Selbsthilfe.

Ohne Orientierungshilfe der Geschichte, d.h. ohne Kenntnis der Wege, welche die Vorfahren beschritten und wie sie frühere, oft weit tiefere Krisen meisterten, wird eine sichere Zukunft für die baltische Region (und die Mehrzahl der ehemals von Sowjetrussland beherrschten Staaten) nicht zu gestalten sein.

Eine tiefgehende Neugestaltung auf der Grundlage der westeuropäischen Traditionen, die einst auch in den russischen Ostseeprovinzen praktiziert wurde, ist erforderlich. Dies können und wollen diejenigen, die gestern und noch heute im Wirtschaftsleben Einfluss haben und die für die gegenwärtige Krise mitverantwortlich sind, nicht unternehmen, wie ich selbst erfahren habe.

Es geht zunächst nicht um Wirtschaftstechnik, sondern um historisches Wissen und um Bewusstseinsbildung auf dieser Basis, um Werte. Erst wenn hier und in denjenigen Gegenden Europas, in denen die Traditionen trotz der Umwälzungen durch die Ereignisse im verflossenen Jahrhundert bewahrt und den Erforderungen der Zeit angepasst wurden Gleichgesinnte vorhanden sind, kann Zusammenarbeit zur Ausgestaltung des Rahmenwerkes, für das ich plädiere, wirksam werden.


2. Strategie

Unmittelbare und mittelbare Verbindung zu verwandten Einrichtungen im west-europäischen, vorzugsweise dem deutschen Kulturraum, um einerseits die Verbundenheit mit europäischen Kulturtradition zu demonstrieren und andererseits, um von deren Verbindungen und Ressourcen zu profitieren und schließlich, um dauerhafte Verbünde herzustellen.

Derartiges kann nicht importiert werden. Die von den europäischen Instanzen vorgegebne Übertragung des formalen EU-„acquis“ auf die Kandidaten für die EU-Erweiterung kann kein Leitbild sein. In der baltischen Region muss Bodenständiges aus den wiederbelebten Wurzeln wachsen, an das angeknüpft werden kann.

Von denjenigen, die für die gegenwärtige Krise verantwortlich sind, kann kein verlässlicher Neubeginn erwartet werden. Im Gegenteil, sie werden stets versuchen, ihre verderbliche Praxis zur Gewinnmaximierung fortzusetzen.

Dies bringt eine außerordentliche Herausforderung an Geschichtsbewusste, damit in erster Linie an professionelle Historiker mit sich. Die Forscher müssen vernetzt denken und dürfen sich nicht auf Spezialistentum zurückziehen. Sie müssen „angewandt“ handeln, keineswegs „museal“.

3. Partner

Hervorragender Kandidat für eine Kooperation: Die „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ aus Frankfurt/Main, deren Mutter-Einrichtung, die Anfang des 19. Jahrhunderts von Frankfurter Bürgern gegründete, von Geist der Aufklärung inspirierte „Polytechnische Gesellschaft“, die sich, ähnlich wie die „Livländische Gemeinnützige...“, um Wirtschaft und Gesellschaft verdient gemacht hat, welche u.a. die „Frankfurter Sparkasse“, eines der größten Kreditinstitute in Deutschland, aufbaute und betrieb, diese vor geraumer Zeit verkaufte und den sehr beachtlichen Erlös in den Kapitalstock der neuen „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ einbrachte, die einer der bedeutendsten gemeinnützigen Förderer von Vorhaben in und um Frankfurt/Main wurde.

(Anmerkung: Während des diesjährigen „Deutschen Stiftungstages“ – ich bin vom Bundesverband Deutscher Stiftungen geprüfter und zertifizierter Stiftungsberater, also „insider“ im Stiftungswesen – habe ich Verbindung zum Vorstandsvorsitzenden der Frankfurter Stiftung – er hat livländische Familienbande, wie er mir sagte – aufgenommen; Hintergrund dieses Kontakts war meine Verbindung mit der „Sparkassen-Stiftung für internationale Kooperation“, mit der ich seit Jahrzehnten vertrauensvolle Beziehungen unterhalte.)



4. Vorgehensweise

Die „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ ist eine Fördereinrichtung, d.h., sie unterstützt Projekte anderer, die engen Bezug zu Frankfurt haben müssen. Deshalb ist eine Verbindung zu mit der Universität Tartu kompatiblen Lehr- und Forschungseinrichtungen in Frankfurt/Main anzuraten und ein Vorhaben zu entwickeln, das von beiderseitigem Interesse ist und für dessen Förderung bei der „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ geworben werden könnte. Der natürliche Partner der Universität Tartu wäre die Johann Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main.

(Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, mit der die Universität Tartu bereits eine erfolgreiche Kooperation auf einem bereichsnahen Gebiet praktizierte, könnte durchaus mit von der Partie sein.)

Steht einmal ein solides und überzeugendes Grundgerüst, werden sich bald weitere Fördermöglichkeiten (etwa seitens der EU, die insbesondere das Zusammenwirken der Nachbarn Estland und Lettland begrüßen und unterstützen wird) eröffnen.

5. Estnisch-Lettisch-Deutsches Gemeinschaftsvorhaben

Zum Einstieg, mein thematischer Vorschlag:

Von Gruppeninteressen ständischer (adeliger oder „zünftiger“) Korporationen in Stadt und Land zu gemeinnützigem Wirken für die Volksgemeinschaft:

Paradebeispiele: Die städtische Frankfurter „Polytechnische Gesellschaft“ und die mehr ländlich ausgerichtete „Livländische Gemeinnützige und Ökonomische Sozietät“ mit ihren institutionellen Verbindungen zu Alt-Estland und Kurland, ihr Ursprung in der „Aufklärung“, ihr Wirken, ihre Geschichte, ihr Erbe und ihre Funktionen heute und in Zukunft

Als aktuelles (Stichwort: Finanzkrise) rege ich – weil im Zuge der Neuordnung nach dem Ende der sowjetischen Periode sträflich vernachlässigt - fernerhin an:

Beiträge der Polytechnischen Gesellschaft und der „Livländischen Gemeinnützigen...“ auf dem Gebiete des gemeinwesen-orientierten Finanzwesens (u.a. Städtische Sparkassen; Kommunalkreditinstitute im baltischen Raum; Estländische Adelige Kreditkasse, eine Grundkreditbank, die nach der Bodenreform nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Bank für langfristige Darlehen umgestaltet wurde; Genossenschaftsbanken und -versicherungen)

Livland ging nach dem Ersten Weltkrieg teils in Estland, teils in Lettland auf. Wer sich mit einer livländischen Einrichtung befasst, muss zwangsläufig grenzüberschreitend denken und wirken, nicht nur in Richtung Deutschland, sondern insbesondere in Bezug auf die unmittelbare Nachbarschaft.

Die „Livländische Gemeinnützige...“ ist ein Band, um die Nachbarn wieder einander anzunähern und – im europäischen Geiste – Verbindendes über Trennendes zu stellen (Stichworte: Kohärenz und Konvergenz in Europa).

Ich gehe davon aus, dass die Universität Tartu/Dorpat/Dörpt, die seinerzeit „die“ livländische Hochschule war, sich ihrer Tradition verpflichtet fühlt und eine estnisch-lettische Kooperation auf dem vorgeschlagenen Gebiet zustande bringen will und kann.

6. Meine Beiträge


Zunächst kann ich meine in einem langen Berufsleben erworbenen Kenntnisse und Verbindungen in das Vorhaben einbringen, vor allem mein Wissen und Können auf dem gemeinwesen-orientierten Finanzwesen (= Kommunales und genossenschaftliches Finanzwesen in Deutschland und die für beide Systeme typische, weltweit einzigartige, weit tiefer als jegliche Staatsaufsicht wirkende Kontrolle, sowie seit Jahrzehnten bestehende enge, vertrauensvolle Verbindungen mit den know-how-Inhabern. Mir wurde Unterstützung für Gleichgesinnte außerhalb Deutschlands zugesagt. Allerdings wollen diese Träger nicht „missionieren“, d.h., sie wollen an Eigenleistungen anknüpfen).

Ferner wäre ich bereit, bei Vorhandensein vertrauenswürdiger und über mein Lebensende hinausreichender tragfähiger Strukturen mein Vermögen (von Todes wegen und/oder durch Rechtsgechäft unter Lebenden) in eine den beschriebenen Zielen dienende, in Deutschland errichtete Stiftung (die ihrerseits mit der bereits von mir in Estland aufgebauten „Ostsee-Stiftung für Umwelt- und Regionalentwicklung“ – Läänemere Keskkonna- ja Regionaalarenduse Sihtasutus) einzubringen (Namensgebungsidee „Stiftung Neue Livländische Gemeinnützige“).


BEMUEHEN UM DAS MOBILISIEREN VON ORIENTIERUNGSHILFEN DURCH DAS ENGAGEMENT DEUTSCHER FINANZEINRICHTUNGEN MIT GEMEINSCHAFTSFOERDERNDEM GRUNDMANDAT (Dokument 3)

Am Anfang von Dokument 2 steht eine Einführung zu dem nachfolgenden Dokument. Es wurde kurz und prägnant gefasst, um einen grösseren Interessentenkreis ansprechen zu können.

REINIGENDER OSTWIND FEGT IN DIE SCHMUTZECKEN UNSERER FINANZWIRTSCHAFT

Angestrebt wird – als West-Ost-West-Gemeinschaftsarbeit - ein den kontinental-europäischen Kulturraum umfassendes – alte und neue EU-Länder – homogenes, auf krisenerprobten ethischen Traditionen ruhendes Finanzwesen im Dienste von Normalbürgern und Gemeinwesen, das von diesen selbst gesteuert wird und sich unabhängiger strikter, unabhängiger Kontrolle unterwirft, um so Vertrauen und Stabilität zu schaffen und auf Dauer zu sichern.

Das bedeutet für die neuen EU-Länder (u.a. für diejenigen im Nordosten, Lettland und Estland, aber auch für Litauen und Polen) den Aufbau von Praktiken und Systemen, für die alten (insbesondere Deutschland) die Rückkehr zur Wahrung der Grundmandate dieser Einrichtungen (sprich: Genossenschaftsbanken, Sparkassen), die sich gerade in der Krise – trotz der auch ihnen zuzurechnenden Fehler - als „die“ tragenden Säulen der nationalen Finanzgefüge und damit der „sozialen“ Marktwirtschaft erwiesen haben.

Das hier Angesprochene ist nicht nur ein unerlässliches Gegengewicht gegen ein Geschäftsgebaren, bei dem Dienstleistungen nur Mittel zum Profitieren auf Kosten Dritter sind, sondern das besonders geeignet ist, staatliche Hilfen (Vorbild: Westlicher Nachkriegs-Wiederaufbau) zu komplettieren und zu dynamisieren (Multiplikatoreffekt).

Im Westen hat sich die Mehrzahl der Verantwortlichen bei den Finanzinstituten mit gesellschafts- oder sozialpolitischem Grundmandat immer mehr von ihrem Auftrag, Volksgemeinschaft und Bürger zu stützen, entfernt, um mit ungebundenen Profitjägern gleich zu ziehen. Ihr Wirken als „untreue Treuhänder“ des öffentlichen Wohls ist warnendes Beispiel; künftigen Fehlentwicklungen ist vorzubeugen.

Wohl allein die nach wie vor funktionstüchtige „Verbandsprüfung“ bei den Grossen der Gemeinnützigen in Deutschlands Finanzwesen – Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken - hat ein großflächiges Desaster, wie etwa in Island, verhindert. Das zeigt die fundamentale Bedeutung effektiver Selbstkontrolle für West und Ost.

Im östlichen EU-Raum haben die Usurpatoren, braune wie rote, im Krieg und danach dasjenige ausgelöscht, was sich im Westen kontinuierlich fortentwickeln konnte. Nach der politischen Wende setzten alle Banken, im Westen, wie im Osten, einseitig und zum Schaden aller auf zügelloses Gewinnstreben, auch diejenigen mit gemeinnützigem Auftrag.

Die Finanzkrise traf den Osten ungeschützt, so tief, dass die kleinen Länder. vor allem die im Baltikum, bald kollabieren und in die Hände Unerwünschter gelangen könnten, die bei den offenen Grenzen europaweit, nicht zuletzt im „reichen“ Westen, Schaden stiften würden.

Es ist zum Nutzen von Ost und West, schon jetzt, auf dem Höhepunkt der gegenwärtigen Krise, im Osten den Neuaufbau eines neuen Finanzwesens zu beginnen, das nur dann nachhaltig und komplett sein wird, wenn neben rein gewinnorientierten Einrichtungen gemeinschaftsfördernde wirken. Mit ihren geschwächten eigenen Kräften allein können die östlichen Länder das aber nicht bewerkstelligen; sie bedürfen der Mitwirkung erfahrener Westler mit untadeligem Leumund. Gemeinschaftliches, dauerhaftes Arbeiten zu wechselseitigem Nutzen, dort und hier, ist dringend geboten.

Die kleinen Länder an der östlichen Ostsee verfügen über ein Erbe der Wirtschaftskultur, das dem unsrigen weitgehend entspricht. Auch wenn die Verhältnisse gemeinnütziges Bürgerhandeln verdrängt haben, kann zur Bewusstseinsbildung und als Orientierung beim Aufbau bodenständiger gemeinnütziger Praktiken auf gut ausgestattete Archive, dort wie hier, zurückgegriffen werden, deren Dokumentationen meist auf Deutsch abgefasst sind („Leuchtturm“: Livländische Gemeinnützige und Ökonomische Sozietät, 1792 bis 1940); diese zeigen, wie frühere Krisen in echter Selbsthilfe gemeistert werden konnten und regen so bodenständige Lösungen für heute und morgen an.

Die Ausgangslage für deutsches Mitwirken am Wiederaufbau im Baltikum ist insofern besser als für Alternativvorhaben in anderen krisengetroffenen Ländern in der EU oder in ihrer Nachbarschaft. Hinzu tritt, dass alle Unternehmungen in der Ostsee-Region auf deren Nachbarn außerhalb der EU, besonders auf Russland (wo vom Bürgertum getragene gemeinnützige Finanzsysteme bereits in der Folge der Revolution ausgelöscht wurden), ausstrahlen, was den allseitigen Nutzen noch bedeutend steigert.

In Nordrhein-Westfalen gibt es für eine solche Entwicklungsarbeit (wenige, jedoch exzellente) Kandidaten (Förderungswilligen gegenüber können sie benannt werden). Diese müssten zum Mitwirken ermutigt und ermuntert werden. Gerade Mitglieder der deutsch-baltischen Parlamentariergruppe im NRW-Landtag könnten dabei helfen. Gegenüber den im zweiten Absatz angesprochenen „Großen“ ist derzeit (noch) Zurückhaltung angeraten, weil sie (aus Gründen, die Gesprächen vorbehalten bleiben sollen) entweder nicht mitwirken wollen oder können.

Abschließend soll ein zu erwartender, erwünschter wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitischer Begleiteffekt der Aktion erwähnt werden, nämlich die Rückkopplung auf die Verhältnisse hier. Die Diskussionen über die Hinführung der gemeinnützigen (öffentlichen) Banken zu ihrem Grundauftrag und über angemessene, über die staatliche Bankenaufsicht weit überragende Überwachungsmechanismen (Stichwort: Verbandsprüfung) würden mit Sicherheit beflügelt, ebenso wie
Reflektionen über Probleme aus dem „Überstülpen“ westlicher Systeme in den neuen Bundesländer gleich zu Beginn der Wiedervereinigund Deutschlands.

Daraus wiederum ergab sich der nächste Schritt:

MOBILISIEREN OEFFENTLICHEN INTERESSES FUER DAS EERARBEITEN VON TRAGFAEHIGEN LOESUNGEN (Dokument 5)

Das nachfolgende Dokument wendet sich an den Präsidenten der Republik Estland. Dieser liess mitteilen, der Präsident könne wegen des Gebotes der Neutralität nichts unternehmen. Man solle die Regierung ansprechen. Dies geschah. Von dort kam der Bescheid, dass sich nach der politischen und wirtschaftlichen Wende allein das profitmaximierende Kreditwesen habe durchsetzen können. Dies sei vielleicht bedauerlich, müsse aber so hingenommen werden.

Herrn
Präsidenten der Republik Estland
Toomas Hendrik ILVES

Betreff: Rückkehr zu gemeinnützigem Finanzwesen in Estland und seiner Nachbarschaft

Sehr geehrter Herr Präsident Ilves.

Ich schreibe Deutsch, weil die hier in Rede stehende Materie eng in der deutschen Wirtschaftskultur verankert ist, die seit alters her den östlichen Ostseeraum geprägt hat.

Mein Grundansatz ist, nach Orientierungshilfen für das Bewältigen der aktuellen Krise in Vorkriegs-Dokumentationen (vor Estlands und Lettlands) zu ermitteln. Dort finden sich sicher viele heute nutzbare Hinweise, wie vergleichbare Situationen früher gemeistert wurden.

Diese grundlegende, interdisziplinäre, zivilgesellschaftliche Angelegenheit kann keinem Fachministerium und darf schon gar nicht den Finanz-Spezialisten zugeordnet werden. Deshalb wende ich mich mit meinen Anregungen an Sie, Herr Präsident.

Sie sollten die Schirmherrschaft über bürgerschaftliche Initiativen übernehmen, wie ich sie nachfolgend anrege. Sie sollten motivierend wirken und mithelfen, Brücken (etwa mit Hilfe des Erbes Livlands) zum Nachbarn Lettland, vielleicht auch zu Litauen und zu weiteren Reformländern, nicht zuletzt zu Russland, aufzubauen.

Ich biete meine ehrenamtliche Mithilfe für das Unterfangen an. Ich bin keiner Interessengruppe verpflichtet und ziele nur auf das Wohlergehen meiner Wahlheimat Estland. Ich verfüge über einschlägige Erfahrungen aus dem Wiederaufbau Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und als langjähriger Berater im Selbsthilfe-Kreditwesen, insbesondere in Lateinamerika.

Die Sache ist komplex und hat eine Vorgeschichte mit vielen Facetten, die – leider - nicht in wenigen Zeilen darstellbar sind. Diesen Text ergänzend übermittle ich (weiter unten kommentierte) Papiere.

Ich stelle mich eingangs kurz mit meinem Wirken in Estland nach der politischen Wende, vor:

Ich war der erste Langzeit-Berater der EU-Kommission in den Jahren 1992 und 1993. Wegen meines beruflichen Hintergrundes wurde ich der gerade re-aktivierten Eesti Pank zugeordnet. Siim Kallas war wenige Tage vorher ihr Präsident geworden.

Er bat mich, ihm – unabhängig von meinem EU-Auftrag - beim Konzipieren und der Einführung der Eesti Kroon zu helfen. Ich riet zu einem radikalen Neuanfang nach dem Muster der westdeutschen Währungsumstellung von 1948, vor allem zur Übernahme von deren Regelwerk, was so geschah und schließlich einen zügigen Start aller Wirtschaftsreformen ermöglichte.

Ich geriet zwar als Zeuge unschöner Dinge in Misskredit, blieb aber auf Dauer eng mit Estland verbunden. Ich wohne seit Jahren abwechselnd in Estland (Pürksi, Noarootsi) und in Deutschland.

Von Anfang an richtete ich mein Augenmerk auf das Wiederbeleben der Traditionen des gemeinwesen- und sozial orientierten Finanzwesens (Genossenschaftsbanken; städtische Kreditinstitute; wirtschaftliche Vereine auf Gegenseitigkeit für Sparen und Darlehen und im Versicherungswesen – s. mein Buch „Banken im Baltikum. Gestern. Heute. Morgen. Fritz-Knapp-Verlag, Frankfurt/M. 1997. ISBN 3-7819-0590-X) die im Zweiten Weltkrieg verloren gegangene, das Gleichgewicht der Gesellschaft sichernde marktwirtschaftliche Gegenkraft zur reinen Profitwirtschaft.

Es erscheint mir spätesten jetzt angeraten, zu Vorkriegs-Praktiken und (u.a. den genossenschaftlichen) Strukturen zurück zu kehren, die dem jungen Estland durch beispielhafte Qualitätssicherung europaweite Anerkennung verschafften und somit das Überleben von Staat und Gesellschaft in extrem schwierigen Zeiten sicherten.

Die bodenständigen überzeugenden Leistungen der Vorväter, die Traditionen mit Neuerungen verbanden, ermutigen, in ihrem Sinne die Herausforderungen der Gegenwart entschlossen anzugehen.

Das Reformwerk sollte ähnlich vonstatten gehen, wie dasjenige bei der Gesetzgebung. Das Überlieferte ist zu sichten, zu bewerten und unter Verwendung von Erfahrungen in „alten“ EU-Ländern (vor allem Deutschlands) an die heutigen Bedingungen anzupassen.

Ich habe mich in den vergangenen Monaten intensiv – jedoch ohne großen Widerhall – bemüht, bei einschlägigen deutschen Wirtschafsverbänden, bei Politikern und im akademischen Raum Interesse für die existenzbedrohenden Probleme der kleinen neuen EU-Länder an der Ostsee zu wecken und für solidarische Mithilfe für einen tragfähigen Neuanfang im gemeinschaftsfördernden Finanzwesen zu werben.

Angesichts der wachsenden Zahl von Problemländern innerhalb der Euro-Zone wird Geldhilfe von außen immer unwahrscheinlicher.. Die Schwierigkeiten in Estland, Lettland und Litauen finden kaum Widerhall in der „alten“ EU, was sich so bald nicht ändern wird.

Lösungen müssen deshalb von den Zivilgesellschaften in der baltischen Region aus eigner Kraft auf nationaler Ebene in Gang gesetzt werden. Dafür ist enge Kooperation mit Nachbarländern ähnlichen geschichtlichen Werdeganges (vor allem zwischen Estland und Lettland) ratsam. Zusammenarbeit erhöht zudem das internationale Gewicht, nicht zuletzt im Hinblick auf eventuelle EU-Unterstützungen.

Besonders viele wertvolle Anregungen finden sich höchstwahrscheinlich in den (in Tartu „schlummernden“) Dokumenten der von der Zeit der Französischen Revolution bis 1940 wirkenden „Livländischen Gemeinnützigen und Ökonomischen Sozietät“ (Gemeinschafts-„Leuchttum“ der Esten, Liven und Letten) und denen ihrer Schwester-Organisationen im alten Estland und in Kurland..

Ich unternahm im vergangenen Jahr einen (fehlgeschlagenen) Versuch, unter dem Dach des Haapsalu Kollegs einen Gedankenaustausch für einen Neuanfang nach der Krise in die Wege zu leiten (s. mein beigefügtes Schreiben an dieses. Das Kolleg beging leider den Fehler, vor allem Finanzleute anzusprechen, die an Alternativen desinteressierten Verursacher des Unheils, bornierte Versager).

Ich fand schließlich zu Geschichtswissenschaftlern an den Universitäten Tallinn (Karsten Brüggemann, Baltische Historische Kommission – Institut für die Kultur und die Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa – IKGN der Universität Hamburg), Tartu (Tiit Rosenberg, Mati Laur), Riga (Ilgvars Misans), Greifswald/Szczecin (Jörg Hackmann) und Frankfurt/M. (Historisches Seminar). Grundlage der Gespräche mit den Vorgenannten war die beigefügte Projektskizze. Die Historiker äußerten einhellig, dass sie gern ein Aktionsbündnis nach meinen Ideen begleiten würden..

Beim Deutschen Bundestag und beim Landtag von Nordrhein-Westfalen gibt es “Deutsch-Baltische Parlamentariergruppen“, die ich um Mithilfe beim Werben um partnerschaftliche Kooperationen für die baltischen Länder bat. Aus diesen Kontakten entstand das – ebenfalls beigefügte – Papier „Reinigender Ostwind...“.

Schließlich habe ich noch ein an Fortschrittsorientierte am Ostrand der Ostsee gerichtetes – ebenfalls angefügtes – Dokument („Ist im Baltikum ein...Neustart...möglich“) geschrieben, dessen Vorentwurf als Internet-Blog über das Kommunikationsorgan „Infobalt“ veröffentlicht wurde.

Ich habe gute Verbindungen zu Gemeinde-Entwicklungs-Initiativen (MTÜ) in Läänemaa (Kiideva, Puise und Haeska).

Kiideva – unter der Leitung der von Ihnen mit einem Verdienstorden ausgezeichneten Tiiu Tomingas – erscheint mir als ein anfänglicher Anknüpfungspunkt für Initiativen der vorgeschlagenen Art besonders geeignet. Erfolg hängt aber davon ab, dass die lokalen Initaitven in ein landesweites, besser noch ein „livländisches“ Förder-Netz eingebunden werden.

Meine Recherchen in Deutschland haben mich zu zwei (ethisch und fachlich verlässlichen und deshalb gegen die derzeitige Vertrauenskrise im Finanzwesen gefeiten, also besonders) geeigneten und prinzipiell interessierten Kooperationskandidaten für das angeregte Vorhaben geführt (Mittelbar im Papier „Reinigender Ostwind...“ angesprochen). Sie sind, wie ich von diesen schon vernahm, zur Mitarbeit bereit, falls eigenleistungsfähige nationale Basisstrukturen vorhanden sind.

Mitwirkende sollten fortschrittlich Denkende mit Gespür für Traditionen sein. Sie müssen (besser gesagt: sollten) keine Bankleute sein. Know-how kann zu günstigen Bedingungen, gern durch meine ehrenamtliche Vermittlung, beschafft werden. Unabdingbar sind aber erprobter Anstand, die Bereitschaft, Anliegen der Volksgemeinschaft über den eigenen Nutzen zu stellen und sich dieserhalb laufend überprüfen zu lassen.

Ich rechne fest mit einer – ermutigenden – Rückäußerung.

Ihr sehr ergebener....


VORSCHLAG FÜR DIE UNIVERSITÄT TARTU - FEHLSCHLAG

Die Anregung (Deutsch und Englisch)

VORBEMERKUNG MIT SCHLUSSFOLGERUNG AUS DIESEM TEST

Der Gang der Sache:
Der Autor erhielt erst nach Monaten, bei einem Besuch in Tartu, die Auskunft, dass keiner der vom Rektorat angesprochenen Lehrer an der Hochschule Interesse gezeigt habe und man es deshalb für unnötig gehalten habe, sich zu äußern.
Die Schlussfolgerung:
Da die Universität, besser gesagt, ihre Lehrer, durchgefallen sind und weil keine Hoffnung besteht, dass sie sich für die Belange der Bürger im östlichen Ostseeraum bzw. für die dortigen Volksgemeinschaften einsetzen werden, wird kein neuer Versuch unternommen.


Interdisziplinäres Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben der Universität Tartu
NUTZEN DES VORKRIEGS-ERBES DER WIRTSCHAFTSKULTUR ESTLANDS UND LETTLANDS FÜR DIE HEUTIGEN HERAUSFORDERUNGEN UND ALS BEISPIEL FÜR EUROPA

Proposal for the Government of Tartu University (German and English)

Inter-disciplinary investigation and development initiative of Tartu University
UTILIZING THE PRE-WAR HERITAGE OF ESTONIA’S AND LATVIA’S ECONOMIC CULTURE FOR THE ACTUAL CHALLENGES AND AS A MODEL FOR EUROPE

Thema und kurzgefasster Inhalt
Ziel ist das Ermitteln früher üblicher, für heute geeigneter wirtschaftlicher Verhaltensweisen und Strukturen, zunächst derjenigen des Finanzsektors, und deren Anpassung an gegenwärtige Bedürfnisse, unter Nutzung den Traditionen entsprechender westeuropäischer Vorbilder.
Dies sollte von einer permanenten Arbeitsgruppe aus Historikern, Juristen, Soziologen und Ökonomen in Angriff genommen werden. Der Verfasser ist bereit, ehrenamtlich zuzuarbeiten. Er wird das von Bürgern gesteuerte gemeinschaftsfördernde Finanzwesen ins Zentrum stellen.

Title and brief resume
The aim is the identifying of former economic habits and structures which are useful for to-day – starting with those of the financial sector - and adjusting them to the actual needs, using traditions compatible Western European models.
This should be undertaken by a permanent working group, consisting of historians, lawyers, sociologists and economists. The author is willing to co-operate, as volunteer. He will focus citizens governed community supporting finance.

Einzelheiten
Ausführlich ist das hier Vorgeschlagene auf der web-site www.baltic-sea-foundation.org dargestellt. Dort finden sich auch Bezüge des Verfassers zum Thema, zur östlichen Ostsee-Region und vor allem wesentliche historische Dokumente aus dem Estnischen Historischen Archiv (Ajalooarhiiv). Hervorzuheben sind die Hinterlassenschaften der Livländischen Gemeinnützigen und Ökonomischen Sozietät (1792-1940).

Das Erbe der Vorväter ist gleichermaßen für die gedeihliche Entwicklung Estlands und Lettlands bedeutend. Deshalb sollte das Vorgeschlagene von Anfang an grenzüberschreitend (Est-, Lettland, auch Litauen, Polen) in Angriff genommen werden.

Das Anknüpfen an die Überlieferungen zum Wiederherstellen der gewaltsam unterbrochenen gesellschaftlichen Kontinuität wäre ein nachahmenswürdiges Beispiel für die gedeihliche Zukunft der Europäischen Union, für Ost und West.

Die Arbeit sollte noch im Jahre 2011 aufgenommen werden. Der Verfasser wird noch in der ersten Hälfte dieses Jahres aus einem bestimmten Anlass in Tartu sein und wünscht, bei dieser Gelegenheit über den Beginn von Aktivitäten zu sprechen.

Er wird darüber hinaus einen Vorschlag für eine Förderung des Vorhabens durch einen persönlichen Vermögens-Beitrag unterbreiten, wozu es eine gleichzeitig übermittelte Aufzeichnung gibt.

Schlussbemerkung
Die auf der web-site dargestellten Vorläufe führten zu dem obigen Vorschlag. Ich hoffe, dass die Universität Tartu bereit ist, die Leistungen der Vorfahren zu ehren, indem sie dabei mitarbeitet, die in Tartu und anderswo ruhenden Schätze des regionalen wirtschafts-kulturellen Erbes zu heben und sie mit neuem Leben zu erfüllen.

Details
The fullness of the matter is laid down on the web-site www.baltic-sea-foundation.org where also the relations of the author with the subject, the Eastern Baltic Sea region and, in special, where crucial historic documents from the Estonian Historic Archives (Ajalooarhiiv) can be found. The heritage of the Livonian Common Weal and Economic Society (1792-1940) is stressed.

The achievements of the ancestors is of importance for the development of Estonia and Latvia, as well. Because of this, the proposals should become effective, across the respective national borders (Estonia, Latvia, also Lithuania, Poland).

Activities should already start in 2011. The author will come to Tartu still within the first half of this year, for a specific reason. On this occasion he would like to talk about the start of the initiative.

Additionally, he will discuss the promotion of the project with a personal property donation, for which a separate write-up exists.

Final remarks
The previous steps, inserted in the mentioned web-site, lead to the actual proposal. I hope that Tartu University is ready to honour the achievements reached by the ancestors by collaborating in the task of undigging the treasures of the regional heritage of economic culture and inspiring them with new life.Nach dem Ende der Sowjetherrschaft sind die baltischen Länder eher auseinander- als zusammengerückt.

Obgleich alle drei Länder von der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise hart getroffen sind - wobei es müssig ist, darüber zu diskutieren, welchem der drei Länder welcher Verursacher-Anteil zuzurechnen ist - sind keine Anstrengungen zu beobachten, einen gemeinsamen oder wenigstens einen koordinierten Weg in eine bessere Zukunft zu bahnen.

Selbst wenn es Estland gelingen sollte, bald in die Euro-Gemeinschaft aufgenommen zu werden, können Rückwirkungen unbefriedigender Entwicklungen in Lettland und Litauen auf Estland nicht verhindert werden. Regionale Stabilität wird ohne vertrauensvolle Zusasmmenarbeit nicht zu bewerkstelligen sein.

Die EU-Institutionen begrüßen grenzüberschreitende Kooperation und fördern sie. Doch außer gelegentlichen hoch-offiziellen Treffen von Honoratioren von zwei, selten von allen drei, baltischen Ländern geschieht wenig.

Geschäftsleute nutzen die offenen Grenzen, doch Bürger-Kommunikation führt ein Schattendasein.

Mit dem Ziel der Nutzung des wertvollen gemeinschaftlichen Erbes von Lettland und Estland, unter denen nach dem Ersten Weltkrieg Livland aufgeteilt wurde, bemüht sie sich um die Aufarbeitung des gewaltigen Nachlasses der LIVLÄNDISCHEN GEMEINNÜTZIGEN UND ÖKONOMISCHEN SOZIETÄT (in der Zeit der Aufklärung gegründet und bis zum Zweiten Weltkrieg aktiv) und dessen Sichtung auf Orientierungshilfen für die Nöte von heute und morgen.

Diese Einrichtung wird daher an vielen Stellen auf dieser Web-Site angesprochen. mehr ...

DORFENTWICKLUNGS-VEREINE ALS KRISTALLISATIONSPUNKTE FÜR DIE REGIONEN-ENTWICKLUNG
2010-03-28 15:14:58

Lange wurde nach Ansatzpunkten für nachhaltige Regionalentwicklung (und andere Entwicklungs-Aktivitäten aus dem Arbeits-Spektrum der Ostsee-Stiftung) in den kleinen neuen EU-Ländern an der Ostsee gesucht.

Zunächst stiess die Ostsee-Stiftung nur auf Vorhaben, bei denen Auslandshilfe - privat, öffentlich gefördert in Kombination von privat und öffentlich - der Dreh- und Angelpunkt ist.

Solche Unternehmungen sind in aller Regel kurzlebig, weil früher oder später das Förderbudget erschäpft ist und während der Prozess einer autochthonen Entwicklung viel längere Zeiträume erfordert als ein Projekt-Zyklus.

Auch fehlen hoch-subventionierten Vorhaben meist die Kern-Elemente Eigenverantwortlichkeiit und Eigenanstrengungen zur Verbesseerung der menschlichen Gemeinschaft, auf die sie ausgerichtet sind.

Seit wenigen Jahren gibt es - zumindest in Estland - einige rühmliche Ausnahmen. Inwieweit sich Ähnliches auch in den zwei anderen kleinen baltischen Ländern entwickelt, muss noch erkundet werden.

Es gibt Dorf-Entwicklungs-Vereine auf der Grundlage erprobter Nachbartschaften (in Estland unter der Abkürzung MTÜ bekannt), die unabhängig von Fremd-Unterstützungen kleine, dennoch aber keineswegs unbedeutende Vorhaben auf die Beine gestellt haben, die nicht nur Einzelnen dienen.

Gute Beziehungen unterhält die Ostsee-Stiftung etwa mit den MTÜ in KIIDEVA (an der; auf Estnisch, Matsalu laht genanten Bucht, auf Deutsch Einwiek - s. etwa auf der Karte der Provinz Oesel im Download dieser Web-Site) und zu den mit Letzterer eng kooperierenden, benachbarten MTÜ in PUISE und HAESKA.

Diese MTÜ erhielten beachtlichen Eigenanstrengungen ergänzende Zuschüsse aus dem EU-Programm LEADER.

Die MTÜ in Kiideva und ihre Leiterin wurden wegen ihrer Verlässlichkeit von der Ostsee-Stiftung (s. das Schreiben an den Präsidenten der Republik Estland unter der Rubrik "Aktuelles rund um die Ostsee" und dessen Empfehlung, die Regierung mit der Sache zu befassen) als Andockstelle für Initiativen zur Bewältigung der Finanzkrise ausgewählt.

Die EU-Förderung steht allen Initiativen zur Förderung der ländlichen Entwicklung in der gesamten EU offen - vorausgesetzt (was nciht stark genug betont werden kann), sie ergänzen eigenes, greifbares Bemühen und treten nicht an dessen Stelle.

Erfolgreiche Regionalentwicklung hängt wesentlich von Finanz-Einrichtungen ab, die auf das Wohlergehen des Gemeinwesens und der in ihnen lebenden Bürger abzielen, wobei es nicht so sehr auf die Form (Genossenschafts- oder Kommunal- bzw. Regionalbanken oder zu ihnen gehörende finanzwirtschaftliche Institutionen anderen Typs usw.) sondern auf die Art ihres Handelns und die Herrschaft der Nutzniesser über sie ankommt.

Auf Gewinn-Maximierung abzielende Finanz-Institutionen können neben den gemeinwesen-orientierten durchaus ihren Platz haben. Sie sind aber für die Regionalentwicklung nicht essentiell. Das hat die kontinentaleuropäische Entwicklungsgeschichte gezeigt, an der auch die baltische Region bis zum Zweiten Weltkrieg teilhatte.

Allein in Estland gab es bis Ende der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts eine staatliche Sparkasse (unter dem Dach der Zentralbank), eine vor allem ländlich orientierte Hypothekenbank (hervorgegangen aus dem 1802 gegründeten adeligen Bodenkreditverein mit Solidarhaftung, 1932 an die veränderten Umstände angepasst), mehrere Stadtbanken und - vor allem - 173 Genossenschafsbanken, 45 Spar- und Darlehenskassen auf Gegenseitigkeit, sowie zwei genossenschaftliche Zentralbanken, zwei Versicherungsgenossenschaften und eine genossenschaftliche Zentral-Versicherungsgesellschaft. (Quelle: Estland - 20 Jahre Selbständigkeit. Herausgeber Albert Pullerits. Tallinn. 1938)

Es lohnt sich, diesen Institutionen nachzuspüren, sowie ihr Wirken als Vorbild für den Aufbau von Ähnlichem im Dienste der Volksgemeinschaft zu machen.

Entsprechendes, das den Vergleich mit dem westlicheren Europa nicht zu scheuen braucht, gab es ebenfalls in Lettland und Litauen.

Die gesamte baltische Region besitzt somit Anknüpfungspunkte für einen Erfolg versprechjenden Wiederaufbau eines gemeinwesne-orientierten Finanzwesens unter bürgerlicher Steuerung. mehr ...

VERBANDSPRÜFUNG (bei Genossenschafts-Kreditinstituten) IN DEUTSCHLAND
2010-03-28 14:05:17

Vorbemerkung:
Die nachfolgenden Darstellungen beziehen sich konkret auf die genossenschaftliche Verbandsprüfung (für Kredit-Genossenschaften). Die Verbandsprüfung für SPARKASSEN ist in Spezial-Gesetzen der deutschen Bundesländer geregelt. In der Art und Weise und den Beziehungen zwischen Selbstkontrolle und Staatsaufsicht ähneln sich beide Systeme so weit, dass sich die genossenschaftliche Verbandsprüfung durchaus als allgemeingültiges Modell und als Vorbild für ähnlich orientierte Finanzwesen-Einrichtungen außerhalb Deutschlands eignet.

Kurzdefinition (Quelle: Die große Enzyklopädie der Wirtschaft, Stichwort: Verbandsprüfung; www.economia48.com/deu/d/verbandspruefung/verbandspruefung)

Verbandsprüfung
Verbandsrevision, Prüfung der Genossenschaft durch den zuständigen Prüfungsverband. Mindestens in jedem zweiten Jahr, bei Genossenschaften mit Bilanzsumme von mehr als 2 Mio. DM jährlich. - Verbandsprüfung erstreckt sich auf formelle und materielle Komponenten, d. h., neben den wirtschaftlichen Verhältnissen und der Vermögenslage der Genossenschaft wird auch die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung etwa im Hinblick auf die Zweckmäßigkeit der Organisation oder die Beseitigung festgestellter Mängel geprüft. Verbandsprüfung ist demzufolge eine Beratungs- und Betreuungsprüfung, die u. U. wesentlichen Einfluß auf die Unternehmenspolitik der Genossenschaft gewinnt. - Im Anschluß an die Prüfung findet gemeinsame Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat statt, mit Bericht des Prüfers über das voraussichtliche Prüfungsergebnis. Das endgültige Ergebnis wird der Genossenschaft vom Verband schriftlich mitgeteilt und ist der nächsten Generalversammlung vorzulegen.

Gesetzliche Grundlagen

Genossenschaftsgesetz

§ 53 Pflichtprüfung
(1) Zwecks Feststellung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung sind die Einrichtungen, die Vermögenslage sowie die Geschäftsführung der Genossenschaft einschließlich der Führung der Mitgliederliste mindestens in jedem zweiten Geschäftsjahr zu prüfen. Bei Genossenschaften, deren Bilanzsumme 2 Millionen Euro übersteigt, muss die Prüfung in jedem Geschäftsjahr stattfinden.
(2) Im Rahmen der Prüfung nach Absatz 1 ist bei Genossenschaften, deren Bilanzsumme eine Million Euro und deren Umsatzerlöse 2 Millionen Euro übersteigen, der Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts zu prüfen. § 316 Abs. 3, § 317 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 des Handelsgesetzbuchs sind entsprechend anzuwenden. Bei der Prüfung großer Genossenschaften im Sinn des § 58 Abs. 2 ist § 317 Abs. 5 und 6 des Handelsgesetzbuchs entsprechend anzuwenden.
(3) Für Genossenschaften, die kapitalmarktorientiert im Sinn des § 264d des Handelsgesetzbuchs sind und keinen Aufsichtsrat haben, gilt § 324 des Handelsgesetzbuchs entsprechend.

Genossenschaftliche Unternehmungen des Finanzsektors unterliegen zudem den einschlägigen Sondergesetzen, in diesem Falle dem Kreditwesengesetz.

Die Verbandsprüfer beziehen diese Regelungen in ihre Tätigkeit und in ihre Ergebnisberichte ein. Dies unterstützt die staatliche Aufsicht wesentlich. Die Prüfungsbehörden stützen sich auf die Erkenntnisse der Verbandsprufer. Deren Erkenntnisse reichen in aller Regel weiter und sind tiefer, als es Staatsaufsicht sein kann. Die Staatsaufsicht kann sich bei Genossenschaftsbanken (und auch bei Sparkassen) weitgehend darauf beschränken, die Ordnungsmäßigkeit der Verbandsprüfung zu überwachen.

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2010-03-24 17:02:06

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HÖCHSTE QUALITÄT BEI WAREN UND DIENSTLEISTUNGEN - SO KÖNNEN DIE KLEINEN BALTISCHEN NATIONEN IM INTERNATIONEL KONKURRENZKAMPF BESTEHEN
2010-03-23 12:39:29

Beitrag wird ausgearbeitet mehr ...

test
2010-03-22 12:26:50

test mehr ...

STIFTUNG LIVLÄNDISCHE GEMEINNÜTZIGE und OSTSEE-STIFTUNG FÜR UMWELT- UND REGIONALENTWICKLUNG - ZUM ANFASSEN
2010-03-22 12:21:57

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test
2010-03-21 18:50:30

Testbild ohne Bezug zu dieser Web-Site mehr ...

test
2010-03-17 10:57:28

test  mehr ...

test fue 2 bilder
2010-03-07 17:51:28

eines ist rechts und eines ist links. mal schauen wie es aussieht. mehr ...

GEMEINSAME WIRTSCHAFTSKULTUR - IN DEUTSCHLAND KONTINUITÄT; IM OSTEN UNTERGEGANGEN
2010-03-07 13:18:49

PRÄSENTATION ENDE APRIL 2011 IM HAUS ANNABERG (www.annaberg.de) in Bonn-Friesdorf

Ziel ist die Rückkehr zu den baltischen Kulturen freier Bürger-Gemeinschaftlichkeit im Wirtschaftsleben zur Existenzsicherung und für Anliegen der Volksgemeinschaft.

Beteiligen Sie sich jetzt unmittelbar, als Kontakt-Mittler oder als Verbreiter der Idee!

1940 wurde die baltische Region von den in die abendländisch-christliche Kultur eingebetteten wirtschaftlichen Verhaltensweisen und Strukturen, die Ost und West seit Jahrhunderten trugen, abgetrennt. Verglichen mit früher ist die heutige Wirtschaft dort eher rückständig, weit entfernt von Bürger-Interessen und entsprechender kontinental-europäischer Standards. Besonders deutlich wird das am Geldwesen.

Das Auslöschen der überlieferten Tugenden während der deutschen und der sowjetischen Besatzung wirken bis heute nach. Der Kampf um Daseinssicherung lässt keinen Freiraum für ein Wirken über die Familie hinaus (Standard-Antwort: „Keine Zeit“).

Das dort Verlorene lebt in Deutschland, trotz aller Wirren, bis heute weiter und ermöglichte den erfolgreichen Wiederaufbau des Landes nach dem letzten Krieg. Allerdings geraten die genannten Tugenden leider auch hier ins Abseits. Helfen bei deren Reaktivierung im Osten wäre zugleich ein Beitrag zur Rückbesinnung hierzulande.

Deutsches Mitwirken beim Rehabilitieren des – nicht zuletzt im deutschen Namen -Vernichteten ist nicht nur (christlich-) moralisch verpflichtend, sondern zur gedeihlichen Entwicklung der EU unentbehrlich, insbesondere mit Blick auf die neuen Mitglieder.

Das Fehlen von Bürgern gesteuerter, gemeinwesen-förderlicher Selbsthilfe-Einrichtungen in der Wirtschaft, nicht zuletzt im Finanzwesen, in den neuen EU-Ländern und damit die Alleinherrschaft allein auf Geldgewinn zielender Unternehmen, hat schwere Schäden verursacht. Die unausgestandene Finanzkrise zeigt das deutlich.

Die für deutsche Genossenschaftsbanken und Sparkassen typische, weltweit vorbildliche Selbstkontrolle (Verbandsprüfung: Schutz gegen Mandatsverletzungen, Untreue, operative Fehler; Schadenmilderung; Bestandsschutz) ist das stabilisierende Grundelement, das diese beiden Tragpfeiler des deutschen gemeinwesen-orientierten Finanzwesens bis heute, allen Fehlentwicklungen zum Trotz, schützt.

Keine der eben erwähnten Gruppierungen ist bislang bereit, (auf eigene Rechnung) zum Wiederaufbau vergleichbarer Strukturen im Osten beizutragen. Die eine verweigert sich aus Furcht vor der Konkurrenz östlicher Mittelständler. Für die andere endet der Gemeinnützigkeitsauftrag – leider immer noch - an Deutschlands Grenze.

Wissen und Können dieser Einrichtungen können dennoch für die Rehabilitation mobilisiert werden, ohne oder mit bescheidenem Aufwand. Dies gilt nicht zuletzt für die Methodik der Verbandskontrolle. Ein know-how-Monopol der Genannten gibt es nicht.

Das Schließen der Lücke zwischen profitbeherrschten und staatlichen Aktivitäten kann insbesondere in den baltischen Ländern gelingen, weil das geistige Erbe der gemeinwesen-orientierten Vorkriegs-Wirtschaftskultur in Deutsch und in den baltischen Nationalsprachen archiviert und zugänglich ist (s. hierzu. www.baltic-sea-foundation.org).

Die Umwälzungen nach der Wende im Osten, vor allem aber die jüngsten wirtschaftlichen Krisen, haben die baltischen EU-Bürger verwirrt, sie rat- und orientierungslos gemacht, nicht zuletzt die produktiv arbeitenden. Die Erinnerung an aufgezwungene Kollektivierung blockiert kooperatives Handeln. Das Vorurteil erodiert gedeihliche Entwicklung und bedarf entschiedener, effektiver Gegenwehr.

Es lohnt, aufzuspüren und bewusst zu machen, wie die Vorfahren die gegenüber heute weit schwereren Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg durch Zusammenwirken meistern konnten.

Mit der Region verbundene, verantwortungsbewusste Personen aus dem Westen können „bewusstseins- und strukturbildend“ wirken. Heute sind Impulse für die Mobilisierung der Gesellschaft – in der Tradition des hier im Westen bis heute und im Osten bis zum Zweiten Weltkrieg Üblichen – vordringlicher als mildtätige Aktionen.

Das erfordert kaum Geld, wohl aber Engagement und dauerhaften Austausch mit der baltischen Region, einschließlich deutscher Präsenz vor Ort. Ohne Einwirken von Deutschland aus wird nichts in Gang kommen. Einsicht und Neustart bedürfen (quasi missionarischer) externer Unterstützung.

Der Verfasser wirkt so seit 20 Jahren. Allein kann er Wandel nicht bewirken. Dieser Mithilfe-Aufruf darf nicht verhallen. Passivität würde alle in der EU, im Baltikum, in den neuen und auch in den alten EU-Ländern insgesamt, schädigen. Mangelnde Entschlossenheit im Osten zeigt die Tiefe der Beschädigung und sollte Ansporn zum Handeln sein.

Als (bereits reich bestückte) Dokumentations- und Studienstelle kann ich mein dem „Haus Annaberg“ nahes Anwesen (Motto: „Livland-Haus am Rhein“) anbieten.

Ausfindigmachen, Sichten und Nutzen baltischer Dokumentationen aus der Vorkriegszeit sollten am Anfang stehen. Das gilt vor allem für Unterlagen, die nach der Gründung der baltischen Republiken entstanden.

Sie sind noch weitgehend brauchbar und können unschwer aktualisiert werden. Das in den 30er Jahren im Baltikum Geschaffene ist ein solides Fundament für Erfolg des Vorgeschlagenen.

Zunächst geht es um Grundsätzliches. Es ist zu klären, „wer“ die Handelnden und die Träger sein sollen. Die Fragen nach dem „Warum“ des Handelns und dem „für wen“ sind zu beantworten. Das „wie“ der permanenten Selbstkontrolle (s. weiter oben) ist zu gestalten.

Finanztechnisches know-how kommt ins Spiel, sobald das konzeptionelle Gerüst steht. Finanz-Fachleute können mitwirken, vorausgesetzt, sie sind zur Selbstkritik bereit und willens, Lehren aus Fehlern zu ziehen und diese zu vermitteln.

Verfasser: Jürgen Lewerenz (e-mail-Adresse: lewerenz.juergen@freenet.de; Skype-Name: juergen.lewerenz; Tel. bis 20.05. +49,2642.1532, ab 24.05. +372.4775002; Post: Am Bach 12, D-53424 Remagen. – auf die Web-Site wird noch einmal hingewiesen.

„Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen“ (Goethe, Faust I) mehr ...