KÖNNEN SIE GELD MACHEN, Herr Lewerenz?
2010-04-15 16:59:58

Ankunft des Verantwortlichen für diese Web-Site in Estland am 1. Februar 1992 als EU-Berater für die kurz zuvor re-aktivierte Estnische Zentralbank (Eesti Pank). Am folgenden Tag Vorstellung beim wenige Tage zuvor eingesetzten Zentralbank-Präsidenten.

Dieser war nicht über den Beratungsauftrag informiert worden und erfuhr über ihn erest aus den Unterlagen von Jürgen Lewerenz, Er sah auch seinen beruflichen Lebenslauf zum ersten Mal. Glücklicherweise verstand er Englisch, damals eine Ausnahme in der ex-Estnischen Sowjetrepublik.

Der formale Beratungsauftrag stiess auf wenig Interesse, aber die Erwähnung der Qualifikation im Geld- und Währungswesen erregte Aufmerksamkeit. Der Chef der Zentralbank besass zu jener Zeit noch keine Erfahrung in Währungsdingen, wie er selbst zugab.

Der Präsident stellte die für den Titel dieses Abschnitts gewählte Frage.

Er erläuterte, dass nunmehr, da Estland selbständig geworden sei, die russischen Geldlieferungen ausblieben. Deshalb werde umgehend eigenes nationales Geld benötigt.

Nach ein wenig Nachdenken schlug Jürgen Lewerenz, vor, die westdeutsche Währungsreform von 1948 zum Vorbild zu nehmen und das damalige Verfahren Einführung möglichst wörtlich zu kopieren.

Der Rat wurde angenommen. Die deutschen Umstellungsgesetze (damals noch alliiertes Besatzungsrecht) wurden in estnische transformiert.

Vor der Jahresmitte wurde umgestellt. Zweifler verstummten bald. Die Reform war erfolgreich. Alle weiteren Wirtschaftsreformen konnten darauf hin beginnen.

Drei Umstände verdienen, hier festgehalten zu werden, nämlich die Gründe für einen Umstellungstermin zum Frühlingsende, der Schutz von Kleinsparern gegen Umstellungsverluste und die Rolle der Deutschen Bundesbank.

Der Umstellungstermin:

Allen war klar, dass die Geldreform so rasch wie irgend möglich vonstatten gehen müsste. Den Ausschlag für die exakte Terminierung auf Ende Mai ergab sich allerdings aus einer Nebenbemerkung eines Teilnehmers an einer Beratung. Er meinte: Das neue Geld sollte erscheinen, wenn die Sprossen der Kartoffeln aus der Erde schauen. Eine weise Bemerkung: Sollte sich die neue Währung ein Fehlschlag erweisen, hätten die Esten wenigstens eine Ernte zum Überleben. Ging die Sache aber gut, würde der Erlös aus dem Ernteverkauf zur Geldstabilität beitragen.

Der Kleinsparer-Schutz:

Sobald sich herauskristallisierte, dass eine Währungsreform quasi über Nacht kommen würde, bildeten sich lange Schlangen vor den Schaltern der Filiale der ex-sowjetischen Sberbank. Die Bankbediensteten mussten wegen der Bargeldknappheit rationieren. Sie bevorzugten Kunden, die ein angemessenes Trinkgeld hinterliessen. Den Kleinsparern, meist arme oder kranke, in der Sowjetzeit diskriminierte Esten waren einerseits zu schwach, um langes Warten durchzustehen und sie waren zudem materiell nicht in der Lage, den Bankbediensteten ein Geschenk zu geben. Diese Umstände waren in der Zentralbank durchaus bekannt. Es wurde deshalb ein bescheidener Maximalbetrag für eine Umstellung von Rubel-Sparguthaben dekretiert. Die so begünstigten Kleinsparer liessen, anders als erwartet, ihr Guthaben in neuer Währung auf der Bank. Sie bekundeten ihr Vertrauen in die Reform, was ein nicht unbedeutender Stabilisierungsfaktor war.

Die Deutsche Bundesbank:

Per Gesetz wurde die Relation zwischen estnischer Krone und DM auf 8:1 fixiert. Die Regelung gilt bis heute, auch nach der Einführung des Euro in Deutschland. Jürgen Lewerenz riet dem Präsidenten der Eesti Pank, vor dieser Festlegung der Bundesbank einen Besuch abzustatten und sie über dieses Vorhaben zu informieren. Dies geschah. Jürgen Lewerenz erfuhr, dass der Präsident der Bundesbank zwar keine Einwände erhob, aber anmerkte, Estland könne keinerlei deutsche Unterstützung erwarten.

Ehrung für den Erfolg der Geldreform fiel natürlich allein dem Chef der Zentralbank zu, nicht aber dem Berater, der ohne Autorisierung seines Auftraggebers handelte und der schweigen musste, um eine Zurechtweisung durch die Entscheidungsträger in Brüssel zu vermeiden.

Als die erste Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) kurz nach der Einzahlung der regulären Goldquote aus dem immer noch vorhandenen Guthaben Estlands bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), aber noch vor der Verabschiedung des Paketes der Umstellungsgesetze nach Estland kam, waren die IWF-Abgesandten über die Professionalität der Gesetzesentwürfe verblüfft. Sie stellten dem Lande ein erstklassiges Zeugnis aus. Das Geheimnis hinter dem Wunder wurde nie gelüftet.

Seit jenen Tagen bemüht sich der Verfasser, die im Krieg in der baltischen Region ausgestorbenen bürgerlichen Verhaltensweisen, insbesondere die von der Zivilgesellschaft getragenen Einrichtungen der wirtschaftlichen Selbsthilfe wiederzubeleben.

Eine Aufgabe, deren Erfolg sich, wenn überhaupt, erst nach Jahren und nach vielen Anläufen einstellen kann und wird, so sehr ein Gegengewicht gegen die Allmacht der Aneignungs-Wirtschaft nicht nur für die kleinen neuen EU-Länder am Ostrand der Ostsee, sondern für das Gedeihen aller Mitglieder der EU, neue und alte, vonnöten wäre.

Estnisches Bauerngehöft von 1890 und Fränkisches Weinbauerngehöft von 1670 (künftiges Livland-Haus am Rhein) - Zwei Denkmäler gemeinsamer europaeischer Kultur
2010-04-04 12:47:06

Besonders hingewiesen wird auf die Funktion DOWNLOAD. Sie enthält historische ( Ende des 18. Jahrhunderts, teilweise noch älter) Gesamt- und Kreiskarten Livlands, des allten Estland und der Insel Ösel/Kurre Saar (heute Saaremaa). die allerdings nur für rein private und nicht-kommerzielle Zwecke genutzt werden dürfen.

VERLÄSSLICHE NICHT-REGIERUNGSORGANISATIONEN (NRO/NGO)
2010-04-04 12:18:51

Nicht-Regierungsorganisationen mit Gütezertifikat als Baumeister der Zivilgesellschaft in der Ostseeregion

Zertifizierung von Nicht-Regierungsorganisationen (NROen/NGO’s)

Es ist ein weltweites Erfordernis, die Leistungsfähigkeit dieser für den Aufbau autonomer Strukturen der Zivilgesellschaft wesentlichen Instrumente zu verbessern.

Es ist sinnvoll, die Innovation mit dem Wiederaufbau bürgerlichen Lebens in den Ländern am östlichen Rand der Ostsee und mit dem Prozess der Verbesserung der Kohäsion und der Konvergenz zu verbinden, von dem der Erfolg der erweiterten EU und auch jener der EU-Nachbarschaftsbeziehungen vital abhängen.

Die Völker in der Ostseeregion praktizieren seit vielen Jahrhunderten Zusammenarbeit und kulturellen Austausch. Dies ermutigt, die herausfordernde Aufgabe des Zertifizierens gerade hier zu beginnen. Nachrichten über den Erfolg in dieser Region werden um die Welt laufen.

Das Kernelement des Zertifizierens ist ständige, erschöpfende und in die Tiefe gehende Überprüfung. In diesem Zusammenhang werden die Personen und Institutionen hinter und in jeder NRO/NGO (das „Wer“) überprüft und die Qualität ihrer Aktivitäten (das „Wie).

Die Teilnahme wird freiwillig sein, weil interne Angelegenheiten den Kontrolleuren gegenüber offengelegt werden.. Die Überprüfung wird in den Händen vertrauenswürdiger und unabhängiger Dienstleistungseinheiten der NRO/NGO-Vereinigungen liegen.

Entdeckte Ungereimtheiten werden unverzüglich beseitigt, wo erforderlich mit Hilfe der gleichen oder anderer Spezialisten der Vereinigungen.

Eine NRO/NGO, die (zur Zeit der Überprüfung oder nach Korrekturen) hohe Qualitäts- und Umsetzungsstandards erfüllt, kann ein Zertifikat beanspruchen, das (falls keine unvorhersehbaren oder außerordentlichen Ereignisse eintreten) bis zur nachfolgenden Überprüfung gilt.

Das vorgeschlagene System würde binnen kurzer Zeit die allzu oft von negativen Folgen begleitete libertinage in der NRO/NGO-Welt beseitigen. Gleichzeitig würden hoheitliche Interventionen, Einmischungen (z.B. russische Lizenzierung von NROen/NGO’s) und Sanktionen verhindert oder zumindest abgemildert.

Dies würde helfen, wirklich nachhaltige Strukturen von sozialem und gesellschaftlichem Interesse zu schaffen, wovon die neuen EU-Länder an der Ostsee, die Ostseeregion insgesamt, West und Ost, die EU und die EU-Regionen in der Nachbarschaft profitieren würden.

Ethisch orientierte Praxis und ständige Kontrolle der Leistungen der Handelnden müssen ineinander greifen. Synenergie ist lebenswichtig, um das Ziel zu erreichen, nämlich starke Volksgemeinschaften, die das europäische kulturelle Erbe respektieren und durch ihr Handeln bewahren.

Die angeregte Modalität verschafft weit umfassendere, tiefere und ins Einzelne gehende Einblicke, als sie landläufige Wirtschaftsprüfung je bewerkstelligen könnte.

Die Überprüfung umfasst persönliches Verhalten und berufliche Leistungen von Managern und Linien-Personal der NROen/NGO’s. Es wird besondere Erfordernisse für Einrichtungen geben, die mit „anderer Leute Geld“ arbeiten, sei es in der Form von Zuwendungen, Subsidien, Dienstleistungsentgelten oder anvertrautem Geld.

Das bestmögliche Vorbild für eine derartig profunde Kontrolle wäre die bei der sogenannten Verbandsprüfung (= gruppeneigene, aber dennoch unabhängige, tiefgehende Selbstkontrollen, durchgeführt von beauftragten Dienstleistungseinheiten, in Verbindung mit Problemlösungs-Hilfen) der kontinentaleuropäischen Genossenschaften und Gegenseitigkeitsvereine.

Die know-how-Träger sollten zu Rate gezogen werden. Der Verfasser ist bereit, ehrenamtlich Vereinbarungen über das Überlassen von Wissen und Erfahrungen zu unterstützen. Er hat gute Verbindungen zur Welt der Genossenschaften..

Das Zertifizieren von NROen/NGO’s wäre eine grundlegende Neuerung, nicht nur für die ehemals sowjetischen Ostseeregionen, sondern für ganz Europa und die Welt.

Bis heute arbeiten NROen’/NGO’s weitgehend unkontrolliert, was häufig zu Unregelmäßigkeiten, Fehlschlägen, Enttäuschungen und, vor allem, zu Mißtrauen, führt. Dies alles behindert Selbsthilfe-Initiativen, insbesondere in Osteuropa. Effiziente Selbstkontrolle würde die Situation radikal umgestalten.

Die vorgeschlagenen Kontrollen würden die Arbeitslast der öffentlichen Aufsichtsbehörden verringern, vor allem bei den kleinen Verwaltungen der baltischen Staaten (z.B. NRO/NGO-Vorhaben mit EU-Regionalfonds oder auch „credit unions“).

Zertifizierte NROen/NGO’s wären sichere Partner bei öffentlichen Förder-Programmen, weil die neue Modalität viel wirksame wäre als regierungsamtliche Aufsicht.

Die staatlichen Aufsichtsorgane könnten sich darauf beschränken, ein wachsames Auge auf die Zertifizierungs-Einrichtungen zu haben. Unmittelbares Kontrollieren von NROen/NGO’s, heute der Kern der Überwachungsarbeit, würde delegiert. Die Kontrollbeamten könnten sich auf die Erkenntnisse und die Berichte der Verbandsprüfer stützen.

Es ist angeraten, sich zunächst an Pionier-Einrichtungen zu wenden, die aus ihrer Art oder aufgrund ihrer Handlungsmaximen Verteidiger von Ethik und Moral sind, wie etwa die NROen/NGO’s der Kirchen selbst oder solche, die ihnen nahe stehen, weil diese bereit sein dürften, ohne Zögern oder Einwände mitzumachen.

Es kann vorweggenommen werden, dass die Konkurrenz unter den NROen/NGO’s schon bald zu einer allgemeinen Übung führen wird. Abseits Bleibende NRO’en/NGO’s würden den Zugang zu Zuwendungen, öffentlichen Geldern, staatlichen Programmen, zu Geldeinlagen und zu anderen Finanzierungsquellen verlieren.

Eine Bereinigung des NRO/NGO-Sektors würde stattfinden. Das Vertrauen der Behörden, der Unterstützer, der Nutzer und der Öffentlichkeit wäre sicherer Baugrund für autonome und selbsttragende bürgerliche Selbsthilfe und für eine gerechtere Gesellschaft.

Zunächst könnte es geschehen, dass die Transparenz Fürchtenden protestieren. Dies würde anzeigen, dass das Erreichen der angestrebten Ziele nahe ist. NROen/NGO’s die Ergebnisse von gesellschaftlichem Nutzen erzeugen, haben nichts zu befürchten. Im Gegenteil, sie würden das Zertifikat als Qualitätssiegel für ihre Einrichtung und deren Arbeit nutzen.

Dauerhafte institutionelle und personelle West-Ost-Bindungen werden wachsen, sobald die Völker am Ostrand der Ostsee glaubhaft zeigen, dass sie zu ihren vorbildlichen Vorkriegstugenden zurückgekehrt sind. (Anmerkung: Bis zum Zweiten Weltkrieg war die genossenschaftliche „Verbandsprüfung“ auch im Osten gängig.)

Diejenigen, welche die Innovation zuerst übernehmen, werden eine Führungsposition erobern. Insbesondere Länder mit geringem Gewicht im internationalen Entscheidungs-Gefüge könnten Nutzen ziehen. Die baltischen Länder sollten die einzigartige Chance wahrnehmen.

Die nachfolgenden Punkte und die sich daran anschließenden Projekt-Anregungen sollten unter Beachtung der oben erwähnten fundamentalen Aspekte gelesen werden.

Der Aufbau des Zertifizierungs-Systems erfordert ein Netzwerk vertrauensvoll und eng kooperierender lokaler, regionaler und insbesondere grenzüberschreitend arbeitender Einrichtungen.

Die Verbindungen zwischen den einzelnen Ländern am Ostufer der Ostsee und dem Westen nehmen ständig zu. Jedoch sind grenzüberschreitender Austausch und vor allem effektive Zusammenarbeit leider noch immer unterentwickelt, selbst zwischen den kleinen baltischen Ländern. Das darf schon im Eigeninteresse der Völker in dieser Region nicht so weitergehen. Ganz Europa, die EU und die Länder jenseits von ihr, erwartet eine stärkere „Kohäsion“ unter den baltischen Nachbarn.

Inter-Aktion zwischen modernen gewinnorientierten und zugleich gemeinnützigen Unternehmen und nicht-kommerziellen Einrichtungen sollte überall dort in die Wege geleitet werden, wo es möglich ist.

Auf Wunsch kann der Autor interessierte Leser über langfristig bewährte Lösungen dieser Art aus seiner eigenen beruflichen Erfahrung informieren. Er ist, unter anderem, bereit, das Werk einer sehr erfolgreichen südamerikanischen Stiftung „unter dem Dach der Kirche“ vorzustellen, die der Kopf sozialer und die Gesellschaft unterstützender Einheiten ist, zu der aber auch ein am Markt konkurrierendes finanzwirtschaftliches Konglomerat mit sozialer und gesellschaftsfördernder Bindung gehört. In den korrupten Zusammenhängen, in denen sie sich bewähren musste, ist sie ein einzigartiges Symbol für Anstand und den Respekt gegenüber ethischen Werten. Sie könnte ein für Osteuropa nützliches Vorbild sein.


Respekt gegenüber den ethischen Werten der europäischen Zivilisation und das Einhalten ihrer Grundprinzipien sind in den Regionen verloren gegangen, die über viele Jahrzehnte sowjetisch beherrscht waren.

Einrichtungen der bürgerlichen Gesellschaft waren eine Gefahr für die Mächtigen. Deshalb wurden sie ausgerottet. Als das Sowjetregime zu Ende war, wurde ein strukturelles Vakuum offenbar. Die Kontinuität war schon zu Beginn jener Periode unterbrochen worden. Die einstmals blühenden Selbsthilfe-Systeme des Bürgertums in den östlichen Anrainer-Regionen der Ostsee sind untergegangen.

Es gibt eine große Ausnahme: Die etablierten Kirchen. Sie litten, jedoch überlebten sie. Heute sind sie die einzigen, die in der Lage wären, den Graben zwischen Staat und Bürgern zu schließen. Alternativen gibt es nicht.

Ich meine, dass die Kirchen – im Osten, jedoch ebenfalls die im Westen – geradezu verpflichtet sind, eine Führungsrolle für die Rückkehr solcher Strukturen zu übernehmen, die im Einklang mit dem gemeinsamen kulturellen Erbe der Ostsee-Region stehen.

Das Argument, sie seien nicht auf diese riesige Aufgabe vorbereitet, überzeugt nicht. Lastenteilung mit ihren natürlichen Partnern am Westufer der Ostsee würde sie befähigen. Die westlichen „Brüder“ sollten nicht länger zögern oder sich hinter Wohltätigkeiten verbergen. Physische Präsenz vor Ort ist nötig.

Die Herausforderung ist zwar groß, aber sie ist zugleich eine einzigartige Chance für die Kirchen im Osten. Sollten sie sich weigern, die Rolle als Förderer der Zivilgesellschaft zu akzeptieren, werden sie gegenstandslos werden

Als engagierte Partner im Wiederaufbau-Kampf werden sie soziale Kompetenz bekommen. Ihre Mission (Anmerkung: Der Terminus „Mission“ wird hier bewusst im doppelten Sinne des Begriffes verwandt) würde sich den brennenden Nöten unserer Zeit anpassen.

Vorhaben für eine partnerschaftliche, auf die gegenwärtigen Grundbedürfnisse abzielende Zusammenarbeit könnten sein:

Das die gesamte Ostseeregion umspannende Zertifizierungssystem selbst, das allen Selbsthilfeeinrichtungen ohne und mit Geschäftsbetrieb, ihren Zuwendungsgebern und Unterstützern, zukunftsorientierten Wirtschaftsprüfern in der östlichen Ostseeregion und den Aufsichtsbehörden angeboten werden sollte.

Es erscheint angeraten, die Grundlagen für das System unverzüglich zu schaffen. Der Verfasser dieses Textes ist zu ehrenamtlicher Arbeit bereit, aber er benötigt gleichgesinnte Mithelfer. Es wäre das Beste, sofort eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Die Aufforderung zum Mitmachen richtet sich zu aller erst an erfahrene westliche Senioren (Freiwillige mit sicherem Einkommen).

(Pensionierte) Verbandsprüfer aus dem Kreis der kirchennahen Genossenschaftsbanken wären höchst willkommen.

Wie oben schon angesprochen, die Innovation könnte die Akzeptanz der kleinen baltischen Länder stärken. Deshalb sollten örtliche Partner zunächst in diesem Raum gesucht werden. Es wäre vorteilhaft, von Anfang an Partner in mehreren dieser Länder zu haben. Ein Vorhaben dieser Art wäre für eine gemeinsame, grenzüberschreitende West-Ost-West Kooperation sehr geeignet.

Sobald die Selbstkontroll-Einheiten funktionsfähig sind, kann an praktische Dienstleistungen für Einzelpersonen an der Basis im Bereich der wirtschaftlichen Selbsthilfe (Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen) gedacht werden.

Fachmännische Unterstützung beim Gestalten finanzieller Angelegenheiten könnte eine Option sein. Um den Bedürfnissen der Finanzierung Suchenden zu entsprechen, ist es nicht unbedingt erforderlich –vielleicht sogar nicht einmal angeraten – eine Bank zu errichten. (Anmerkung: Das könnte unter Umständen später geschehen.) Begleiten bei Verhandlungen mit Anbietern am Finanzmarkt könnte die Beratung ergänzen.

SCHWERGEWICHT - NEUE EU-LÄNDER AM OSTRAND DER OSTSEE
2010-04-03 17:42:03

Die kleinen Länder am Ostrand der Ostsee, Estland, Lettland, Litauen - mittlerweile alle EU-Mitglieder - sind, bis in ihre Grundfesten, von der Finanz- und Wirtschaftskrise erschüttert.

Dennoch finden ihre Nöte kaum Widerhall in den Informations-Medien. Sie haben international ein zu geringes Gewicht, um Aufmerksamkeit zu erregen. Hinzu kommt, dass sie nicht mit grossen Skandalen oder Katastrophen von sich reden machen.

Die Erosion in Wirtschaft, Gesellschaft, im Sozialen und auch auf der staatlichen Ebene findet im Stillen statt. Die Armen, vor allem diejenigen, die in den Kollektiveinrichtungen des sowjetischen Systems ihr bescheidenes, aber sicheres Auskommen fanden, sterben einsam und früh.

Die Selbstversorgung auf dem Lande - alle drei Länder sind stark ländlich geprägt und viele haben zwar eine städtische Wohnung, der Lebensmittelpunkt ist aber gerade für die nicht zu den Bevorzugten der Sowjetherrscher zählten - spielt nach wie vor eine bedeutende Rolle, weit mehr als in den westeuropäischen Industrieländern.

Diejenigen, deren Übertleben durch Selbstversorgungs-Wirtschaft gesichert ist, spüren zwar unzureichendes oder gar fehlendes Geldeinkommen, doch gehen sie, anders als diejenigen, für die früher das System sorgte, nicht unter.

Die Selbstversorger schauen nicht auf die Not der armen Alten in der Stadt. Solidarität mit den Armen gibt es kaum, nicht zuletzt, weil diese als der ungeliebte Nachlass der verhassten Fremdherrschaft angesehen werden.

Jeder von denen, die zu den besser Abgesicherten gezählt werden kann, ist von früh bis spät um die eigene Gegenwarts- und Zukunftssicherung und diejenige seiner engsten Familienangehörigen bemüht. Die Krise führt zu verstärkten Anstrengungen, über die Runden zu kommen.

Gemeinschaftssinn und gemeinnütziges Handeln sind fast so etwas wie Begriffe aus einer fremden, fernen Welt.

Das Zusammenwachsen der neuen EU-Länder im Osten mit denjenigen, welche die alte EU genannt werden, ist schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil die Einwohner der neu in die EU Gekommenen meist noch weit von der Erkenntnis entfernt sind, dass sie die gemeinwesen-fördernden Tugenden und Institutionen wiederbeleben müssen, die im Zweiten Weltkrieg verloren gingen.

Aus dieser Konstellation ergeben sich unter anderem riesige Schwierigkeiten beim Umsetzen von EU-Förderprogrammen, die von der falschen Annahme des Vorhandenseins von bodenständigen Nicht-Regierungs-Einrichtungen (NRO/NGO) mit sozial, gemeinschaftsfördernder oder wirtschaftlicher Zielsetzung ausgehen. Es gibt ausreichend Fördergelder, aber es fehlen Strukturen und damit unterstützungswürdige Projekte.

Die Ostsee-Stiftung richtet ihr Augenmerk aus den dargestellten Gründen auf Estland, Lettland und Litauen.

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DAS BEHERRSCHENDE THEMA - DIE VERHEERENDEN WIRKUNGEN DER FINANZKRISE FÜR DIE KLEINEN NEUEN EU-LÄNDER AM OSTRAND DER OSTSEE UND DIE FRAGE: WIE SOLL DIE KRISE GEMEISTERT WERDEN?
2010-03-29 19:00:25

UNTERNEHMUNGEN SEIT BEGINN DER KRISE - SUCHE NACH BODENSTAENDIGEN LOESUNGEN IN EUROPAEISCHER TRADITION
2010-03-29 13:35:27

DER LEHRREICHE FEHLSCHLAG MIT EINEM AKADEMISCHEN DISKUSSIONSFORUM ZUM ERARBEITEN VON GRUNDLINIEN FUER EINEN NEUSTART AUF DER GRUNDLAGE DES REGIONALEN ERBES DER WIRTSCHAFTSKULTUR (Dokument 1)



Kommentar zu Dokument 1:

Der nachfolgende Brief auf Englisch (Deutsch wäre nicht verstanden worden) von Mitte 2009 richtete sich an das Haapsalu College, einer Abteilung der Universität Tallinn in der Kreisstadt des Verwalters dieser Web-Site an seinem zweiten, dem estnischen Wohnsitz. Er geht auf eine dort willkommen geheissene Vorbesprechung zu einem Sommer-Seminar unter dem Dach des College zurück, bei dem erste Gedanken zu Auswegen aus dem Dilemma entwickelt werden sollten, in das alle baltischen Länder durch die Finanzkrise geraten sind. Das Seminar kam nicht zustande, weil sich das College an die Falschen, nämlich an Finanzfachleute wandte. Diese zeigten keinerlei Interesse, weil sie auf Finanzhilfen fixiert sind, die es ihnen erlauben, den falschen Weg fortzusetzen.

Dies motivierte zu einem weiteren Schritt - siehe Dokument 2, nämlich zunächst den Kontakt zu Historikern zu suchen.


Dear.....

I intend to start a civic initiative, together with forward looking, EU minded Estonians, in these days of desperation and helplessness after the collapse, aiming at developing solutions, based on the experience of their ancestors who were able to provide appropriate answers for even deeper economic, social and civic society problems in the past 300 years(e.g. after the Nordic War and after WW I). Ahead of starting the generation of specific know-how (out of local resources - i.a. pre-WW II documentations in the archives - and with the help of experienced like-minded Western European helpers), it seems necessary to develop the know-why (the crisis has happened and why civic togetherness is elementary), the essential mental pre-condition for a new beginning. It urges to start quickly because the recovery process will take time and many obstacles will appear. Therefore, I recommend not to hesitate. Before coming to Estonia this year, five weeks ago, I contacted suitable German institutions. All answered that - in spite of the big problems which they actually are facing - they could assist interested groupings at the Eastern rim of the Baltic Sea. They made it clear that creating initiatives is up to the people in the East. Since my time as EU advisor to Estonia (1992-1993) - when I helped to design and to introduce the Estonian kroon - I have stressed the need for re-activating financial civic institutions (co-operatives; municipalities) based financial ("financial" in a broad sense) bodies which are not only profit oriented but which are committed to support the progress of civic society, as a whole and/or a defined part of it (e.g.: my discussions with Mr. Hanschmidt, ahead of creating Eesti Ühispank). My conviction has always been that a national financial system is incomplete, as long as the link between merely profit maximizing financial business and Statal systems in the form of "community oriented finance" is missing. But, until the collapse of the world of irrestricted finance a short time ago, my traditions based suggestions found little acceptance in the West - where the US model gained, more and more, room - and no response, at all, in Estonia and other post-Soviet rule regions - because the traditions were considered as out-dated, not only in the eyes of businessmen but also by international advisors. The need for using the traditions as an orientation for a new beginning, is not only valid for Estonia but for the ex-communist world, as a whole. In this sense, it seems to be advisable to start the initiative locally - i.e. at Haapsalu College - but to have in mind, from the start on, to operate across the national borders, at least, for the beginning, into neighboring Latvia. It can be anticipated that more and more reform initiatives of the proposed and similar type will be undertaken, all around Europe, especially in the especially crisis affected new EU countries after the start signal by the Haapsalu summer seminar. There will be a considerable multiplier effect because the call for new approaches is wide spread but, until now, most do not have a fundamental new start in mind but only more fresh money to be able to continue (the wrong road) as until now. Haapsalu College (and Tallinn University) will gain international reputation with this start-up event, in the short and in the long run. It will be a success because it is innovative and, at the same time, conservative. Conservative means a solid foundation in the experience of the past of the country and the Baltic region, combined with Western European achievements which have brought success and backed the prosperity after the destructions of WW II. Both, co-operative and municipal finance - where they are still powerful, as, for example in Germany - have remained trustworthy and safe, also during the actual financial (and general economic) crisis because of their unique audit system (in German called "Verbandsprüfung" - i.e. federation audit) which digs deeper and is much more comprehensive than the best Statal supervision - as discussed actually, especially in the USA and the EU - ever could be. This has strengthened the competitiveness of the German community oriented finance, it also has enabled the German Federal States official banks to survive. Without the solid self-control, a financial desaster could have happened, not only in Germany but in the EU in general, much bigger than the bank failures in the USA. Self-control should be high ranking, from the first moment of the proposed discussion on. (Institution building should always integrate "federation audit" and training for it, as well. Technology transfer could be made possible, at no or low cost, by co-operation with those Western institution which practice it. I am able to open the access.) This element merits to be stressed because it is the back-bone of community oriented finance. It will not be enough to simply copy this kind of audit - following the model of the adoption of the EU-acquis by the EU accession candidates - it should be understood and, on this solid ground, be developed, especially in the smaller new EU countries which are not in a position to maintain a so sophisticated financial market supervision as the bigger EU members.


IDENTIFIZIERUNG ARCHIVIERTER ZEUGNISSE GELUNGENER KRISENBEWAELTIGUNG IN DER ZEIT BIS ZUM ZWEITEN WELTKRIEG (Dokument 2)

Zunächst die Liste der angesprochenen Historiker und ihrer Hochschulen:

Uni Frankfurt/M, Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Geschäftsführung
Geschaeftsfuehrung.histsem@uni-frankfurt.de

Baltische Historische Kommission – Universität Tallinn – Universität Hamburg – Institut für die Kultur und die Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa - IKGN
Prof. Dr. Karsten Brüggemann
karsten.bruggemann@tlu.ee; Tel. +372.56981012; Post: Tallinn University, Institute of History, Rüütli 6, EE- 10130 Tallinn, Estland

Institut für die Kultur und die Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa – IKGN (an der Universität Hamburg), Lüneburg
Dr. Andreas Lawaty, a.lawaty@ikgn.de; Dr. Anja Wilhelmi, a.wilhelmi@ikgn.de; Dr. Detlef Henning, d.henning@ikgn.de

Universitäten Greifswald und Szczecin/St ettin, Prof. Dr. Jörg Hackmann, joeg.hackmann@univ.szczecin.pl; Tel.: +48.91.-444.3319; mobil: +49.173.219.3277; Fax: +49.3834.86.89967; Skype: joerg_hackmann Post: University of Szczecin, Dept. of History and International Relations, ul. Krakowska 71-79, PL-71-017 Szczecin, Polen

Universität Tartu/Dorpat, Prof. Dr. Tiit Rosenberg, tiit.rosenberg@ut.ee; Prof. Dr. Mati Laur, mati.laur@ut.ee; Post: Lossi 3, EE-50090-Tartu, Estland

Universität von Lettland, Riga, Prof. Dr. Ilgvars Misans, ilgvars.misans@lu.lv; misans@lanet.lv, Post: Latvijas Universitāte, Vēstures un filosofijas fakultāte, Brivibas iela 32, LV-1586 Riga, Lettland

Für diese fertigte ich nachfolgende Projektskizze. Dies wurde willkommen geheissen. Doch gleichzeitig teilten alle Angesprochenen mit, dass weitere Akteure hinzu kommen müssten, denn keiner von ihnen sei Spezialist für Wirtschaftsgeschichte. Dies wiederum führte mich zur Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe beim Landtag von Nordrhein-Westfalen, für die ich nach Vor-Abstimmung Dokument 3 erarbeitete, auf das ich bislang keine Antwort (Vermutung: Ablenkung durch den Landtags-Wahlkampf in NRW) erhielt. Das Papier ging deshalb an Kooperationskandidaten in Nordrhein-Westfalen (DSL-Bank-Gruppe und Institute for Social Banking, beide Bochum).


September 2009

ERSTE PROJEKT-SKIZZE

Systematisierung und Aktivierung des Erbes der

LIVLÄNDISCHEN GEMEINNÜTZIGEN UND ÖKONOMISCHEN SOZIETÄT

als Orientierungshilfe
für den Aufbau tragfähiger gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Strukturen und Handlungsweisen im östlichen Ostseeraum zur Überwindung der gegenwärtigen und künftiger Krisen

1. Oberziel

Wiederaufbau des infolge des Zweiten Weltkrieges, der Nachkriegszeit verloren gegangenen Verbindungsgliedes zwischen Staat und Bürgern, nämlich autonomer, in der Gesellschaft verankerter, gemeinnütziger Einrichtungen der wirtschaftlichen Selbsthilfe.

Ohne Orientierungshilfe der Geschichte, d.h. ohne Kenntnis der Wege, welche die Vorfahren beschritten und wie sie frühere, oft weit tiefere Krisen meisterten, wird eine sichere Zukunft für die baltische Region (und die Mehrzahl der ehemals von Sowjetrussland beherrschten Staaten) nicht zu gestalten sein.

Eine tiefgehende Neugestaltung auf der Grundlage der westeuropäischen Traditionen, die einst auch in den russischen Ostseeprovinzen praktiziert wurde, ist erforderlich. Dies können und wollen diejenigen, die gestern und noch heute im Wirtschaftsleben Einfluss haben und die für die gegenwärtige Krise mitverantwortlich sind, nicht unternehmen, wie ich selbst erfahren habe.

Es geht zunächst nicht um Wirtschaftstechnik, sondern um historisches Wissen und um Bewusstseinsbildung auf dieser Basis, um Werte. Erst wenn hier und in denjenigen Gegenden Europas, in denen die Traditionen trotz der Umwälzungen durch die Ereignisse im verflossenen Jahrhundert bewahrt und den Erforderungen der Zeit angepasst wurden Gleichgesinnte vorhanden sind, kann Zusammenarbeit zur Ausgestaltung des Rahmenwerkes, für das ich plädiere, wirksam werden.


2. Strategie

Unmittelbare und mittelbare Verbindung zu verwandten Einrichtungen im west-europäischen, vorzugsweise dem deutschen Kulturraum, um einerseits die Verbundenheit mit europäischen Kulturtradition zu demonstrieren und andererseits, um von deren Verbindungen und Ressourcen zu profitieren und schließlich, um dauerhafte Verbünde herzustellen.

Derartiges kann nicht importiert werden. Die von den europäischen Instanzen vorgegebne Übertragung des formalen EU-„acquis“ auf die Kandidaten für die EU-Erweiterung kann kein Leitbild sein. In der baltischen Region muss Bodenständiges aus den wiederbelebten Wurzeln wachsen, an das angeknüpft werden kann.

Von denjenigen, die für die gegenwärtige Krise verantwortlich sind, kann kein verlässlicher Neubeginn erwartet werden. Im Gegenteil, sie werden stets versuchen, ihre verderbliche Praxis zur Gewinnmaximierung fortzusetzen.

Dies bringt eine außerordentliche Herausforderung an Geschichtsbewusste, damit in erster Linie an professionelle Historiker mit sich. Die Forscher müssen vernetzt denken und dürfen sich nicht auf Spezialistentum zurückziehen. Sie müssen „angewandt“ handeln, keineswegs „museal“.

3. Partner

Hervorragender Kandidat für eine Kooperation: Die „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ aus Frankfurt/Main, deren Mutter-Einrichtung, die Anfang des 19. Jahrhunderts von Frankfurter Bürgern gegründete, von Geist der Aufklärung inspirierte „Polytechnische Gesellschaft“, die sich, ähnlich wie die „Livländische Gemeinnützige...“, um Wirtschaft und Gesellschaft verdient gemacht hat, welche u.a. die „Frankfurter Sparkasse“, eines der größten Kreditinstitute in Deutschland, aufbaute und betrieb, diese vor geraumer Zeit verkaufte und den sehr beachtlichen Erlös in den Kapitalstock der neuen „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ einbrachte, die einer der bedeutendsten gemeinnützigen Förderer von Vorhaben in und um Frankfurt/Main wurde.

(Anmerkung: Während des diesjährigen „Deutschen Stiftungstages“ – ich bin vom Bundesverband Deutscher Stiftungen geprüfter und zertifizierter Stiftungsberater, also „insider“ im Stiftungswesen – habe ich Verbindung zum Vorstandsvorsitzenden der Frankfurter Stiftung – er hat livländische Familienbande, wie er mir sagte – aufgenommen; Hintergrund dieses Kontakts war meine Verbindung mit der „Sparkassen-Stiftung für internationale Kooperation“, mit der ich seit Jahrzehnten vertrauensvolle Beziehungen unterhalte.)



4. Vorgehensweise

Die „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ ist eine Fördereinrichtung, d.h., sie unterstützt Projekte anderer, die engen Bezug zu Frankfurt haben müssen. Deshalb ist eine Verbindung zu mit der Universität Tartu kompatiblen Lehr- und Forschungseinrichtungen in Frankfurt/Main anzuraten und ein Vorhaben zu entwickeln, das von beiderseitigem Interesse ist und für dessen Förderung bei der „Stiftung Polytechnische Gesellschaft“ geworben werden könnte. Der natürliche Partner der Universität Tartu wäre die Johann Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main.

(Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, mit der die Universität Tartu bereits eine erfolgreiche Kooperation auf einem bereichsnahen Gebiet praktizierte, könnte durchaus mit von der Partie sein.)

Steht einmal ein solides und überzeugendes Grundgerüst, werden sich bald weitere Fördermöglichkeiten (etwa seitens der EU, die insbesondere das Zusammenwirken der Nachbarn Estland und Lettland begrüßen und unterstützen wird) eröffnen.

5. Estnisch-Lettisch-Deutsches Gemeinschaftsvorhaben

Zum Einstieg, mein thematischer Vorschlag:

Von Gruppeninteressen ständischer (adeliger oder „zünftiger“) Korporationen in Stadt und Land zu gemeinnützigem Wirken für die Volksgemeinschaft:

Paradebeispiele: Die städtische Frankfurter „Polytechnische Gesellschaft“ und die mehr ländlich ausgerichtete „Livländische Gemeinnützige und Ökonomische Sozietät“ mit ihren institutionellen Verbindungen zu Alt-Estland und Kurland, ihr Ursprung in der „Aufklärung“, ihr Wirken, ihre Geschichte, ihr Erbe und ihre Funktionen heute und in Zukunft

Als aktuelles (Stichwort: Finanzkrise) rege ich – weil im Zuge der Neuordnung nach dem Ende der sowjetischen Periode sträflich vernachlässigt - fernerhin an:

Beiträge der Polytechnischen Gesellschaft und der „Livländischen Gemeinnützigen...“ auf dem Gebiete des gemeinwesen-orientierten Finanzwesens (u.a. Städtische Sparkassen; Kommunalkreditinstitute im baltischen Raum; Estländische Adelige Kreditkasse, eine Grundkreditbank, die nach der Bodenreform nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Bank für langfristige Darlehen umgestaltet wurde; Genossenschaftsbanken und -versicherungen)

Livland ging nach dem Ersten Weltkrieg teils in Estland, teils in Lettland auf. Wer sich mit einer livländischen Einrichtung befasst, muss zwangsläufig grenzüberschreitend denken und wirken, nicht nur in Richtung Deutschland, sondern insbesondere in Bezug auf die unmittelbare Nachbarschaft.

Die „Livländische Gemeinnützige...“ ist ein Band, um die Nachbarn wieder einander anzunähern und – im europäischen Geiste – Verbindendes über Trennendes zu stellen (Stichworte: Kohärenz und Konvergenz in Europa).

Ich gehe davon aus, dass die Universität Tartu/Dorpat/Dörpt, die seinerzeit „die“ livländische Hochschule war, sich ihrer Tradition verpflichtet fühlt und eine estnisch-lettische Kooperation auf dem vorgeschlagenen Gebiet zustande bringen will und kann.

6. Meine Beiträge


Zunächst kann ich meine in einem langen Berufsleben erworbenen Kenntnisse und Verbindungen in das Vorhaben einbringen, vor allem mein Wissen und Können auf dem gemeinwesen-orientierten Finanzwesen (= Kommunales und genossenschaftliches Finanzwesen in Deutschland und die für beide Systeme typische, weltweit einzigartige, weit tiefer als jegliche Staatsaufsicht wirkende Kontrolle, sowie seit Jahrzehnten bestehende enge, vertrauensvolle Verbindungen mit den know-how-Inhabern. Mir wurde Unterstützung für Gleichgesinnte außerhalb Deutschlands zugesagt. Allerdings wollen diese Träger nicht „missionieren“, d.h., sie wollen an Eigenleistungen anknüpfen).

Ferner wäre ich bereit, bei Vorhandensein vertrauenswürdiger und über mein Lebensende hinausreichender tragfähiger Strukturen mein Vermögen (von Todes wegen und/oder durch Rechtsgechäft unter Lebenden) in eine den beschriebenen Zielen dienende, in Deutschland errichtete Stiftung (die ihrerseits mit der bereits von mir in Estland aufgebauten „Ostsee-Stiftung für Umwelt- und Regionalentwicklung“ – Läänemere Keskkonna- ja Regionaalarenduse Sihtasutus) einzubringen (Namensgebungsidee „Stiftung Neue Livländische Gemeinnützige“).

Bei den Vermögenswerten handelt es sich um ein fränkisches Weinbauerngehöft aus dem 17. Jahrhundert (registriertes Baudenkmal, in der Nähe des Rheins, etwa 20 km südlich von Bonn, dort, wo der „romantische Rhein“ beginnt), einen restaurierten Rest-Bauernhof von 1890 auf der Halbinsel Noarootsi/Nuckö, Kreis Läänemaa/Die Wiek, Kreisstadt Haapsalu/Hapsal, in Estland, sowie bei meinem Ableben vorhandenes Barvermögen, das wahrscheinlich für längere Unterhaltung der beiden Immobilien ausreichen würde.

Das deutsche Anwesen könnte „Haus Livland am Rhein“ genannt werden. Es wäre als Dokumentationszentrum geeignet und könnte zwei bis drei Personen beherbergen. Das estnische Anwesen würde ähnlichen Zwecken zur Verfügung stehen.


BEMUEHEN UM DAS MOBILISIEREN VON ORIENTIERUNGSHILFEN DURCH DAS ENGAGEMENT DEUTSCHER FINANZEINRICHTUNGEN MIT GEMEINSCHAFTSFOERDERNDEM GRUNDMANDAT (Dokument 3)

Am Anfang von Dokument 2 steht eine Einführung zu dem nachfolgenden Dokument. Es wurde kurz und prägnant gefasst, um einen grösseren Interessentenkreis ansprechen zu können.

REINIGENDER OSTWIND FEGT IN DIE SCHMUTZECKEN UNSERER FINANZWIRTSCHAFT

Angestrebt wird – als West-Ost-West-Gemeinschaftsarbeit - ein den kontinental-europäischen Kulturraum umfassendes – alte und neue EU-Länder – homogenes, auf krisenerprobten ethischen Traditionen ruhendes Finanzwesen im Dienste von Normalbürgern und Gemeinwesen, das von diesen selbst gesteuert wird und sich unabhängiger strikter, unabhängiger Kontrolle unterwirft, um so Vertrauen und Stabilität zu schaffen und auf Dauer zu sichern.

Das bedeutet für die neuen EU-Länder (u.a. für diejenigen im Nordosten, Lettland und Estland, aber auch für Litauen und Polen) den Aufbau von Praktiken und Systemen, für die alten (insbesondere Deutschland) die Rückkehr zur Wahrung der Grundmandate dieser Einrichtungen (sprich: Genossenschaftsbanken, Sparkassen), die sich gerade in der Krise – trotz der auch ihnen zuzurechnenden Fehler - als „die“ tragenden Säulen der nationalen Finanzgefüge und damit der „sozialen“ Marktwirtschaft erwiesen haben.

Das hier Angesprochene ist nicht nur ein unerlässliches Gegengewicht gegen ein Geschäftsgebaren, bei dem Dienstleistungen nur Mittel zum Profitieren auf Kosten Dritter sind, sondern das besonders geeignet ist, staatliche Hilfen (Vorbild: Westlicher Nachkriegs-Wiederaufbau) zu komplettieren und zu dynamisieren (Multiplikatoreffekt).

Im Westen hat sich die Mehrzahl der Verantwortlichen bei den Finanzinstituten mit gesellschafts- oder sozialpolitischem Grundmandat immer mehr von ihrem Auftrag, Volksgemeinschaft und Bürger zu stützen, entfernt, um mit ungebundenen Profitjägern gleich zu ziehen. Ihr Wirken als „untreue Treuhänder“ des öffentlichen Wohls ist warnendes Beispiel; künftigen Fehlentwicklungen ist vorzubeugen.

Wohl allein die nach wie vor funktionstüchtige „Verbandsprüfung“ bei den Grossen der Gemeinnützigen in Deutschlands Finanzwesen – Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken - hat ein großflächiges Desaster, wie etwa in Island, verhindert. Das zeigt die fundamentale Bedeutung effektiver Selbstkontrolle für West und Ost.

Im östlichen EU-Raum haben die Usurpatoren, braune wie rote, im Krieg und danach dasjenige ausgelöscht, was sich im Westen kontinuierlich fortentwickeln konnte. Nach der politischen Wende setzten alle Banken, im Westen, wie im Osten, einseitig und zum Schaden aller auf zügelloses Gewinnstreben, auch diejenigen mit gemeinnützigem Auftrag.

Die Finanzkrise traf den Osten ungeschützt, so tief, dass die kleinen Länder. vor allem die im Baltikum, bald kollabieren und in die Hände Unerwünschter gelangen könnten, die bei den offenen Grenzen europaweit, nicht zuletzt im „reichen“ Westen, Schaden stiften würden.

Es ist zum Nutzen von Ost und West, schon jetzt, auf dem Höhepunkt der gegenwärtigen Krise, im Osten den Neuaufbau eines neuen Finanzwesens zu beginnen, das nur dann nachhaltig und komplett sein wird, wenn neben rein gewinnorientierten Einrichtungen gemeinschaftsfördernde wirken. Mit ihren geschwächten eigenen Kräften allein können die östlichen Länder das aber nicht bewerkstelligen; sie bedürfen der Mitwirkung erfahrener Westler mit untadeligem Leumund. Gemeinschaftliches, dauerhaftes Arbeiten zu wechselseitigem Nutzen, dort und hier, ist dringend geboten.

Die kleinen Länder an der östlichen Ostsee verfügen über ein Erbe der Wirtschaftskultur, das dem unsrigen weitgehend entspricht. Auch wenn die Verhältnisse gemeinnütziges Bürgerhandeln verdrängt haben, kann zur Bewusstseinsbildung und als Orientierung beim Aufbau bodenständiger gemeinnütziger Praktiken auf gut ausgestattete Archive, dort wie hier, zurückgegriffen werden, deren Dokumentationen meist auf Deutsch abgefasst sind („Leuchtturm“: Livländische Gemeinnützige und Ökonomische Sozietät, 1792 bis 1940); diese zeigen, wie frühere Krisen in echter Selbsthilfe gemeistert werden konnten und regen so bodenständige Lösungen für heute und morgen an.

Die Ausgangslage für deutsches Mitwirken am Wiederaufbau im Baltikum ist insofern besser als für Alternativvorhaben in anderen krisengetroffenen Ländern in der EU oder in ihrer Nachbarschaft. Hinzu tritt, dass alle Unternehmungen in der Ostsee-Region auf deren Nachbarn außerhalb der EU, besonders auf Russland (wo vom Bürgertum getragene gemeinnützige Finanzsysteme bereits in der Folge der Revolution ausgelöscht wurden), ausstrahlen, was den allseitigen Nutzen noch bedeutend steigert.

In Nordrhein-Westfalen gibt es für eine solche Entwicklungsarbeit (wenige, jedoch exzellente) Kandidaten (Förderungswilligen gegenüber können sie benannt werden). Diese müssten zum Mitwirken ermutigt und ermuntert werden. Gerade Mitglieder der deutsch-baltischen Parlamentariergruppe im NRW-Landtag könnten dabei helfen. Gegenüber den im zweiten Absatz angesprochenen „Großen“ ist derzeit (noch) Zurückhaltung angeraten, weil sie (aus Gründen, die Gesprächen vorbehalten bleiben sollen) entweder nicht mitwirken wollen oder können.

Abschließend soll ein zu erwartender, erwünschter wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitischer Begleiteffekt der Aktion erwähnt werden, nämlich die Rückkopplung auf die Verhältnisse hier. Die Diskussionen über die Hinführung der gemeinnützigen (öffentlichen) Banken zu ihrem Grundauftrag und über angemessene, über die staatliche Bankenaufsicht weit überragende Überwachungsmechanismen (Stichwort: Verbandsprüfung) würden mit Sicherheit beflügelt, ebenso wie
Reflektionen über Probleme aus dem „Überstülpen“ westlicher Systeme in den neuen Bundesländer gleich zu Beginn der Wiedervereinigung.


MOBILISIERUNG VON INITIATIVEN DER ZIVILGESELLSCHAFT IN DER BALTISCHEN REGION MIT HILFE DES ESTNISCHEN STAATES (Dokument 4)

Diese Aufzeichnung wurde (schon in einer Vorab-Fassung als Internet-Blog auf der Web-Site von Infobalt, Bremen, eingestellt) wendet sich vornehmliche an jüngere Bürger in den drei baltischen Ländern.

Ist im Baltikum ein aussichtsreicher Neustart nach dem Finanzdesaster möglich?


Die kleinen baltischen Länder stehen am Abgrund – und niemand in der EU schaut hin. Die dortigen Krisen-Verursacher hoffen auf Staatshilfe, damit sie weiter so, wie bislang, agieren können. Umdenken können die allein auf Gewinnmaximierung Fixierten nicht.

Die überfällige gemeinwesen-fördernde Neuorientierung müssen Unbelastete einleiten – und zwar unverzüglich, weil der Weg lang ist. Zuwarten führt ins Chaos, zur Implosion der Staatswesen und zum Zusammenbruch der Volksgemeinschaften.

Bis zum letzten Krieg gab es dort eine dem Westen in nichts nachstehende, erfolgreiche gemeinwesen-orientierte Finanzwirtschaft (Genossenschaftsbanken; Spar- und Darlehenskassen, sowie Versicherungen auf Gegenseitigkeit; den deutschen Sparkassen ähnliche Stadtbanken). Sie wurden von den Nationalsozialisten „entkernt“. Die Sowjets beseitigten die Reste der Bürgerlichkeit oder transformierten sie in Agenturen ihres Systems.

Die Träger der überlieferten gemeinnützigen Systeme wanderten Anfang des Krieges – die ersten noch freiwillig, Nachfolgende in Panik – in Richtung Deutschland oder anderswohin aus, unter ihnen nicht nur Deutschstämmige. Die in der Region verbliebenen Traditionsbewussten wurden als schädliche Elemente von der Sowjetmacht eliminiert oder so nachhaltig terrorisiert, dass sie ihr kulturelles Erbe verdrängten. Das Schweigen führte zu der irrtümlichen Meinung, es habe im Baltikum nie bodenständige Strukturen zur Existenzsicherung aus eigener Kraft der Bürger gegeben.

Die Akteure von ehemals leben nicht mehr. Ihr gesellschaftliches Milieu ist untergegangen. Die Dokumente einer erfolgreichen Wirtschaftskultur sind aber in Archiven, vor Ort und anderswo nahezu lückenlos vorhanden und harren ihrer Auswertung für die jetzigen Nöte.

Nach der Wende dominierten am Credo „schrankenlose Marktwirtschaft“ ausgerichtete Lehrbücher und Berater. Die als Palliativ – keineswegs als Alternative - eingeführten, vom Markt abgekoppelten amerikanischen „credit unions“ gingen bereits im Vorfeld der Finanzkrise ein.

Die bis heute erfolgreichen gemeinwesen-orientierten Finanzinstitute in den alten EU-Ländern, vor allem diejenigen in Deutschland, haben verhindert, dass die Finanzkrise (in Deutschland) zur Katastrophe wurde – dank ihrer verbandseigenen Kontrollsysteme, die viel umfassender und tiefer gehend sind, als Staatsaufsicht je sein kann.

Die im Baltikum operierenden deutschen Landesbanken, Gemeinschafts-Einrichtungen von Sparkassen und Bundes-Ländern, verschweigen im Auslandsgeschäft ihre gemeinnützigen Grund-Mandate.

Die Landesbanken traf die Krise hart, vor allem, weil wegen der Staatsbeteiligung die gruppentypische Selbstkontrolle nicht stattfand. Aus deren Fehlern könnten die neuen EU-Länder viel lernen – zum Nutzen von Bürgern und öffentlicher Hand.

Die deutschen Genossenschaftsbanken prinzipiell als Aufbauhelfer geeignet, verweigern Aufbaupartnerschaften, weil sie das Eindringen östlicher Klein- und Mittel-Unternehmen, unliebsame Konkurrenz, so lange wie möglich behindern wollen.

Um in den neuen EU-Ländern wieder ein ernst zu nehmendes Gegengewicht zu etablieren, die Finanzwirtschaft zu vervollständigen und damit die Integration in die EU-Gemeinschaft erfolgreich zu machen, müssen einsichtige Bürger dort den Aufbau selbst in Angriff nehmen.

Dennoch kann man sich von ihnen nützliches „know-how“ beschaffen. Ihr Wissen und Können ist kein Monopol, sondern ein Ergebnis europäischer Wirtschaftskultur, an deren Entstehen viele mitwirkten, in West und Ost, wobei Gemeinschaftsnutzen als Antwort auf egoistische Bereicherung immer im Vordergrund stand.

Motto: Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. (Goethe, Faust I)

Der Verfasser hat als Orientierungshilfe die Dokumentationen der „Livländischen Gemeinnützige und Ökonomische Sozietät“ (1792 in Riga gegründet und, nach der schwierigen napoleonischen Zeit, in die damalige einzige Universitätsstadt Tartu/Dorpat verlegt, wo sie bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges arbeitete). Die wertvollen Hinterlassenschaften ruhen – derzeit noch im Dornröschen-Schlaf – vor allem in Tartu.

Schon früher gab es den heutigen durchaus ähnliche Probleme in den baltischen Ländern, die aus eigener Kraft gemeistert wurden. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich seitdem stark geändert, die materiellen Grundlagen des Wirtschaftens sind aber weitgehend unverändert geblieben. Schon das ermutigt, die Traditionen aufzuspüren.

Ratsam ist, die Inhalte der erwähnten Dokumentationen zunächst bibliographisch aufzuarbeiten und sie dann nach für Gegenwartsprobleme relevanten Erkenntnissen zu durchforsten. Es wird sich mit Sicherheit viel ergeben, eingeschlossen Querverbindungen zu anderen relevanten Erkenntnisquellen und zu heute noch existierenden .verwandten Einrichtungen.

Die „Livländische Gemeinnützige...“ wirkte in einem Raum, der heute teils zu Estland, teils zu Lettland gehört. Optimal wäre es, wenn die beiden Nachfolgestaaten Livlands von Anfang an gemeinschaftlich und grenzüberschreitend arbeiten würden. Nicht nur die EU-Institutionen, sondern alle EU-Bürger, würden das Aufarbeiten des gemeinsamen Erbes über die nationalen Grenzen hinweg begrüßen.

Der Verfasser ist seit der Wende zugleich in Deutschland und in Estland zu Hause. Er hat als EU-Berater die Grundlagen für die estnische Währungsreform erarbeitet. Dazu war er durch einen fundierten beruflichen Hintergrund im Währungs- und im gemeinwesen-orientierten und im allgemeinen Bankwesen befähigt. Er (lewerenz.juergen@freenet.de; +49.2642.1532) hilft Initiativ-Gruppen gern ehrenamtlich mit Rat und Kontakten. Er hat bereits ausbaufähige Grundlagen geschaffen. Einzelheiten auf Anfrage.

Das „know-why“ kann gemeinschaftlich erarbeitet, Zugang zu erprobtem „know-how“ für den Aufbau finanzwirtschaftlicher Arbeitsweisen und Strukturen im Dienste der Gemeinwesen und ihrer weniger begüterten Bürger kann - ohne riesigen Aufwand – vermittelt werden. Die unerlässlichen Grundvoraussetzungen, Anstand und Ethik, müssen Mitarbeitsbereite mitbringen. Der Wiederaufbau in diesem Sinne wird inspirierend auf den Westen zurückwirken – ein wünschenswerter Begleiteffekt.

Als Andockstellen im Baltikum bieten sich die neuerdings überall sprießenden Dorfentwicklungsvereine ein, hinter denen vor allem in der Regionalentwicklung engagierte Ortsansässige stehen. Diese Vereine zählen zu den Favoriten des EU-Förderprogramms LEADER.


MOBILISIEREN OEFFENTLICHEN INTERESSES FUER DAS EERARBEITEN VON TRAGFAEHIGEN LOESUNGEN (Dokument 5)

Das bislang letzte Dokument wendet sich an den Präsidenten der Republik Estland, der um empfehlende Weitervermittlung an Autoritäten in seinem Lande und beim Nachbarn Lettland gebeten wurde.
Das estnische Präsidialamt beschied kürzlich, dass der Präsident wegen des Gebotes der Neutralität nicht unternehmen könne. Man solle stattdessen die Regierung seines Landes ansprechen. Dies geschah vor einigen Wochen. Die Antwort steht noch aus.

Jürgen LEWERENZ 17. Februar 2010
Isikukood 33603280382/Dok.E0036832
lewerenz.juergen@freenet.de
Tel. 0049.2642.1532 (bis Ende Mai 2010);
Tel. (00372) 4775002 (Juni bis Sept.)

Herrn
Präsidenten der Republik Estland
Toomas Hendrik ILVES

Per e-mail: vpinfo@vpk.ee

Betreff: Rückkehr zu gemeinnützigem Finanzwesen in Estland und seiner Nachbarschaft

Sehr geehrter Herr Präsident Ilves.

Ich schreibe Deutsch, weil die hier in Rede stehende Materie eng in der deutschen Wirtschaftskultur verankert ist, die seit alters her den östlichen Ostseeraum geprägt hat.

Mein Grundansatz ist, nach Orientierungshilfen für das Bewältigen der aktuellen Krise in Vorkriegs-Dokumentationen (vor Estlands und Lettlands) zu ermitteln. Dort finden sich sicher viele heute nutzbare Hinweise, wie vergleichbare Situationen früher gemeistert wurden.

Diese grundlegende, interdisziplinäre, zivilgesellschaftliche Angelegenheit kann keinem Fachministerium und darf schon gar nicht den Finanz-Spezialisten zugeordnet werden. Deshalb wende ich mich mit meinen Anregungen an Sie, Herr Präsident.

Sie sollten die Schirmherrschaft über bürgerschaftliche Initiativen übernehmen, wie ich sie nachfolgend anrege. Sie sollten motivierend wirken und mithelfen, Brücken (etwa mit Hilfe des Erbes Livlands) zum Nachbarn Lettland, vielleicht auch zu Litauen und zu weiteren Reformländern, nicht zuletzt zu Russland, aufzubauen.

Ich biete meine ehrenamtliche Mithilfe für das Unterfangen an. Ich bin keiner Interessengruppe verpflichtet und ziele nur auf das Wohlergehen meiner Wahlheimat Estland. Ich verfüge über einschlägige Erfahrungen aus dem Wiederaufbau Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und als langjähriger Berater im Selbsthilfe-Kreditwesen, insbesondere in Lateinamerika.

Die Sache ist komplex und hat eine Vorgeschichte mit vielen Facetten, die – leider - nicht in wenigen Zeilen darstellbar sind. Diesen Text ergänzend übermittle ich (weiter unten kommentierte) Papiere.

Ich stelle mich eingangs kurz mit meinem Wirken in Estland nach der politischen Wende, vor:

Ich war der erste Langzeit-Berater der EU-Kommission in den Jahren 1992 und 1993. Wegen meines beruflichen Hintergrundes wurde ich der gerade re-aktivierten Eesti Pank zugeordnet. Siim Kallas war wenige Tage vorher ihr Präsident geworden.

Er bat mich, ihm – unabhängig von meinem EU-Auftrag - beim Konzipieren und der Einführung der Eesti Kroon zu helfen. Ich riet zu einem radikalen Neuanfang nach dem Muster der westdeutschen Währungsumstellung von 1948, vor allem zur Übernahme von deren Regelwerk, was so geschah und schließlich einen zügigen Start aller Wirtschaftsreformen ermöglichte.

Ich geriet zwar als Zeuge unschöner Dinge in Misskredit, blieb aber auf Dauer eng mit Estland verbunden. Ich wohne seit Jahren abwechselnd in Estland (Pürksi, Noarootsi) und in Deutschland.

Von Anfang an richtete ich mein Augenmerk auf das Wiederbeleben der Traditionen des gemeinwesen- und sozial orientierten Finanzwesens (Genossenschaftsbanken; städtische Kreditinstitute; wirtschaftliche Vereine auf Gegenseitigkeit für Sparen und Darlehen und im Versicherungswesen – s. mein Buch „Banken im Baltikum. Gestern. Heute. Morgen. Fritz-Knapp-Verlag, Frankfurt/M. 1997. ISBN 3-7819-0590-X) die im Zweiten Weltkrieg verloren gegangene, das Gleichgewicht der Gesellschaft sichernde marktwirtschaftliche Gegenkraft zur reinen Profitwirtschaft.

Es erscheint mir spätesten jetzt angeraten, zu Vorkriegs-Praktiken und (u.a. den genossenschaftlichen) Strukturen zurück zu kehren, die dem jungen Estland durch beispielhafte Qualitätssicherung europaweite Anerkennung verschafften und somit das Überleben von Staat und Gesellschaft in extrem schwierigen Zeiten sicherten.

Die bodenständigen überzeugenden Leistungen der Vorväter, die Traditionen mit Neuerungen verbanden, ermutigen, in ihrem Sinne die Herausforderungen der Gegenwart entschlossen anzugehen.

Das Reformwerk sollte ähnlich vonstatten gehen, wie dasjenige bei der Gesetzgebung. Das Überlieferte ist zu sichten, zu bewerten und unter Verwendung von Erfahrungen in „alten“ EU-Ländern (vor allem Deutschlands) an die heutigen Bedingungen anzupassen.

Ich habe mich in den vergangenen Monaten intensiv – jedoch ohne großen Widerhall – bemüht, bei einschlägigen deutschen Wirtschafsverbänden, bei Politikern und im akademischen Raum Interesse für die existenzbedrohenden Probleme der kleinen neuen EU-Länder an der Ostsee zu wecken und für solidarische Mithilfe für einen tragfähigen Neuanfang im gemeinschaftsfördernden Finanzwesen zu werben.

Angesichts der wachsenden Zahl von Problemländern innerhalb der Euro-Zone wird Geldhilfe von außen immer unwahrscheinlicher.. Die Schwierigkeiten in Estland, Lettland und Litauen finden kaum Widerhall in der „alten“ EU, was sich so bald nicht ändern wird.

Lösungen müssen deshalb von den Zivilgesellschaften in der baltischen Region aus eigner Kraft auf nationaler Ebene in Gang gesetzt werden. Dafür ist enge Kooperation mit Nachbarländern ähnlichen geschichtlichen Werdeganges (vor allem zwischen Estland und Lettland) ratsam. Zusammenarbeit erhöht zudem das internationale Gewicht, nicht zuletzt im Hinblick auf eventuelle EU-Unterstützungen.

Besonders viele wertvolle Anregungen finden sich höchstwahrscheinlich in den (in Tartu „schlummernden“) Dokumenten der von der Zeit der Französischen Revolution bis 1940 wirkenden „Livländischen Gemeinnützigen und Ökonomischen Sozietät“ (Gemeinschafts-„Leuchttum“ der Esten, Liven und Letten) und denen ihrer Schwester-Organisationen im alten Estland und in Kurland..

Ich unternahm im vergangenen Jahr einen (fehlgeschlagenen) Versuch, unter dem Dach des Haapsalu Kollegs einen Gedankenaustausch für einen Neuanfang nach der Krise in die Wege zu leiten (s. mein beigefügtes Schreiben an dieses. Das Kolleg beging leider den Fehler, vor allem Finanzleute anzusprechen, die an Alternativen desinteressierten Verursacher des Unheils, bornierte Versager).

Ich fand schließlich zu Geschichtswissenschaftlern an den Universitäten Tallinn (Karsten Brüggemann, Baltische Historische Kommission – Institut für die Kultur und die Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa – IKGN der Universität Hamburg), Tartu (Tiit Rosenberg, Mati Laur), Riga (Ilgvars Misans), Greifswald/Szczecin (Jörg Hackmann) und Frankfurt/M. (Historisches Seminar). Grundlage der Gespräche mit den Vorgenannten war die beigefügte Projektskizze. Die Historiker äußerten einhellig, dass sie gern ein Aktionsbündnis nach meinen Ideen begleiten würden..

Beim Deutschen Bundestag und beim Landtag von Nordrhein-Westfalen gibt es “Deutsch-Baltische Parlamentariergruppen“, die ich um Mithilfe beim Werben um partnerschaftliche Kooperationen für die baltischen Länder bat. Aus diesen Kontakten entstand das – ebenfalls beigefügte – Papier „Reinigender Ostwind...“.

Schließlich habe ich noch ein an Fortschrittsorientierte am Ostrand der Ostsee gerichtetes – ebenfalls angefügtes – Dokument („Ist im Baltikum ein...Neustart...möglich“) geschrieben, dessen Vorentwurf als Internet-Blog über das Kommunikationsorgan „Infobalt“ veröffentlicht wurde.

Ich habe gute Verbindungen zu Gemeinde-Entwicklungs-Initiativen (MTÜ) in Läänemaa (Kiideva, Puise und Haeska).

Kiideva – unter der Leitung der von Ihnen mit einem Verdienstorden ausgezeichneten Tiiu Tomingas – erscheint mir als ein anfänglicher Anknüpfungspunkt für Initiativen der vorgeschlagenen Art besonders geeignet. Erfolg hängt aber davon ab, dass die lokalen Initaitven in ein landesweites, besser noch ein „livländisches“ Förder-Netz eingebunden werden.

Meine Recherchen in Deutschland haben mich zu zwei (ethisch und fachlich verlässlichen und deshalb gegen die derzeitige Vertrauenskrise im Finanzwesen gefeiten, also besonders) geeigneten und prinzipiell interessierten Kooperationskandidaten für das angeregte Vorhaben geführt (Mittelbar im Papier „Reinigender Ostwind...“ angesprochen). Sie sind, wie ich von diesen schon vernahm, zur Mitarbeit bereit, falls eigenleistungsfähige nationale Basisstrukturen vorhanden sind.

Mitwirkende sollten fortschrittlich Denkende mit Gespür für Traditionen sein. Sie müssen (besser gesagt: sollten) keine Bankleute sein. Know-how kann zu günstigen Bedingungen, gern durch meine ehrenamtliche Vermittlung, beschafft werden. Unabdingbar sind aber erprobter Anstand, die Bereitschaft, Anliegen der Volksgemeinschaft über den eigenen Nutzen zu stellen und sich dieserhalb laufend überprüfen zu lassen.

Ich rechne fest mit einer – ermutigenden – Rückäußerung.

Ihr sehr ergebener....
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ZUSAMMENRUECKEN DER KLEINEN BALTISCHEN LAENDER
2010-03-28 15:15:45

Nach dem Ende der Sowjetherrschaft sind die baltischen Länder eher auseinander- als zusammengerückt.

Obgleich alle drei Länder von der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise hart getroffen sind - wobei es müssig ist, darüber zu diskutieren, welchem der drei Länder welcher Verursacher-Anteil zuzurechnen ist - sind keine Anstrengungen zu beobachten, einen gemeinsamen oder wenigstens einen koordinierten Weg in eine bessere Zukunft zu bahnen.

Selbst wenn es Estland gelingen sollte, bald in die Euro-Gemeinschaft aufgenommen zu werden, können Rückwirkungen unbefriedigender Entwicklungen in Lettland und Litauen auf Estland nicht verhindert werden. Regionale Stabilität wird ohne vertrauensvolle Zusasmmenarbeit nicht zu bewerkstelligen sein.

Die EU-Institutionen begrüßen grenzüberschreitende Kooperation und fördern sie. Doch außer gelegentlichen hoch-offiziellen Treffen von Honoratioren von zwei, selten von allen drei, baltischen Ländern geschieht wenig.

Geschäftsleute nutzen die offenen Grenzen, doch Bürger-Kommunikation führt ein Schattendasein.

Mit dem Ziel der Nutzung des wertvollen gemeinschaftlichen Erbes von Lettland und Estland, unter denen nach dem Ersten Weltkrieg Livland aufgeteilt wurde, bemüht sie sich um die Aufarbeitung des gewaltigen Nachlasses der LIVLÄNDISCHEN GEMEINNÜTZIGEN UND ÖKONOMISCHEN SOZIETÄT (in der Zeit der Aufklärung gegründet und bis zum Zweiten Weltkrieg aktiv) und dessen Sichtung auf Orientierungshilfen für die Nöte von heute und morgen.

Diese Einrichtung wird daher an vielen Stellen auf dieser Web-Site angesprochen.

DORFENTWICKLUNGS-VEREINE ALS KRISTALLISATIONSPUNKTE FÜR DIE REGIONEN-ENTWICKLUNG
2010-03-28 15:14:58

Lange wurde nach Ansatzpunkten für nachhaltige Regionalentwicklung (und andere Entwicklungs-Aktivitäten aus dem Arbeits-Spektrum der Ostsee-Stiftung) in den kleinen neuen EU-Ländern an der Ostsee gesucht.

Zunächst stiess die Ostsee-Stiftung nur auf Vorhaben, bei denen Auslandshilfe - privat, öffentlich gefördert in Kombination von privat und öffentlich - der Dreh- und Angelpunkt ist.

Solche Unternehmungen sind in aller Regel kurzlebig, weil früher oder später das Förderbudget erschäpft ist und während der Prozess einer autochthonen Entwicklung viel längere Zeiträume erfordert als ein Projekt-Zyklus.

Auch fehlen hoch-subventionierten Vorhaben meist die Kern-Elemente Eigenverantwortlichkeiit und Eigenanstrengungen zur Verbesseerung der menschlichen Gemeinschaft, auf die sie ausgerichtet sind.

Seit wenigen Jahren gibt es - zumindest in Estland - einige rühmliche Ausnahmen. Inwieweit sich Ähnliches auch in den zwei anderen kleinen baltischen Ländern entwickelt, muss noch erkundet werden.

Es gibt Dorf-Entwicklungs-Vereine auf der Grundlage erprobter Nachbartschaften (in Estland unter der Abkürzung MTÜ bekannt), die unabhängig von Fremd-Unterstützungen kleine, dennoch aber keineswegs unbedeutende Vorhaben auf die Beine gestellt haben, die nicht nur Einzelnen dienen.

Gute Beziehungen unterhält die Ostsee-Stiftung etwa mit den MTÜ in KIIDEVA (an der; auf Estnisch, Matsalu laht genanten Bucht, auf Deutsch Einwiek - s. etwa auf der Karte der Provinz Oesel im Download dieser Web-Site) und zu den mit Letzterer eng kooperierenden, benachbarten MTÜ in PUISE und HAESKA.

Diese MTÜ erhielten beachtlichen Eigenanstrengungen ergänzende Zuschüsse aus dem EU-Programm LEADER.

Die MTÜ in Kiideva und ihre Leiterin wurden wegen ihrer Verlässlichkeit von der Ostsee-Stiftung (s. das Schreiben an den Präsidenten der Republik Estland unter der Rubrik "Aktuelles rund um die Ostsee" und dessen Empfehlung, die Regierung mit der Sache zu befassen) als Andockstelle für Initiativen zur Bewältigung der Finanzkrise ausgewählt.

Die EU-Förderung steht allen Initiativen zur Förderung der ländlichen Entwicklung in der gesamten EU offen - vorausgesetzt (was nciht stark genug betont werden kann), sie ergänzen eigenes, greifbares Bemühen und treten nicht an dessen Stelle.

Erfolgreiche Regionalentwicklung hängt wesentlich von Finanz-Einrichtungen ab, die auf das Wohlergehen des Gemeinwesens und der in ihnen lebenden Bürger abzielen, wobei es nicht so sehr auf die Form (Genossenschafts- oder Kommunal- bzw. Regionalbanken oder zu ihnen gehörende finanzwirtschaftliche Institutionen anderen Typs usw.) sondern auf die Art ihres Handelns und die Herrschaft der Nutzniesser über sie ankommt.

Auf Gewinn-Maximierung abzielende Finanz-Institutionen können neben den gemeinwesen-orientierten durchaus ihren Platz haben. Sie sind aber für die Regionalentwicklung nicht essentiell. Das hat die kontinentaleuropäische Entwicklungsgeschichte gezeigt, an der auch die baltische Region bis zum Zweiten Weltkrieg teilhatte.

Allein in Estland gab es bis Ende der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts eine staatliche Sparkasse (unter dem Dach der Zentralbank), eine vor allem ländlich orientierte Hypothekenbank (hervorgegangen aus dem 1802 gegründeten adeligen Bodenkreditverein mit Solidarhaftung, 1932 an die veränderten Umstände angepasst), mehrere Stadtbanken und - vor allem - 173 Genossenschafsbanken, 45 Spar- und Darlehenskassen auf Gegenseitigkeit, sowie zwei genossenschaftliche Zentralbanken, zwei Versicherungsgenossenschaften und eine genossenschaftliche Zentral-Versicherungsgesellschaft. (Quelle: Estland - 20 Jahre Selbständigkeit. Herausgeber Albert Pullerits. Tallinn. 1938)

Es lohnt sich, diesen Institutionen nachzuspüren, sowie ihr Wirken als Vorbild für den Aufbau von Ähnlichem im Dienste der Volksgemeinschaft zu machen.

Entsprechendes, das den Vergleich mit dem westlicheren Europa nicht zu scheuen braucht, gab es ebenfalls in Lettland und Litauen.

Die gesamte baltische Region besitzt somit Anknüpfungspunkte für einen Erfolg versprechjenden Wiederaufbau eines gemeinwesne-orientierten Finanzwesens unter bürgerlicher Steuerung.

SCHÄFEREI NAHE DER BALTISCHEN OSTSEEKÜSTE
2010-03-28 15:12:28

Eine erste Aktion hat stattgefunden. Sie war vielleicht kein Rundum-Erfolg, doch war sie auch kein Fehlschlag. Auf jeden Fall ist sie lehrreich.

Ausgangspunkt waren Information von Seiten der estnischen Naturschutzbehörde (Looduskaitse, Regionalsektion Läänemaa/West-Estland/Die Wiek, einem der bedeutendsten Vogelgebiete Europas) über die fortschreitende Abwanderung von Vögeln, vor allem Zugvögeln, aus den Ostsee-nahen Auen, infolge des Überhandnehmens von Schilf und Wacholder in den Rast- und Brutgebieten.

Die Tiere benötigen Flächen ohne hohen Bewuchs, weil sie nur dort von Räubern geschützt sind.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war das kein Problem, weil die Auen bewirtschaftet und damit freigehalten wurden. Die in der Sowjetzeit in das Kolchossystem eingegliederten Bauernstellen gingen unter.

Die Kolchosen hatten kein Interesse an den mageren und zum Teil sumpfigen Flächen und vernachlässigten sie deshalb. Zudem war die Küstenregion militärisches Sperrgebiet, ein weiterer Grund für das Vernachlässigen.

Nach der Öffnung gab es zaghafte Versuche, die Bewirtschaftung erneut aufzunehmen. Doch wurden Vorhaben bald wegen der geringen Ertragskraft bald aufgegeben.

Die Flächen wurden und werden bislang durch Abmähen und Abholzen im Lohnauftrag der Behörde notdürftig freigehalten. Ländliche Bewohner, die über Traktoren und Mähgerät verfügen, verdienen sich gern ein Zubrot.

Auf längere Sicht wird sich dieses System aber wegen der engen Staatsbudgets nicht aufrecht erhalten lassen, aber auch deshalb, weil die Entlohnung nicht für die Finanzierung modernen Gerätes anstelle des noch aus Sowjetzeit-Beständen stammenden ausreicht.

Die Lage führte dazu, eine Verbindung zur Schafzüchter-Einheit im Deutschen Bauernverband (Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.) aufzubauen, der anfäglich Interesse bekundete, weil Wanderschäfer im von Verkehrswegen durchzogenen Deutschland mehr und mehr wegen der damit zusammehängenden logistischen Probleme aufgeben müssen.

Es meldeten sich einige Wanderschäfer, die - für den Berufsstand durchaus unüblich - eine Umsiedlung in Richtung Osten erwogen. Doch sprangen fast alle wieder ab.

Nur ein Brüderpaar - er verheiratet mit einer Reihe kleiner Kinder und sein unverehelichter Bruder ohne Anhang - siedelte sich durch Vermittlung (bescheidenen Ausmasses) der oben erwähnten Behörde in Estland (Region Virtsu/Werder in der Nähe des Fährhafens nach Saaremaa/Ösel - s. Kartendownload Provinz Oesel) an.

Dies hat allerdings eine besondere Vorgeschichte. Die aus der Region Siegen stammenden Brüder hatten schon in Hessen Schäferei betrieben. Nach der Wiedervereinigung beweideten sie ein ehemaliges Militärgelände in Brandenburg.

Dort lernten sie einen in seiner Heimat einflussreichen Letten kennen, der sie überredete, ihr Glück im Bereich des Naturschutzparkes Gauja in seinem Heimatland zu versuchen. Der Umzug von Mensch unt Tier fand in einer ungünstigen Jahreszeit und mit prekären Transportmitteln statt.

Es gab Verluste. Das Schlimmste aber war, dass das vermittelte Gelände völlig ungeeignet war und dass sich der Vermittler schon bald aus der Affäre zog, weil er mit diesen Neusiedlern kein Geschäft machen und kein Prestige erzielen konnte.

Glücklicherweise hatten die Brüder kurz vor ihrer Ansiedlung in Lettland mit der Ostsee-Stiftung Kontakt aufgenommen, die als Vorkehrung gegen einen eventuellen Fehlschlag des Lettland-Experimentes eine Alternativ-Ansiedlung im Bereich der eingangs genannten Naturschutzbehörde angebahnt hatte.

Dies wurde zum Rettungsanker. Vor gut einem Jahr kamen diese Schäfer nach Estland. Sie haben sich trotz der Serie widriger Umstände halten können und werden wohl, wenn auch nicht von heute auf morgen, voran kommen.

Der Start in Estland war nicht nur wegen der Vorgeschichte schwierig. Auch die örtlichen Zusammenhänge waren in der Anlaufphase - zu einem Grossteil bis heute fortdauernd - alles andere als einladend, wenn auch zugleich für ländliche Neusiedler typisch - Deutschlands Ländlichkeit durchaus eingeschlossen.

Eigentümer, die im Wege der Natural-Restitution nach der Wende Ländereien zurück erhalten hatten, nutzten ihre Position aus, um so viel wie möglich auf Kosten der Schäfer zu erwirtschaften. Rücksicht auf deren prekäre Situation kam nicht oder nur selten vor.

Wenn es auch in Estland infolge der Nicht-Inanspruchnahme der Restitutionsrechte durch sehr viele Alt-Eigentümer grosse Flächen, auch solche mit potentiell hoher Ertragskraft - im Staatseientum gibt, war es für diese Neusiedler selten möglich, nicht genutzte Flächen Staatsland zugewiesen zu bekommen.

Bis vor Kurzem war solches Staatsland in der Verfügungsgewalt der Kommunen. Dort gab und gibt es Seilschaften, die Neuankömmlinge nicht voran kommen lassen wollen oder zumindest auf ihre Kosten leben wollen.

Die beiden Schäfer pachteten Land, wobei sie natürlich auf niedrige Entgelte und EU-Beihilfen achten mussten.

Mehr als einer der Verpächter behielt aber die EU-Prämien für die Erhaltung landwirtschaftlicher Nutzflächen für sich. Dies brachte die Pächter nicht nur um die Früchte ihrer Arbeit, es schädigte sie schwer, weil nur das Zusammenspiel zwischen dem Nutzen aus den Tieren und der EU-Prämie existenzsichernd ist.

Es gibt noch ein weiteres Erschwernis für einen Erfolg. Lammfleisch wird in der baltischen Region von kommerziellen Nachfragern wegen der hohen Qualitätsstandards bei erträglichen Preisen vorwiegend aus Australien oder Neuseeland importiert.

Es gibt durchaus Schlachthöfe mit EU-Zulassung. Doch entspricht die Arbeitsweise in diesen - nach Beobachtung der erfahrenen Schäfer - dennoch nicht den zu erwarteten Hygiene- und Qualitätsnormen.

Selbst Tiere hoher Qualität - bezüglich Alter und Aufzucht auf natürlichen, gegenüber dem Westen viel hochwertigeren Weiden - werden durch die Mängel im Schlachthofbetrieb zu Produkten geringen Wertes.

Es wird den Brüdern wohl nichts anderes übrig bleiben, als allmählich eine eigene Schlachtung zu entwickeln, wofür sie allerding eine nicht leicht zu beschaffende Konzession - wobei man bei den Neuankömmlingen sicher höhere Anforderungen stellen wird, als bei alten Freunden - und zudem Kapital, das wiederum nur durch eine Zusammenarbeit mit einem verlässlichen Partner zu beschaffen sein wird.

Der Prozess schreitet voran. Das bislang Berichtete ist der Stand zu Beginn des Jahres 2010.



2010-03-28 14:32:25

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test mit Formatierung

HÖCHSTE QUALITÄT BEI WAREN UND DIENSTLEISTUNGEN - SO KÖNNEN DIE KLEINEN BALTISCHEN NATIONEN IM INTERNATIONEL KONKURRENZKAMPF BESTEHEN
2010-03-23 12:39:29

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2010-03-22 12:26:50

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Ostsee-Stiftung für Umwelt- und Regionalentwicklung - Zum Anfassen
2010-03-22 12:21:57

Um zu zeigen, wie es dort aussieht und von wo aus der Verantwortliche für diese Web-Site in Deutschland seine Aktionen unternimmt, zwei Bilder. Das eine zeigt seinen Hof in Estland von 1890 in der Gemeinde Noarootsi (Schwedisch oder Deutsch: Nuckö) in der Landschaft Läänemaa (Deutsch: West-Estland oder - historisch - Die Wiek) in der Nähe der Kreisstadt Haapsalu (Deutsch: Hapsal), das andere sein Fränkisches Weinbauerngehört von 1670 (1980 bis 1980 von Grund auf restauriert und als Baudenkmal registriert) im Ort Unkelbach in der Gemeinde Remagen, Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rheinland-Pfalz.

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2010-03-21 18:50:30

hossa eine Landschaft

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2010-03-17 10:57:28

test

Test
2010-03-16 11:46:02

Test

Test ohne Bilder
2010-03-07 22:42:24

test

test fue 2 bilder
2010-03-07 17:51:28

eines ist rechts und eines ist links. mal schauen wie es aussieht.

GEMEINSAME WIRTSCHAFTSKULTUR - DER UNGEHOBENE SCHATZ
2010-03-07 13:18:49

Dies ist ein Test um englisch und deutsch.